Der Steuerzahlergedenktag 2012 zwei Tage später als 2011. (Symbolbild)
Exakt bis Sonntag 5:20 Uhr haben die deutschen Steuerzahler rechnerisch nur für den Staat gearbeitet. Jetzt gehen die Steuern in die eigene Tasche
Seit dem 8. Juli 5.20 Uhr, arbeiten die deutschen Steuerzahler wieder für ihr eigenes Portemonnaie - rein rechnerisch natürlich. Das bisher erwirtschaftete Jahreseinkommen geht, nach Berechnungen des Steuerzahlerbundes, direkt an Vater Staat. Die Steuerbürger haben 2012 wieder gut zwei Tage länger als im Vorjahr nur für den Staat arbeiten. 2008 war der 8. Juli ebenfalls der Steuerzahlergedenktag des Jahres.
Als Hauptursache für die steigende Belastung sieht der Steuerzahlerbund vor allem die kalte Progression. Das bedeutet: Wenn der Arbeitnehmer eine Lohnerhöhung bekommt, geht der Großteil der Erhöhung an den Staat. Denn mehr Lohn bedeutet einen höheren Steuertarif und somit höhere Abgaben an den Fiskus. Problematisch wird das in Zeiten, in denen die Preise für Lebensmittel, Benzin, Strom usw. steigen. In manchen Fällen reicht dann der erhöhte Nettoverdienst nicht einmal aus um die Preissteigerungen auszugleichen. Das heißt die Kaufkraft sinkt, trotz Lohnerhöhung kann man sich weniger leisten als vorher. Profitiert von der Lohnerhöhung hat dann nur der Fiskus.
Der Steuerzahlergedenktag wurde als symbolischer Gedenktag vom Bund der Steuerzahler ins Leben gerufen. Es ist der Tag, bis zu der durchschnittliche Steuerzahler nur für die Steuern und Abgaben an den Staat gearbeitet hat. 1960 war der Steuerzahlergedenktag am 1. Juni. Seinen Höhepunkt hatte der Gedenktag 2000, als nach mehreren Berechnungen der 24. Juli zum Steuerzahlergedenktag ernannt wurde.
(pov/dpa)