Radio Hamburg

Erstaunliche Zahlen?

90 Prozent alle Haushaltskräfte arbeiten schwarz

Hamburg, 16.07.2019
Haushaltshilfe beim Putzen

Knapp 90 Prozent der deutschen Haushalte mit Putzhilfe unterschlagen die dafür vorgesehenen Abgaben. Laut Erhebungen immerhin 2,9 Millionen Haushalte.

Laut Berechnungen des Instituts der Deutschen Wirtschaft lassen 2,9 Millionen deutsche Haushalte schwarz Putzen - das sind knapp 90 Prozent der deutschen Haushalte, die auch eine Reinigungskraft haben. Insgesamt hat etwa jeder zehnte Haushalt eine Reinigungshilfe für die eigenen vier Wände. Demnach ist die Zahl der Haushalt mit illegaler Haushaltshilfe binnen 12 Jahren allerdings auch um fünf Prozentpunkte zurückgegangen. In Hamburg sind es 140.000 Haushalte mit Haushaltshilfe. 126.000 davon sind davon nicht angemeldet. Hamburg hat bundesweit übrigens mit 14 Prozent den höchsten Schnitt an Haushalten mit Haushaltshilfen. Insgesamt erstaunliche Zahlen oder eigentlich ein unausgesprochenes Geheimnis? 

Gesetzlichen Mindestlohn umgehen?

Wer seine Putzhilfe illegal beschäftigt, entzieht nicht nur dem Sozialsystem Geld, sondern sorgt auch dafür, dass die Beschäftigten sozial schlechter gestellt werden. Der gesetzliche Mindestlohn für ausgebildete Gebäudereiniger liegt im Westen nämlich bei 10,56 Euro. Im Privaten werden dann teilweise deutlich geringere Löhne bezahlt, wenn sich Putzfrauen, Handwerker oder Gärtner schwarz etwas dazuverdienen möchten. Der Arbeiter dagegen freut sich, dass er weniger Geld bezahlen muss, als wenn man den offiziellen Weg beschreiten würde. Doch, das muss heute nicht mehr unbedingt so sein. Man kann inzwischen viele Kosten von der Steuer absetzen und teilweise sogar noch sparen damit.

Was passiert, wenn die Schwarzarbeit auffliegt?

Passiert leider immer noch relativ selten und meistens, wenn man angeschwärzt wird. Wenn dann aber der Sozialversicherungsprüfer vor der Tür steht, wird es ernst, denn Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt. Manchmal wird dies sogar als Straftat eingestuft. Für die Putzkraft kann dies ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro bedeuten, für den Auftraggeber sogar eine Gefängnisstrafe von bis zu 5 Jahren. Das hängt immer davon ab, ob das Gericht die Putzkraft als selbstständigen Unternehmen einstuft. Dann ist die Reinigungskraft strafbar. Wird die Putzkraft vom Gericht dagegen als Arbeitnehmer angesehen, dann ist der Arbeitgeber unter anderem wegen Sozialversicherungsbetrug strafbar.

Wo findet man denn eine professionelle Putzkraft?

Laut der vorgestellten Studie wollen sich viele Reinigungskräfte aber gar nicht offiziell anmelden. Für Interessierte stellt sich da dann schnell die Frage, woher bekomme ich denn eine professionelle Putzhilfe? Will man nicht zu einer professionellen Reinigungsfirma oder hat man jetzt nicht unbedingt Lust sich mit den Behörden-Formalien selbst auseinander zu setzen, dann gibt es im Netz zahlreiche Vermittlungsportale, die Putzkräfte vermitteln. Eines davon ist beispielsweise Helpling.de. Gebucht werden können die Dienstleister dann direkt über solche Portale, wobei die Stundenlöhne teilweise etwas erhöht sind, weil Helpling an der Vermittlung durch Provision mitverdient. Der Preis hängt jedoch auch immer vom Ort ab. Vorteil dieser Portale: Die Putzkraft ist versichert, man kann sich die Putzhilfe aussuchen und diese im Anschluss auch bewerten. 

Welche Tricks gibt's um sich selbst zum Putzen zu motivieren?

Wer sich das Geld und den möglichen Ärger mit einer Putzhilfe komplett sparen will, der putzt verständlicherweise einfach selbst. Dazu gibt's ganz einfache Tipps, damit einem das Putzen nicht über den Kopf wächst:

1. Zeit einteilen: Jeden Tag höchstens 10 Minuten putzen und aufräumen. Einmal Waschbecken, einmal Staubsaugen und am Wochenende, wenn man dann etwas mehr Zeit hat größte Projekte wie Fenster putzen.

2. Entrümpeln: Ganz einfach: Wer weniger hat, muss auch weniger aufräumen.

3. Belohnung: Nach jeder kleiner Putzsesssion kann man sich selbst etwas Gutes tun und erzieht sich damit quasi selbst.

4. Multitasking: Ist man zum Beispiel sowieso am Telefonieren, kann man nebenher auch Staubwischen.

5. Spaß machen: Gute Musik laut aufdrehen und sich so das Putzen etwas spaßiger gestalten.

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(dpa/san)