Radio Hamburg

Erschütternde Zustände

Brutale Versuche in Neu Wulmstorfer Tierlabor

Neu Wulmstorf, 15.10.2019
Tiermisshandlung

Blutige Hunde, angekettete Äffchen: Nach Hinweisen von Tierschützern hat der Landkreis Harburg wirklich Verstöße beim Neu Wulmstorfer Versuchslabor LPT festgestellt.

Die Bilder aus dem Tierversuchslabor LPT in Neu Wulmstorf sind wirklich nichts für schwache Gemüter. Wie Undercover-Recherchen der Soko Tierschutz ergeben haben herrschen in dem kommerziellen Labor offensichtlich, schwere Missstände. Ein Aktivist habe mehrere Monate verdeckt in dem abgeschotteten Betrieb gearbeitet und dort erstmals seit Jahren Aufnahmen gemacht. Das teilten die Gruppen Soko Tierschutz und Cruelty Free International mit.

Tiere schwerst misshandelt

Friedrich Mülln von der Organisation "Soko Tierschutz" berichtet auch von misshandelten Beagle-Hunden und deren "Todeskampf". "Diese lieben Tiere, die sich wirklich nach Zuneigung verzehren werden dann in Versuchen misshandelt. Sie bekommen Substanzen in den Magen eingeflößt und verenden dann. Aufnahmen zeigen, dass die Beagle in ihrem eigenen Blut liegen und sterben und auch da nicht betreut werden." Ein Undercover-Aktivist hat nach seinen Angaben zudem die brutale Behandlung von Laboraffen dokumentiert: "Affen in Käfigbatterien zu halten, die man in Deutschland am ehesten nur von Hühnern kennt, ist schon ein starkes Stück", so Sprecher Friedrich Mülln. "Ein Mitarbeiter schlug einen Affen absichtlich krachend gegen die Türkante", schrieb die Soko Tierschutz in ihrer Mitteilung.

!!!!! Die Soko Tierschutz hat ein Video zu den Zuständen in dem Tierheim veröffentlicht, dass aber wirklich nicht für jeden etwas ist. Schaut euch das Video deshalb bitte nur auf eigene Gefahr hin an!!!

Kontrollen durch Landkreis

Bei einer unangekündigten Kontrolle hat der Landkreis Harburg Verstöße festgestellt. Dies bestätigte der Landkreis am Montag (14.10.). Weitere Ermittlungen laufen demnach noch, um die weiteren Vorwürfe aufzuklären. Auslöser für die Ermittlungen war die Undercover-Aktion der "Soko Tierschutz. Wie ein Sprecher des Landkreises Harburg erklärte, waren unter anderem die Affenkäfige zu klein. Bei früheren Kontrollen, angekündigt oder unangekündigt, seien derartige Verstöße nicht registriert worden, sagte Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. Das niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit habe schon vergangene Woche Strafanzeige gegen das Labor gestellt, sagte eine Sprecherin. 

LPt will sich nicht äußern

Die Firma Laboratory of Pharmacology and Toxicology mit Hauptsitz in Neugraben äußerte sich auf Anfrage auch gegenüber uns zunächst nicht. Tierschützer fordern seit langem eine Stilllegung des Betriebs, in dem LPT im Auftrag von Pharma- und Chemieherstellern chemische Stoffe an Tieren wie Hunden, Katzen, Kaninchen oder Affen testet. Der Gesetzgeber schreibe solche Tests vor. In staatlichen Laboren müssten solche Tierversuchsreihen aber genehmigt werden. In kommerziellen Labors wie LPT würden sie nur angezeigt.

Mahnwache vor Labor geplant

Für Samstag (19.10.) sind eine weitere Demonstration in Neugraben und eine Mahnwache in Mienenbüttel angekündigt. Alle Infos zu der Mahnwache und der Demonstration findet ihr hier. 

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