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Anke fliegt mit ihrem Freund auf die Malediven - ohne Zigaretten.
Schön, wie sich eine Premiere an die nächste reiht. Auf mein erstes Ostern ohne Zigarette – und das nach 10 Jahren – folgt jetzt mein erster Nichtraucher-Urlaub seit Langem.
Ich fliege mit meinem Freund Mathias auf die Malediven zum Schnorcheln und freue mir Löcher in den Bauch, seit Wochen schon! Der Flug dauert 10 Stunden, da wäre ich noch als nervöse Raucherin auf jeden Fall mit schlechter Laune gelandet, bis ich mir eine angezündet hätte. Ein Problem, das ich nicht mehr habe und mich mal wieder freuen kann. Ein dreifaches „Hip-Hip-Hurra“!
Und für John Ment ein zehnfaches „Buh“! Er hat mir diese Woche eine Zigarette angeboten und wollte wissen wie ich reagiere. Wie sonst als mit einem überzeugten „Nein danke“? Ich habe mich doch im Griff und außerdem auf Zigaretten auch keine Lust mehr, so einfach ist das. Nur die ersten Schritte auf dem Weg zu dieser Erkenntnis sind die schwierigsten. Was ich damit sagen will: das, was ich da geschafft habe, kann jeder schaffen. Nur der Anfang ist schwer und nach der ersten Woche, bei manchen vielleicht auch nach den ersten 14 Tagen, wird es täglich leichter und machbarer.
Mit zwei Mitteln funktioniert es: zum einen mit Willen, zum anderen mit Ernsthaftigkeit. Wer zum Spaß eine raucht, weil er nach ein paar Wochen wissen will wie die schmeckt, der hat verloren. Auf diese Art und Weise habe ich damals wieder angefangen zu rauchen, nachdem ich es zuvor für drei Monate ohne ausgehalten habe. Dieses Kapitel meines Lebens trägt die Überschrift „Schön doof“.
Aber jetzt ab in den Urlaub, mit Strohhalm oder Schnorchel im Mund, aber ohne Zigarette.
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Foto: Dagmar Zechel /pixelio.de
Mein erstes rauchfreies Ostern nach 10 Jahren steht bevor.
Nach dem Fisch am Karfreitag wird es also auch keine Zigarette geben. Mich gehen Zigaretten einfach nichts mehr an. Vergleichen kann ich mich mit einem Vegetarier, bei dem einfach kein Fleisch in die Pfanne kommt. Oder besser: jemand ohne Führerschein, der sich für die Spritpreise einfach nicht interessiert. Bei meinem ersten Versuch mit dem Rauchen aufzuhören war einiges anders. Ich habe immer versucht andere Raucher davon zu überzeugen, dass sie doch aufhören sollten, es wäre so einfach und so viel besser. Natürlich hat keiner auf mich gehört, und zwar aus einem ganz einfachen Grund: jeder Raucher muss den Zeitpunkt selbst wählen, an dem er aufhört. Dann ist auch der Wille dementsprechend groß und genau der hilft einem auch dabei, durchzuhalten.
Am Ostermontag, wenn wir das Finale der Top 823 in der Mönckebergstraße feiern, feiere ich noch etwas anderes: nämlich 11 Wochen Nikotinfreiheit. Bald sind es 3 Monate. Für genau so lange Zeit habe ich schon einmal das Rauchen aufgehört und wieder angefangen. Diesmal wird alles anders!
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Mein Nichtraucherblog war vor wenigen Wochen noch so etwas wie „mein bester Freund mit dem ich über alles reden konnte“.
Jetzt ist es wie zwischen alten Freunden, die sich nicht mehr so oft sehen wie früher und sich nicht mehr viel zu sagen haben. Menschen gehen zum Frisör und lassen sich die Haare schneiden. Danach gucken sie sich in den ersten Tagen in jedem Spiegel an, irgendwann nicht mehr. Wer sich ein neues Auto kauft, fährt es anfangs wie ein rohes Ei und nach ein paar Wochen ist es einfach nur noch ein Auto.
Anfangs war das noch ständig in meinem Bewusstsein, dass ich jetzt Nichtraucherin bin. Jetzt bin ich es immer noch, aber unbewusst. So sehr ist das inzwischen schon Normalität und Alltag. Wenn ich allerdings an eine Zigarette denke, dann empfinde ich immer noch Neugier und den Wunsch sie zu „probieren“. Um wieder mit einem Vergleich zu kommen: ich würde gerne als Fliege das Spinnennetz umfliegen, nur um zu sehen was passiert. Schön doof, ich weiß. Eigentlich habe ich auch ganz andere Sorgen. Ich arbeite jetzt mehrmals die Woche gegen die Konsequenzen meiner Fressattacken an. Zu viele Franzbrötchen, zu viel Cola aus der Dose, Schokolade, Currywurst und Döner!
Das alles war in meinen ersten schweren Wochen der Zigaretten-Ersatz. Jetzt mache ich zuhause ein Bauch-Beine-Po-Workout und laufe inzwischen nur noch jeden zweiten Tag mit Muskelkater durch die Weltgeschichte. Ich bin einfach überhaupt kein Sport liebender Mensch, aber ich will ab Hüfte abwärts meine alte Figur zurück.
Hätte ich doch einfach nie mit dem Rauchen angefangen, dann hätte ich jetzt diese ganzen kleinen Sorgen nicht. Zu spät! Aber allen Rauchern kann ich sagen: zum Aufhören ist es definitiv nie zu spät. Also gleich anfangen… mit dem Aufhören!
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Ich lebe ein Nichtraucher-Leben wie es sein sollte: nämlich völlig ohne „außergewöhnliche Vorkommnisse“.
Das ist ein gutes Zeichen, denn würde etwas passieren, wäre es sehr wahrscheinlich nichts Gutes. Dafür lebe ich mit einer neuen Veränderung. Dadurch dass ich in der Vergangenheit so einige Schmachter auf eine Zigarette mit Essen bekämpft habe und zwar nicht immer mit gesundem Essen, fühle ich mich mittlerweile nicht mehr so ganz „in shape“. Ich habe nicht wahnsinnig zugenommen, aber manche Körperstellen fühlen sich unförmig an und ich verstehe das als Andeutung, worauf es hinaus läuft, wenn weiterhin Zucker, Fastfood und „Zwischenmahlzeiten“ auf meinem Essensplan stehen.
Daraufhin war ich gestern Joggen am Ohlsdorfer Friedhof und ich habe mich mit Eyetoy Kinetics gequält, dem Fitnessprogramm für die Playstation. Danach ein kleines Bauch-Beine-Po-Workout und fertig war ich mit meiner Welt. Außerdem habe ich heute Morgen auf meine große Liebe, auf mein Franzbrötchen verzichtet und es durch Joghurt mit Banane und Haferflocken ersetzt. Nein, ich habe „versucht“ es dadurch zu ersetzen. Aber jeder weiß, dass ein Franzbrötchen durch nichts zu ersetzen ist.
Darauf zu verzichten halte ich im besten Fall eine Woche durch, ansonsten werde ich unglücklich. Auf Zigaretten verzichten ist da einfacher.
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Heute war Jens Kuhn aus Halstenbek Quizkandidat bei „Wer schlägt John“, er hat die 103,60 Euro nicht mit nach Hause genommen, aber er hat mir einen Motivationsschub verpasst.
Er hat mir erzählt, dass er selbst vor zwei Jahren aufgehört hat zu rauchen und sich in meinem Blog wiedererkannt hat. Ja, wir ehemaligen Raucher ticken wohl ziemlich ähnlich. Jens Kuhn wusste außerdem wirklich auf den Tag genau wann er aufgehört hat, wie die meisten. Es ist ja auch in der Erinnerung ein besonderer Tag und wird es immer bleiben. Bei mir war es der 23. Januar!
Unser Quizkandidat hatte außerdem noch sehr aufbauende Worte für mich: „Nach einem halben Jahr geht’s einem gut. Da ist es dann überhaupt nicht mehr schlimm.“ Bei mir sind es jetzt sechs Wochen und zwei Tage, es ist noch ein weiter Weg aber den sind andere ja auch schon gegangen. So wie eben unser Quizkandidat heute Morgen!
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Foto: Thomas Siepmann / pixelio.de
Ich habe am Wochenende Wiedersehen gefeiert! Nicht mit den Zigaretten, sondern mit alten Freunden.
Zunächst waren wir am Samstagabend beim Essen eine große Nichtraucherrunde, später dann beim Party machen haben die Zigaretten mitgefeiert, und ich habe geraucht. Passiv! Wie lautet der platte, aber wahre Spruch? „Wenn man will, geht alles.“
Das Nichtrauchen ist jetzt Alltag, der gelegentliche Gedanke an eine Zigarette verabschiedet sich aber nicht so ganz aus meinem Kopf. Allgemein habe ich aber mittlerweile ein gestörtes Verhältnis dem Rauchen gegenüber. Am einen Tag empfinde ich Neugier, am anderen Ekel, am nächsten Vertrautheit und am darauffolgenden Gleichgültigkeit. Heute ist ein Kombitag: Ekel und Gleichgültigkeit kommen hoch beim Gedanken ans Rauchen und das ist auf jeden Fall der richtige Weg nach sechs Wochen Nikotinfreiheit. Weiter geht’s!
Bei meiner Mama habe ich einen „bezahlbaren Wunsch“ frei, wenn ich nach einem halben Jahr immer noch Nichtraucherin bin. Das ist besser als Aladins Wunderlampe! Aber Wunsch genug ist eigentlich schon damit erfüllt, wenn ich weiterhin meine Freiheit behalten darf. Ich habe einfach auch mehr vom Leben seit ich nicht mehr rauche, weil ich nicht mehr eingeschränkt bin und außerdem ein freier Mensch. Oh wie ist das schön!
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Foto: pixelio.de/Egon Häbich
Anke bekommt Besuch und beide sind Raucher!
Am Wochenende sehe ich ganz alte Freunde wieder. Die beiden sind seit 8 Jahren ein Paar und ziehen jetzt endlich mal zusammen. Beide sind Raucher!
Am Wochenende sehe ich ganz alte Freunde wieder. Die beiden sind seit 8 Jahren ein Paar und ziehen jetzt endlich mal zusammen. Beide sind Raucher! Die wissen noch gar nicht, dass ich aufgehört habe, aber sie werden es erfahren. Ich bin auf ihre Reaktion mehr als gespannt, aber auch auf meine eigene. Es gab in der Vergangenheit so viele Samstagabende an denen wir viele Zigaretten gemeinsam geraucht haben, jetzt werde ich ihnen beim Rauchen zusehen.
Ich fahre übrigens wieder Achterbahn. Nach den ersten härteren Tagen, war es zwei Wochen lang einfach nur total entspannt Nichtraucherin zu sein. Und jetzt kommen sie wieder, die Ups und Downs. Tage an denen mir nicht einmal eine Zigarette in den Sinn kommt, und Tage an denen ich schwach werden könnte und mich ablenken muss. Der Kampf ist noch nicht gewonnen, glaube ich. Es hat aber ja auch keiner behauptet, dass es einfach wird. Denn dann wäre die Tabakindustrie längst pleite weil keiner mehr rauchen würde.
Foto: Jochen Schmitz
In Charlotte Roches neuer Talkshow im ZDF dürfen die Gäste Alkohol trinken und rauchen, weil allein das angeblich schon für Zunder und hitzige Diskussionen sorgen wird. Sehr fragwürdig!
Vor allem weil Charlotte Roche selbst Anti-Alkoholikerin und Nichtraucherin ist. Will sie also sagen „Ich bin so herrlich tolerant, deswegen kommt alle in meine Talkshow und fühlt Euch frei?“
Verstehe ich nicht, muss ich aber auch nicht verstehen. Mehr Verständnis haben Sie, die Radio Hamburg Hörer! Immer noch kommt von Ihnen viel Unterstützung, unter anderem per E-Mail. Viele schlagen mir die E-Zigarette vor, die vielen dabei hilft, mit dem Rauchen irgendwann ganz aufzuhören. Ich glaube, die Universal-Lösung gibt es nicht, da Raucher in ihrem Suchtverhalten sehr individuell sind, also hilft jedem etwas anderes.
Ich zum Beispiel bin von Anfang an gegen eine „Übergangslösung“ oder ein „Ersatzmittel“ gewesen und eher für die „Ganz-oder-gar-nicht-Taktik“. Also entweder rauche ich Zigaretten, oder gar nichts. Das stärkste und beste Hilfsmittel war für mich bislang mein eigener Wille und der soll einfach nur weiterhin stark bleiben, auch an einem schlechten Tag.
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Foto: Dagmar Zechel /pixelio.de
Wird mir meine Neugier zum Verhängnis?
Nachdem – meinem Gefühl nach – die schwierigsten Tage überstanden sind, ist seit ein paar Tagen so ein unerklärlicher Reiz da, eine Zigarette zu „probieren“. Warum? Das frage ich mich auch und kann nur mutmaßen. Vielleicht möchte ich mir beweisen, dass die Zigarette auf die ich nach 5 Wochen Abstinenz „neugierig“ bin, scheußlich schmeckt und ich bis jetzt alles richtig gemacht habe. Diese eine Zigarette würde mich aber mit viel zu großer Wahrscheinlichkeit wieder zur Raucherin machen, das weiß ich.
Aber was mache ich gegen diese, ich nenne sie mal „Neugier“? Und welche neue und seltsame Phase der Rauchentwöhnung hat da jetzt eigentlich wieder angefangen? Von Anfang an habe ich mich ja vom einen Stadium zum nächsten gehangelt. Tage der Gereiztheit, der Höchstmotivation, sportliche Tage, schwierige, verzweifelte und glückliche Tage. Tage, an denen ich das Gefühl hatte, auf etwas verzichten zu müssen und wiederum Tage, an denen ich mich frei gefühlt habe. Und jetzt, neue Etappe: Neugier und der Reiz „ des Verbotenen“? Irgendwie komme ich mir dabei ziemlich pubertär vor und das alles ist wahrscheinlich die Strafe dafür, dass ich überhaupt jemals mit dem Rauchen angefangen habe. Ich mag mich heute selbst nicht, also bis morgen!
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Foto: Paul-Georg Meister / pixelio.de
Habe mir heute mit meiner Freundin Steffi bestimmt eine Stunde lang SMS geschrieben. Ja, wir hätten auch gleich telefonieren können, aber telefoniert hat sie schon nebenbei, weil sie noch im Büro saß.
Steffi hat bereits vor einigen Monaten mit dem Rauchen aufgehört, und mir den Rücken gestärkt: „Sei stolz auf Dich“ hat sie geschrieben und „Halte durch, es lohnt sich. Auch wenn die Lust auf eine Zigarette nie so ganz verschwindet“. Ich frage mich: Warum? Warum verschwindet diese Lust bei vielen ehemaligen Rauchern nie so ganz? Es ist doch einfach nur ungerecht, Monate vielleicht sogar Jahre lang nicht geraucht zu haben und dann nach einer so langen Zeit wieder rückfällig zu werden.
Suchtexperten sagen, dass beim ersten Versuch ohne Unterstützung die Erfolgsquote bei höchstens 6 Prozent liegt. Was mich daran aufbaut sind zwei Fakten. Erstens: es ist nicht mein erster Versuch, zweitens: ich hatte Unterstützung. Zum Beispiel die Hypnose bei Dr. Jan T. Deichen aus Bergedorf hat mir sehr geholfen, aber auch der Versuch, mich mit Sport abzulenken. Nur bin ich nicht wirklich die Super-Sportskanone, also ist das mittlerweile auch wieder eingeschlafen. Aber beim Mountainbiken bleibe ich am Ball, hier kann ich mit meinem Fahrrad schön der seltenen Lust auf eine Zigarette „davon fahren“.
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Foto: JMG / pixelio.de
Fünf Wochen ohne Nikotin, Qualm und Abhängigkeit! Ich bin stolz auf mich. Ich habe nämlich am Wochenende auch ohne Zigaretten die Ostseesonne genießen können. Da war ganz schon was los, am Strand von Travemünde!
Ich werde immer mehr zur Beobachterin anderer Raucher, weil sie mich daran erinnern, was ich jetzt alles los bin. Ehrlicherweise muss ich aber zugeben, dass ich heute Zigarettenrauch in die Nase bekommen habe, von dem ich fand, dass er gut riecht. In der Spitalerstraße bin ich an einer Raucherin vorbeigelaufen, die vor der Deutschen Bank stand und auf jemanden gewartet hat. Sie pustete den Rauch direkt aus dem Mund, in dem Moment wo ich an ihr vorbeilief. Keine Ahnung warum diese Rauchwolke in meiner Nase ankam und ich das nicht als Gestank empfunden habe. Mir kam der Geruch eher vertraut vor und deswegen habe ich ihn nicht als negativ empfunden. Trotzdem glaube ich, das müsste eigentlich anders laufen.
Als überzeugte Nichtraucherin ist man doch der Auffassung, dass Zigaretten stinken und nicht gut riechen. Ist das jetzt ein Schritt zurück oder ganz normal? Erhöht sich gerade die Wahrscheinlichkeit, rückfällig zu werden oder mache ich nur eine weitere „Phase“ durch, auf dem Weg zur endgültigen „Nichtraucherin für immer“? An meiner Einstellung hat sich nichts geändert, ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass ich keine Zigaretten brauche um Stress abzubauen, mich besser zu fühlen oder mich damit für irgendetwas zu belohnen. Keinen Cent will ich mehr ausgeben für dieses Kraut und dessen Sklave sein, so viel steht fest.
Nur warum um alles in der Welt bildet sich meine Nase ein, der Zigarettenqualm einer wartenden Frau vor der Deutschen Bank würde gut riechen und so vertraut? Das muss eine „Fehlermeldung“ meines Gehirns gewesen sein, ganz einfach. Und daraus lerne ich, dass die Nikotinsucht weniger körperlich, als mental ein Problem ist. Lieber würde ich sagen, dass sie ein Problem „war“, aber manchmal holt einen eben diese „mentale Abhängigkeit“ noch ein. Wie eine kleine Gewitterwolke die plötzlich auftaucht und dann auch wieder verschwindet.
Ich wünsche mir also für die Zukunft einen strahlend blauen Himmel!
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Statistisch gesehen liegt die Lebenserwartung eines Rauchers um zehn Jahre niedriger als die eines Nichtrauchers.
Bei den Aussichten sollte ich eigentlich jetzt schon anfangen, Pläne für die zehn Extrajahre zu machen, die mir jetzt zustehen, oder? Nein, ganz ehrlich, ich habe andere Sorgen.
Was mir die größte Sorge macht, nachdem ich vor einem Monat meine letzte Zigarette ausgedrückt habe, ist: wird es weiterhin so einfach bleiben? Ich traue diesem Frieden nicht. Ich fühle mich gut, gesund, frei, zufrieden und stolz, aber hält dieser Zustand auch an? Oder kann da wieder einer dieser schlechten Tage kommen, an dem ich mir einbilde, eine Zigarette würde mir jetzt gut tun? Am Anfang ist das Verlangen nach Zigaretten ja noch groß und wird dann immer kleiner. Bereits nach 14 Tagen ist da schon ein großer Unterschied spürbar. Jedem noch so großen Verlangen nach einer Zigarette gibt man unter keinen Umständen nach, und es ist richtig harte Arbeit am Anfang.
Irgendwann ist es kein Problem mehr, aber kann es irgendwann wieder zu einem Problem werden? Als ich damals nach drei Monaten Nichtrauchen wieder angefangen habe, dachte ich, diese eine Zigarette könnte mir nichts anhaben, denn ich bin ja über die Sucht hinweg. Ich wurde also leichtsinnig und dadurch wieder zur Raucherin. Schön blöd! Ich wünsche mir keine Wiederholung.
Am Anfang war der Wunsch, niemanden zu enttäuschen, am größten. Meine Familie, meinen Freund Mathias, meine Freunde, Kollegen, niemanden wollte ich enttäuschen, wo sie mir doch alle sagen wie stolz sie auf mich sind, und dass sie Respekt davor haben, wie ich das durchziehe. Inzwischen hat sich das Blatt gewendet, mittlerweile möchte ich am allerwenigsten mich selbst enttäuschen. Ich werde einfach weiterhin so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig ans Rauchen denken, das hat in den letzten Tagen ja auch schon super funktioniert und das wird es auch weiterhin.
Schönes Wochenende!
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Seit einem Monat bin ich Nichtraucherin und mich schockt, wie viel Geld ich in zwölf Jahren für das Rauchen ausgegeben habe.
Heute bin ich genau einen Monat Nichtraucherin. Von einer Bekannten, die schon immer Nichtraucherin war, kam heute folgender Kommentar: „Mensch, eigentlich müsste ich mir mal ausrechnen, wie viel Geld ich schon gespart habe, dadurch dass ich nie mit dem Rauchen angefangen habe.“ Wichtig ist aber, das Geld tatsächlich auch auf die Seite zu legen. Ansonsten lautet das frustrierende Ergebnis: das gesparte Geld macht sich null Komma null bemerkbar, weil es sich dann eben auf andere Art und Weise vom Konto oder aus dem Geldbeutel verabschiedet.
Ich habe mit den Faktoren „Geld“ und „Rauchen“ etwas anderes ausgerechnet, nämlich wie viel Geld mich das Rauchen bislang gekostet hat. Machen Sie sich vorher am besten noch einen grünen Tee zur Beruhigung, setzen Sie sich, damit Sie nicht umfallen vor lauter Schreck und dann machen Sie sich bereit für die ungeschönte Wahrheit. In 12 Jahren waren das mindestens 14.000 Euro.
Ich war dem Wahnsinn nahe und habe es nochmal und nochmal ausgerechnet, immer wieder mit dem selben Ergebnis. Ich kann und will das immer noch nicht glauben. Aber das muss man sich ganz einfach mal bewusst machen, es vorübergehend als das empfinden was es ist, nämlich schockierend und dann einfach ein fröhlicher, glücklicher und offensichtlich auch reicher Nichtraucher bleiben.
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Foto: Günter Havlena / pixelio.de
Hamburg erlaubt wieder das Rauchen in Restaurants, also in abgetrennten Räumen. Ich finde das Quatsch und überflüssig, das würde ich auch sagen wenn ich noch rauchen würde.
Rauchen war einmal gesellschaftsfähig. Das habe ich erlebt, als mein Vater noch geraucht hat. Der durfte noch überall und ohne Einschränkung, sogar im Flugzeug und in der Bahn, rauchen. Das hat sich alles nach und nach verändert. Als ich noch geraucht habe, gab es für mich nichts Schlimmeres, als diesen separaten Raucherraum. Das gibt einem Raucher nur überdeutlich das Gefühl, ein sozialer Außenseiter zu sein. Dann sitze ich doch lieber im Restaurant, esse und gehe danach mal kurz nach draußen um eine zu rauchen oder ich lasse es. Es spielt außerdem auch eine Rolle in welcher Gesellschaft man ist. Wenn ein Raucher mit einem Nichtraucher essen geht, werden die beiden sich kaum in den abgetrennten Raucherbereich setzen, dafür müssten es schon zwei Raucher sein.
Wovon ich mich – auch jetzt als Nichtraucherin – nicht trennen kann, ist der Gedanke an Raucherkneipen. Ein Rauchverbot am Kiez zum Beispiel ist ein Bild, was ich mir nur schwer wenn überhaupt vorstellen kann. Mein subjektiver Eindruck ist, dass es hier immer mehr Raucher als Nichtraucher gegeben hat.
Ich glaube, dass irgendwann das Rauchverbot deutschlandweit einheitlich streng geregelt sein wird, davon ist auszugehen. In Ländern wie Australien darf man nicht einmal mehr an der Bushaltestelle eine rauchen. Bei all diesen Regelungen zum Nichtraucherschutz dachte ich als Raucherin noch: ich werde hier in meiner Freiheit eingeschränkt. Aber das widerspricht sich. Wenn man raucht, ist man nicht frei. Also wird der Raucher nicht in seiner Freiheit, sondern in seinem Suchtverhalten eingeschränkt.
Ich bin jedenfalls immer noch froh, nicht zu rauchen und zu erleben, wie das Leben trotzdem weitergeht. Denn davor haben die meisten Angst, wenn Sie daran denken aufzuhören: dass dann eine Freude, ein großer Genuss verloren geht, ohne Zigaretten. Ich kann allen Rauchern nur Mut machen: es geht gar nichts verloren, dafür gewinnt man Einiges. Ein paar Lebensjahre obendrauf zum Beispiel!
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Foto: Gisela Peter / pixelio.de
Ein ganz normaler Tag im Leben einer Nichtraucherin. Und mal wieder ist mir eine Veränderung aufgefallen.
Auf meinem Nachhauseweg muss ich immer an Wolsdorff, dem Tabakladen in der Spitalerstraße vorbei. Bis vor ein paar Tagen habe ich meinen Kopf immer absichtlich in die entgegengesetzte Richtung gedreht und weg von der „Versuchung“. Inzwischen gucke ich wieder hin, genauso wie an der Supermarktkasse. Dort blicke ich meiner alten Zigarettenmarke, den roten Gauloises, direkt „ins Auge“ und denke mir: „Lasst Euch doch von jemand anderem rauchen!“
Und als nächstes freue ich mich, wenn der erste Tag vergangen ist, an dem ich überhaupt nicht ans Rauchen gedacht habe. Die Gedanken daran werden ja jetzt schon täglich weniger und ich bin mir sicher, die härteste Phase überstanden zu haben, zu der ich vor allem die ersten fünf Tage zähle. Da dachte ich wirklich, ich muss die Wand hochgehen. Es fühlte sich manchmal ein bisschen wie Liebeskummer an. Total bescheuert eigentlich, aber so abhängig ist man als Raucher bzw. war es. Eine traurige Wahrheit der ich nie so richtig ins Auge blicken wollte.
Im Gegenteil, ich habe – wie viele Raucher – so dumme Sachen gesagt wie „Ich genieße es, warum sollte ich damit aufhören?“ oder „Nicht jeder Raucher stirbt an Krebs“. Nein, nicht jeder, aber jeder setzt sich dem erhöhten Risiko aus. Auf dem Weg zum Nichtraucher macht man definitiv eine Sinneswandlung mit, die kommt aber nicht von heute auf morgen. Und ich sage jetzt häufiger „Nein“. Kommst Du mit, eine rauchen? Hast Du Feuer? Hast Du eine Zigarette? Nein. Nein. Nein. Ich gebe zu, am Anfang war das noch ein „Nein“ mit einem leisen „Aber“ hinterher. Es ist mittlerweile einfach nur noch ein „Nein“, mit einem stolzen Lächeln hinterher.
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Happy und zufrieden, so sehe ich nach 4 Wochen Freiheit aus...
Das Leben ist schön! Und ohne Zigaretten ist es noch schöner! Es hat sich jetzt so langsam die Phase eingestellt, in der ich kaum noch daran denke. Ich mache mir also nicht mehr so oft bewusst, dass ich jetzt nicht mehr rauche oder dass ich normalerweise jetzt in dieser oder jener Situation zur Zigarette gegriffen hätte. Es ist einfach so und ich bin glücklich damit! Die Belohnung für die erste Woche in der ich leicht reizbar und stressanfällig war, ist eine inzwischen allgemein größere Gelassenheit. Mich hat es noch nicht einmal aus der Fassung gebracht, dass mein Kühlschrank vor Kurzem den Geist aufgegeben hat. Der gesamte Kühlschrankinhalt wartet jetzt auf meinem Balkon bis der neue Kühlschrank da ist. Ist umständlich, aber geht im Moment nicht anders.
Mein Freund Mathias und ich haben am Wochenende gemeinsam gekocht. Schweinefilet im Blätterteig mit Spätzle und Pilzrahmsoße. Yammie! Wahrscheinlich war ich zum ersten Mal eine richtig große Hilfe in der Küche und zwar beim Abschmecken der Soße! Wer seit 1 Monat nicht mehr raucht, bei dem werden die Geschmacksnerven wieder feiner. Das war sehr hilfreich für die Pilzrahmsoße.
Ich habe langsam das Gefühl eine Krankheit los geworden zu sein. Ich sehe das auch täglich wenn ich in den Spiegel gucke. Ich hatte als Raucherin nie eine Gesichtsfarbe, sondern immer irgendwie diesen grauen Schleier über dem Gesicht. Der ist weg und ich stelle fest, dass ich von Natur aus gar nicht so blass bin wie ich immer dachte. Der fahle Teint kam vom Rauchen. Mein Kopf ist außerdem von so einigen Illusionen befreit. Inzwischen glaube ich nicht mehr, dass eine Zigarette irgendetwas besser machen würde. Mich beruhigen, belohnen oder morgens wach machen würde. Sie würde nur eines: mich süchtig auf die nächste Zigarette machen und so würde das immer immer weiter gehen. Nein Danke! Um es abzukürzen: Rauchen ist Blödsinn und für nichts gut! Für einen Nichtraucher nichts Neues, für jemanden der mal geraucht hat: eine neue Weisheit.
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Was mag der Raucher gar nicht? Für eine Zigarette nach draußen zu gehen, wenn es nieselregnet...
Also: perfektes Nichtraucherwetter heute!
Ich freue mich jetzt auch wieder auf die Wochenenden, vor denen ich ganz am Anfang noch so Angst hatte. „Angst vor dem Wochenende“, das klingt ganz schön Banane, aber genauso war es. Weil der Gedanke ans Party machen und dabei keine Zigarette rauchen, nicht in meinen Kopf wollte. Das Geheimnis ist: wenn man es einmal gemacht und geschafft hat, merkt man, dass es halb so wild und halb so schwer ist.
Heute Abend werde ich mit meinem Freund Mathias beim Italiener sitzen und wenn die eine Flasche Rotwein schmeckt, wird noch eine zweite bestellt „aufs Wochenende und auf das Nichtraucherleben“. Nach der Pizza Salami mit extra Käse und vor dem Tiramisu zum krönenden Abschluss, werde ich nicht nach draußen gehen müssen um eine zu rauchen. Das habe ich immer am meisten gehasst, als ich noch geraucht habe: dass mir meine Nikotinsucht so viele schöne, entspannte Momente kaputt gemacht hat. Tolles Restaurant, feinstes Essen, ein leckerer Vino, ein gutes Gespräch und ich muss dringend vor die Tür eine rauchen. Nein danke! Nicht mehr mit mir.
Keine Sorge, ich werde jetzt nicht zu der Sorte „militanter Ex-Raucher“, die ja von allen die Schlimmsten sind. Selbst haben Sie Jahre oder Jahrzehnte lang geraucht, dann aufgehört und jetzt ekeln sie sich ganz offenkundig vor jedem Raucher. Und wenn der drei Meter entfernt von Ihnen steht, der Wind in die genau entgegengesetzte Richtung bläst, trotzdem fangen sie übertrieben an zu husten und sagen dem Raucher wie eklig sie seinen „Gestank“ finden. Sie haben anscheinend komplett aus ihrer Erinnerung gelöscht, dass sie selbst einmal geraucht haben.
Ich rebelliere nicht gegen Raucher, sondern gegen diese hässliche Sucht, die einen Raucher zum Sklaven macht. Es ist doch keiner gerne süchtig nach irgendetwas.
Ich fühle mich, als wäre ich über den Berg. Ich weiß aber auch, dass in jedem guten und schlechten Film der Gute vor dem Bösen wegläuft und in dem Augenblick, wo der Gute glaubt in Sicherheit zu sein, kommt der Böse von hinten und schlägt zu. Aber in den meisten Filmen gewinnt am Ende auch immer Gut gegen Böse. In meinem Film hoffentlich auch. Schönes Wochenende! Eure Nichtraucherin.
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Anke sagt Danke! Für die Hilfe der Radio Hamburg Hörer. Heute Morgen haben Sie mir verraten was man gegen den Heißhunger machen kann...
Der ist bei mir zur Zeit ziemlich groß und eine Nebenerscheinung der Rauchentwöhnung. Ich könnte an schlechten Tagen im Minutentakt essen. Die Tipps der Radio Hamburg Hörer: wenn essen, dann Obst und Gemüse. Es hilft auch Kürbiskerne zu kauen und einen Ausgleich durch Sport zu schaffen. Schön fand ich auch den Vorschlag, bei Hungerattacken einfach Zähne putzen zu gehen. Der Frischegeschmack im Mund, nimmt einem dann die Lust auf Essen. Tipps, die von ehemaligen Rauchern kommen die täglich ein bis zwei Schachteln geraucht haben.
Von ehemaligen Rauchern habe ich auch schon gehört, sie hätten in den ersten Wochen zwischen 10 und 20 Kilo zugenommen. Ich will nicht jammern, also noch nicht. Weil noch habe ich Kleidergröße 36, aber wenn das so weitergeht… Sicherheitshalber ist meine Waage gestern umgezogen: vom Badezimmer in die Abstellkammer und ich finde, dort steht sie erstmal gut.
Ich gucke gerade auf den Kalender und sehe, dass ich noch genau eine Woche vor mir habe. Dann bin ich seit einem Monat Nichtraucherin! Was mache ich dann? Eine Party für mich selbst feiern? Party ist immer gut, aber was noch besser ist: Sommerurlaub buchen! Und zwar von dem Geld, das ich mir bis dahin gespart habe, dadurch dass ich nicht mehr rauche. Wow, wenn ich noch ein wenig warte, könnte das fast für eine Fernreise reichen. Und wenn ich bis ans Ende meines Lebens Nichtraucherin bleibe, dann kaufe ich mir ein Ferienhaus auf Rügen und eine Finca auf Mallorca. Ich weiß, wahrscheinlich werde ich da noch ein bisschen was drauf legen müssen. Egal! Jeder motivierende Gedanke zählt!
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Nein, es gibt keine Fotos davon wie ich gestern in meinem Wohnzimmer stand und Yoga gemacht habe...
Der einfache, aber gute Grund dafür: das will keiner sehen.
Meine Playstation hat für eine halbe Stunde mit mir gesprochen und mir Anweisungen gegeben, wo ich wie meine Beine hinstellen soll und wann ich aus und wieder einatmen darf. Ich dachte ernsthaft Yoga hätte etwas Entspanntes, leider habe ich versehentlich denn Fortgeschrittenen-Modus ausgewählt und musste mich so sehr verrenken, dass mir sehr schnell wieder die Lust am Yoga vergangen ist. Dafür haben mich John und Horst heute Morgen auch nochmal schön ausgelacht. Naja, da stehe ich drüber, und Hauptsache ich halte meine Motivation weiterhin hoch, was das Nichtrauchen angeht.
Zur Unterstützung kann man ja auch noch andere schöne Dinge machen als Yoga. Ich drehe heute wieder ein paar Runden auf meinem Mountainbike bei dem Wetter und zum Mittagessen gibt es einen schönen Caesar Salad mit Putenbruststreifen. Ich habe ein bisschen zugenommen in den letzten Tagen und ich frage mich: muss das sein, dass man mit dem Rauchen aufhört und zunimmt? Das fördert nicht gerade die Motivation, sondern bremst sie eher aus. Es hat mich heute Morgen Anstrengung gekostet in meine Jeans hineinzukommen in die ich zuvor ganz locker reingeschlüpft bin. Na gut, im schlimmsten Fall wird es Sommer, ich liege im Bikini am Ostseestrand und hinter mir wird gesungen „Schiebt den Wal zurück ins Meer“. Macht nur! Aber dieser Wal, wird ein Nichtraucher-Wal sein!
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Wenn doch die Wochen die hinter mir liegen, schon Monate wären. Seit 3 Wochen rauche ich nicht mehr, und für 3 Monate war ich schon einmal Nichtraucherin.
Diesmal will ich nach 3 Monaten nicht wieder anfangen und ich werde es auch nicht. Das ist der Plan!
Inzwischen fragen mich die ersten Raucher nach Ratschlägen, viele sagen, sie hätten nicht gedacht, dass ich es schaffen würde aufzuhören und jetzt ist die Überraschung umso größer. Und natürlich auch die Neugier. Die Frage „Wie hat sie das gemacht?“ taucht auf. Aber ich finde das kommt zu früh, was sind denn schon 3 Wochen? Als mein großer Bruder damals aufgehört hat, hat er es für drei Jahre geschafft und dann wieder angefangen. Ich glaube er hat insgesamt vier oder fünf Versuche unternommen und sein letzter ist ihm dann gelungen. Er raucht jetzt bestimmt seit fast 10 Jahren nicht mehr. Aber wann kommt der Zeitpunkt wo man sagen darf „Ich habe es geschafft. Endgültig“? Ich habe keine Ahnung, aber ganz sicher nicht nach 3 Wochen.
Deswegen bitte ich einfach mal alle die von mir einen guten Ratschlag wollen, nett und freundlich darum, den Ball flach zu halten. Nur so viel: Rauchen ist kein Laster und auch keine Gewohnheit. Rauchen ist eine Sucht, und die Nikotinfalle ist eine ziemlich raffinierte. In der Rauchergesellschaft existiert die Illusion, dass Rauchen Freiheit, Genuss, Entspannung, eine Belohnung oder manchmal auch ein Trostpflaster sein kann. Das ist aber nur eine Fiktion unseres Gehirns und die entsteht durch die Nikotinsucht. Aber das wird einem erst klar, wenn man einmal geraucht und dann aufgehört hat und glücklich damit ist. Es ist ein bisschen so, als würde man hinter ein großes Geheimnis kommen, das aber nie wirklich eines war.
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Aus reiner Gewohnheit habe ich mir am Wochenende Streichhölzer aus meiner Lieblingsbar am Kiez mitgenommen...
Fast jeder dort hat geraucht, ich nicht. Und es war gar nicht mal so schwierig wie ich dachte. Aber interessant, andere Raucher zu „beobachten“. Je mehr Drinks, umso kürzer die Abstände zwischen zwei Zigaretten. Das war ja bei mir auch mal so und ist noch gar nicht so lange her.
Beim Alstereisvergnügen ging es für mich auch ganz ohne Zigarette und sogar fast ohne einen Gedanken daran. Das wiederum war keine große Leistung, weil ich auch viel zu beschäftigt damit war, mich nach fast 20 Jahren wieder einmal auf Schlittschuhen zu bewegen ohne dabei auffallend trottelig auszusehen.
Es gab nur diese eine Situation zwischen der Schinkenwurst-Bude und dem Stand an dem es Apfelpunsch gab. Davor war dichtes Gedränge und aus den Boxen kam DJ Ötzi. Ich hatte in der linken Hand die Schinkenwurst mit viel zu viel Senf darauf, in der rechten Hand den Becher mit Apfelpunsch. Wenn ich jetzt rauchen wollte, bräuchte ich eine dritte Hand, und eine vierte um sie mir überhaupt anzuzünden. Als Nichtraucher reichen einem zwei Hände meistens. Ich stelle mir solche Situationen gerne vor, weil ich dann erst so richtig froh bin, die Raucherei los zu sein. Gleichzeitig frage ich mich, ob das bis jetzt nicht alles viel zu einfach war. Wo bitte ist der Haken? Ist der Haken ein „Rückfall“ nach wenigen Wochen, Monaten, einem Jahr? Ich hoffe nicht. Aber davon fühle ich mich gerade auch meilenweite entfernt.
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Stellen Sie sich das Heulen einer Sirene vor, aufblinkendes Rotlicht, und der Ausdruck von Panik in meinem Gesicht.
Gestern Abend ging mir der Gedanke an eine Zigarette durch den Kopf und schlimmer noch: der Gedanke, dass mir diese Zigarette jetzt gut tun würde. Ich habe den Geburtstag eines guten Freundes vergessen, eines sehr guten Freundes! Pawel hat vor zwei Jahren meine Freundin Katharina geheiratet, ich war ihre Trauzeugin. Er ist ein toller Mensch, es gibt ihn nur in der „Gute-Laune-Ausgabe“, ihm macht das Leben an jedem Tag Spaß und das merkt man ihm auch an. Für seine Freunde würde er sich zerreißen. Und was mache ich? Ich vergesse seinen Geburtstag!
Am liebsten hätte ich meinen Kopf mehrmals hintereinander gegen die Wand geschlagen oder: eine geraucht. Beides ist auch ungefähr gleichermaßen „clever“. Als ich mich bei ihm entschuldigt habe, habe ich mich so geschämt, dass ich mich am liebsten hinter einer Zigarettenrauchwolke versteckt hätte. Gemacht habe ich es nicht, weil es mir dadurch auch nicht besser gegangen wäre. Mein Freund Pawel war mir auch nicht böse, nicht im Geringsten. Ich selbst war am meisten auf mich sauer.
Wenn ich es mir genau überlege, möchte ich meinen Kopf immer noch gegen die Wand schlagen. Pawel meinte nur, dass er dann meinen nächsten Geburtstag eben auch vergessen wird. Den Vorschlag habe ich sofort dankbar akzeptiert, weil ich ohnehin möchte, dass jeder meinen nächsten Geburtstag vergisst. Da werde ich 30. Und wenn das schon unbedingt sein muss, dann will ich wenigstens eine 30-jährige Nichtraucherin sein.
Und jetzt: ab ins Wochenende und zum Alstereisvergnügen!
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Foto: kristincs / pixelio.de
Auch wenn man als Nichtraucher eine bessere Durchblutung hat als ein Raucher, ohne Handschuhe aufs Alstereis zu gehen wird trotzdem mit steifen, kalten Händen bestraft.
Für eine halbe Stunde habe ich heute das Studio verlassen, um mir einen Eindruck vom Alsterwetter zu machen. Ich habe John und Horst außerdem ein bisschen Alstereis mitgebracht, für einen kleinen „Alstereiskaffee“. Bedenken hin oder her, sobald ich auf dem Eis stand, fühlte sich das wie Beton unter meinen Füßen an und sehr sicher. Immer sicherer fühle ich mich auch als Nichtraucherin, selbst in der Gesellschaft anderer Raucher. Zwei standen gestern mit mir an der Bushaltestelle und haben eine gequalmt. Der eine hat sich die Zigarette gerade erst angezündet, eine Minute später kam der Bus. So ging es mir als Raucherin oft und geärgert habe ich mich. Über den Bus natürlich und was der für ein schlechtes Timing hat. Was muss der auch jetzt kommen wenn ich mir doch gerade erst eine angezündet habe? Den Ärger spare ich mir mittlerweile.
Ich sollte langsam eine Strichliste führen, auf der ich täglich neue Haken mache, was mir jetzt alles erspart bleibt. GE-spart habe ich mir durch das Nichtrauchen übrigens schon knapp 100 Euro und das nach 2 ½ Wochen. Das übrige Geld macht sich allerdings nur dann bemerkbar, wenn man es auch wirklich in bar auf die Seite legt. Bleibt es auf dem Konto, gibt man es eben aus.
Übrigens: Meinen letzten, echten „Schmachter“ hatte ich am Wochenende, abends beim Rotwein trinken mit meinem Freund Mathias. Die ganze Woche über hat sich nicht im Geringsten das Bedürfnis nach einer Zigarette bemerkbar gemacht. Warum auch? Ich rauche ja nicht mehr.
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Nur der Blog erinnert mich heute an das Thema "Rauchen". Ich habe ansonsten gar nicht so viel Platz für irgendwelche Gedanken, die sich mit dem Rauchen beschäftigen.
Mein Kopf ist nämlich mit dem Planen des Wochenendes beschäftigt, nachdem wir heute alle erfahren haben, dass es ein Alstereisvergnügen geben wird! HURRA!
Ein Vergnügen wird auch der heutige Autoputztag, der ist bei mir jeden Mittwoch und nachdem ich jetzt ein Nichtraucherauto fahre, wird es nicht viel zu putzen geben. Was ich aber trotzdem auf meinem Auto habe, ist dieser weiße, kreideähnliche Film der sich durch das Streusalz auf dem Lack festgesetzt hat. Der kommt heute weg. Was wiederum bleibt, sind meine guten Vorsätze und die tragen die Überschrift „Jetzt erst recht“. Es kommt eine leichte „Euch-zeig-ich’s-allen-Stimmung“ auf und die Ex-Raucherin erreicht den Punkt, an dem sie einfach nur noch Fan ist von Ihrem neuen Leben.
Immer mehr Kleinigkeiten fallen auf. Zum Beispiel die noch feuchte Wäsche auf meinem Wäscheständer! Die riecht jetzt auch nach frischer Wäsche und nicht mehr leicht geräuchert. Ich fahre außerdem konzentrierter Auto, was daran liegt, dass ich jetzt nicht mehr während der Fahrt nach einem Feuerzeug in meiner Tasche suchen muss weil ich mir eine Zigarette anzünden will. Das war mal Alltag und ist mir nicht weiter aufgefallen, es fällt nur auf, wenn es nicht mehr stattfindet und alles irgendwie viel entspannter abläuft.
Als Raucher ist man ja irgendwie ständig im Stress und immer dabei irgendetwas zu suchen: Die Zigaretten oder das Feuerzeug, das Kleingeld für den Automaten, oder man sucht einfach nur nach der nächsten, günstigen Gelegenheit eine zu rauchen. Schön, das seit etwas mehr als zwei Wochen los zu sein.
Aber jetzt muss ich mich wieder der Wochenendplanung widmen. Alstereisvergnügen, ich komme!
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Ich hatte heute die zweite Hypnose-Sitzung bei Dr. Jan Thieß Deichen, der wieder zu uns in die Spitalerstraße gekommen ist.
Ich kann definitiv eines sagen: unter Hypnose vergeht einem das Rauchen so richtig. Direkt danach würde ich eher ein schimmeliges Brot mit Schimmelwurst und Schimmelkäse essen, als eine Zigarette rauchen. Mein voller Ernst!
Bei der Hypnose redet einem die Stimme des Hypnotiseurs so richtig ins Gewissen, das Unterbewusstsein öffnet sich und es bekommt Ohren und ein Gedächtnis, so ist mein Eindruck. Ich bin überzeugt davon, dass der Wille bereits vorhanden sein muss, weil der sich nicht herbeizaubern lässt. Die Hypnose kann es dann schaffen, diesen vorhandenen Willen zu stärken und bei mir scheint das wirklich gut zu funktionieren. Ich hatte meine zweite und damit letzte Sitzung. Wenn ich mir unsicher werden sollte, gibt es bei Dr. Deichen eine Nachbehandlung, die ich hoffentlich nicht brauchen werde.
Kurz nach der Hypnose habe ich mich noch etwas dösig gefühlt, so wie morgens kurz nachdem der Wecker geklingelt hat und jetzt bin ich einfach nur entspannt und weiterhin motiviert. Meinem Mountainbike werde ich heute Nachmittag wieder den Weg aus dem Keller ans Tageslicht zeigen und ich kaufe bei LIDL so viele Netze mit Blutorangen wie ich tragen kann. Nichts ist besser, als ein frisch gepresster Blutorangensaft und die Früchte haben momentan Hochsaison!
Nein, man muss nicht unbedingt Obst und Gemüse essen und mit Sport anfangen, sobald man mit dem Rauchen aufgehört hat. Aber es tut gut, und es passt so schön zum gesunden Nichtraucherleben dazu. Außerdem habe ich ein bisschen das Gefühl, als müsste ich mich bei meinem Körper "entschuldigen". Es ist einfach eine Wiedergutmachung.
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So sieht man aus, wenn man zwei Wochen lang nikotinfrei ist. Jetzt ist nur noch der Schal grau und nicht mehr die Gesichtsfarbe.
Ich leuchte also mit meinem beerenfarbenen Kapuzenpullover um die Wette und feiere heute zwei Wochen Rauchfreiheit! Yes Baby!
Mein persönliches Durchhalte-Rezept: Sport als Ausgleich! Am Wochenende hat mein Freund Mathias wieder mein Mountainbike fit gemacht und ich stand am Sonntag in der Tennishalle in Stellingen. Meine Rückhand ist immer noch schlecht, aber ansonsten ist Tennis echt wie Fahrrad fahren, man verlernt es nicht. Zuletzt habe ich gespielt, da war ich 13 und ich hatte echt wieder großen Spaß daran. Kein Spaß ist der Muskelkater am Tag danach, schreien und weinen möchte ich bei jedem Schritt die Treppe nach oben. Dagegen gibt es heute Abend eine sehr heiße Badewanne.
Ich fühle mich ansonsten wirklich gut und vor allem so frei! Letzteres ist wirklich das schönste aller Gefühle. Man spürt nach zwei Wochen nichtrauchen, dass man tiefer und voller atmet. Wenn ich jetzt zur Bushaltestelle sprinte, weil der Bus wie immer zu früh da ist, dann bin ich nach den wenigen Metern nicht gleich außer Atem. Auch nicht, wenn ich mit zwei Einkaufstüten, die jeden Moment platzen werden, die Treppen zu meiner Wohnung hoch laufe.
Das fühlt sich gut an, aber wie gesagt, das schönste Gefühl ist das der neugewonnenen Freiheit. Kein Sonntagabend mehr an dem ich es auf dem Sofa so schön und so gemütlich haben könnte und trotzdem nach draußen in die Kälte muss,weil ich keine Zigaretten mehr habe. Weg fällt auch die nervige Situation, kein Feuerzeug zu finden und auf der Suche nach einem, wie ein aufgescheuchtes Huhn auf Ecstasy durch die Wohnung zu rennen.
Ich spüre Freiheit und ich mag sie nicht mehr her schenken.
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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
"Wenn ich in meinem nächsten Leben als Zigarette wiedergeboren werde, dann lerne ich sprechen."
Und dann werde ich zu jedem, der mich anfasst, sagen: „Finger weg von mir! Such dir einen anderen Freund.“
Als ich angefangen habe zu rauchen, bin ich noch zur Schule gegangen und hatte Freunde die nur cool waren, wenn sie eine Zigarette geraucht haben ohne danach zu husten. Tolle Freunde! Leider waren es meine Freunde und die haben mich natürlich beeinflusst. Ich glaube, kein Raucher würde noch einmal von dieser einen, ersten Zigarette ziehen, wenn er die Zeit zurückdrehen könnte.
Ich war 16 als meine Mutter eine Zigarettenschachtel in meiner Hose gefunden hat, die ich in die Wäsche geworfen hatte. Ich habe versucht, das Ganze auf meine Austauschpartnerin zu schieben. Julie aus Cormeilles bei Paris war für zehn Tage bei uns. Julie machte allerdings einen so durch und durch braven und anständigen Eindruck vor meiner Mutter, dass die mir kein Wort glaubte. Also habe ich irgendwann zugeben müssen, dass nicht Julie die Raucherin ist, sondern ich. Das große Donnerwetter blieb aus, weil meine Mutter selbst einmal geraucht hat, genauso wie mein Vater und mein großer Bruder. Die haben es mir alle vorgemacht und was noch viel schlimmer ist: ich war doof genug es nach zu machen.
Zurück zum „vormachen“: ich zeige mir selbst, wie ohne Zigaretten alles genauso geht wie vorher auch, vieles sogar besser. Nur das Wochenende bleibt eine Ausnahme, vorausgesetzt ich entscheide mich für „Party“ an Stelle von „Sofa“. Das bleibt definitiv die größte Herausforderung für mich, die noch „neu“ ist im Kreis der Nichtraucher. Und jetzt auf in mein zweites, rauchfreies Wochenende!
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Ich war Einkaufen! Und das sind alles Dinge die ab sofort noch besser schmecken als zuvor.
Meine Geschmacksnerven werden langsam empfindlicher und mal ganz ehrlich, so gut hat der Serrano-Schinken zusammen mit der Aioli-Creme auf Weißbrot auch noch nie geschmeckt.
Es wird jeden Tag leichter: Rückblickend waren die ersten fünf Tage wirklich noch die schlimmsten. Aber sobald man begriffen hat, das einem nichts „fehlt“, sondern das man sich von etwas „befreit“ hat, ist man schon ein großes Stück weiter. Vielleicht noch nicht über den Berg, aber auf dem direkten Weg zum Gipfel. Zusätzlich kommt wirklich von allen Seiten Unterstützung, dank Ihnen, den Radio Hamburg Hörern! Ich habe jeden Tag fast 20 E-Mails in meinem Posteingang mit Durchhaltetipps und ganz oft lese ich auch einfach nur ein „Weiter so!“, das hilft natürlich ungemein. Dankeschön!
Ach, und wie schön es ist, morgens in mein Auto zu steigen, das nicht nach kaltem Rauch stinkt. Und wenn ich nach Hause komme, riecht es in meiner 2-Zimmer-Wohnung im 2. Stock allerhöchstens nach dem Essen vom Vorabend, und nicht nach Rauch. Das finde ich alles ziemlich gut.
Nicht gut finde ich, dass ich mir selbst nicht traue und dass mir ein Bild immer noch nicht so ganz in den Kopf will: wie ich an einem Samstagabend in meiner Lieblingsbar meinen Lieblingscocktail trinke und dabei keine Zigarette rauche. Dieses Bild wirkt vor meinem inneren Auge wie eine blonde Mona-Lisa! Das kann ich mir so gar nicht vorstellen. Aber wahrscheinlich muss ich das einfach mal „üben“, so wie ein kleines Kind, was vorher mit Stützrädern Fahrrad gefahren ist und jetzt lernt, wie es ohne auch geht.
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Heute kam Post! Dr. Stefan Frädrich hat mir sein Buch "Günter, der innere Schweinehund wird Nichtraucher" geschickt. Dankeschön!
Gemeinsam mit diesem Buch liegt noch ein zweites bei mir zu Hause neben dem Bett: „Für immer Nichtraucher“ von Allen Carr. Sein erstes Buch „Endlich Nichtraucher“ was zum Bestseller wurde, habe ich schon vor längerer Zeit gelesen. Die Fortsetzung davon geht noch tiefer ins Detail. Er lebt heute nicht mehr, aber Allen Carr war ein Held! Von täglich 60 bis 100 Zigaretten ist er runter auf 0, nachdem er 40 Jahre über geraucht hat. Und anderen Rauchern hat er mit seinen Seminaren und Büchern gezeigt, wie einfach es sein kann aufzuhören.
Ich kann sagen: So ein Buch als Ratgeber, als neugewonnene Philosophie, ist eine hilfreiche Unterstützung. Aber in der Praxis ist es nicht immer ganz so einfach wie in der Theorie. Gestern Abend hatte ich wieder einen kleinen Schmachter auf eine Zigarette, aus reiner Gewohnheit. Die typische „Belohnungszigarette“ nach einem langen Tag an dem man viel geschafft hat. Ich habe sie NICHT geraucht, dafür aber festgestellt, dass ich mich dann eben mit anderen Dingen belohnen muss.
Ich mache also in den nächsten Tagen mal wieder einen Termin bei der Kosmetikerin, gehe ausgiebig Shoppen und kaufe mir kuschelige Winterpullis, die alle zusammen die ganze Farbpalette abbilden und ich toppe das Ganze noch mit einer fetten Currywurst mit Pommes, die es heute zum Mittagessen gibt. Oh yeah! Das ist genug Belohnung. Fürs Erste…
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Anke wird hypnotisiert.
Der Tag, an dem ich hypnotisiert wurde
Herr Dr. Jan Thieß Deichen aus Bergedorf kam zu uns in die Spitalerstraße. Für eine Stunde lag ich da und hörte einfach nur auf das, was seine Stimme mir sagte. Das waren Dinge wie "Du bist ab sofort konsequent abstinent", "Zigaretten interessieren Dich nicht mehr", "Dein Körper ist Dein Zuhause und Du wirst ab sofort gut zu ihm sein." Bei der Hypnose bin ich nicht in einen Tiefschlaf gefallen, aber durchaus in einen Dämmerzustand, wie kurz vor dem Einschlafen. Ich fühlte mich gut danach, wie nach einem langen Urlaub mit viel Ruhe und Entspannung, oder wie nach einer Massage mit anschließender Sauna -und Dampfbad-Programm. Irgendwann fühlte sich mein Körper nicht mehr wirklich "anwesend" an, nur noch der Kopf und seine Gedankenwelt.
Und noch etwas bewirkte die Hypnose-Sitzung: auf dem Heimweg hielt ich noch beim Supermarkt, weil zuhause das Katzenfutter mal wieder ausgegangen ist. Am Eingang zum Supermarkt stand ein Mann, Mitte 50, frierend und rauchend. Ich ging an ihm vorbei und rein in den Laden. Dabei zog mir seine Rauchwolke direkt in die Nase und in mir kam ein "Igitt-Gefühl" auf. Zum ersten Mal! Lange Zeit fand ich, dass Zigaretten so etwas Ähnliches wie "duften", auf jeden Fall mochte ich den Geruch. Auf einmal nicht mehr? Sollte das wirklich so einfach sein? Schwer zu glauben, aber ich gebe mich dem gerne so hin, in der Hoffnung mir bleibt dieses "Igitt-Gefühl" erhalten. Aber weshalb zweifle ich eigentlich jeden Tag so hartnäckig an mir? Es ist vielleicht alles zu schön um wahr zu sein oder: es ist auf einmal alles ein bisschen ZU einfach. Wenn jeder so leicht und problemlos aufhören könnte zu rauchen, dann würde er es doch tun... ich warte einfach ab und überrasche mich selbst.
Auf jeden Fall geht so langsam das anfängliche Leiden, die vermeintliche Qual und der "Verzicht" über in Stolz, Stärke und Vorfreude. Wie toll es sein wird, beim nächsten Langstreckenflug nicht die Erste zu sein, die aus dem Flieger und zur Raucherzone hetzt! Oder abends beim Italiener, wie schön es sein wird einfach nur da zu sitzen, gut zu essen und dazu einen schönen Bardolino oder Valpolicella zu trinken. OHNE auch nur EINEN Gedanken daran zu verschwenden wann ich mal kurz nach draußen verschwinde um eine zu rauchen. Neues, freies Leben, ich freue mich auf Dich!
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Foto: Dieter Schütz / pixelio.de
Am Wochenende stand Anke mit ihrem Freund das erste Mal in einer Squash-Halle.
Ich feiere heute eine Woche Rauchfreiheit und fühle mich gut!
Die Begleiterscheinung des Ganzen sind viele neue Erfahrungen, die ich zum Beispiel am Wochenende gemacht habe. Letzten Samstag bin ich das erste Mal in meinem Leben an einem Samstagabend um neun auf meinem Sofa eingepennt und daraufhin zu Hause geblieben. Am Sonntag darauf stand ich mit meinem Freund Mathias plötzlich in einer Sporthalle und habe Squash gespielt! Das war für mich ebenfalls eine Premiere. Allerdings ist Squash nicht meine Sportart, irgendwie komme ich mir total blöde dabei vor, auf eine weiße Betonwand zu spielen und einen viel zu kleinen Ball mit einem ebenfalls sehr kleinen Schläger zu schlagen. Da spiele ich lieber Badminton oder Tennis, beides kann man nämlich auch unter freiem Himmel spielen.
Diese Squash-Halle mit ihrem künstlichen Licht hat mich irgendwie total frustriert. Genauso wie die Tatsache, dass ansonsten nur Profis auf den anderen Courts gespielt haben. Oh mein Gott, für die muss das eine Tragik-Komödie gewesen sein, mir zu zusehen. Aber Hauptsache ich habe mich bewegt und meinen Körper gespürt, der sich rauchfrei wesentlich besser anfühlt.
Mittlerweile bekomme ich auch erste Komplimente wegen meiner frischen und rosigen Gesichtsfarbe. Mehr davon! Ich bin auch nur eine Frau und höre Komplimente gerne! Mein Freund Mathias hat mittlerweile nur noch wenige Komplimente für mich übrig, ihm schlägt momentan in unserer Wochenendbeziehung ein ganz rauer Wind entgegen. Er sagt, ich würde Achterbahn fahren mit meinen Launen und ich wäre sehr schnell, sehr gereizt. Ich verteidige mich: wenn er in einen Hundehaufen sappt und diesen halb tödlichen Geruch mit in mein Auto trägt und dort den platt getretenen Hundehaufen auf der Fußmatte verteilt (ohne es selbst zu riechen), dann kann man sich darüber schon mal aufregen. Nur ein kleines bisschen!
Na gut, trotz meiner Launen (eben genanntes Beispiel war ja nur ein kleiner Auszug), sind wir noch zusammen. Da muss er durch, nicht nur ich. Noch etwas ist mir aufgefallen: Es hätte keinen besseren Zeitpunkt geben können um mit dem Rauchen aufzuhören. Bei der fiesen Kälte die Hamburg mittlerweile erreicht hat, möchte ich nicht draußen stehen und eine rauchen.
Anke versucht mit Cocktailtomaten das erste Nichtraucher-Wochenende zu überstehen.
Wow, ich bewege mich auf mein erstes Wochenende als Nichtraucherin zu.
Mit den folgenden Waffen: Cocktailtomaten! Die stehen jetzt während ich den Blog schreibe, neben mir auf dem Tisch. Gut, man kann die Tomaten jetzt nicht anzünden und rauchen aber das macht nichts.
Mal im Ernst: Ich komme klar! Zigaretten haben meinen kompletten Alltag begleitet und jetzt tun sie es ganz einfach nicht mehr, eigentlich ist es nicht mehr als ein Umdenken und Umstrukturieren. Wie das Ändern eines Busfahrplans und vielleicht werden noch ein paar Haltestellen verlegt, so in etwa. Nur vor dem Wochenende habe ich ein bisschen Angst. Ein Abend auf dem Kiez und viel zu viele Versuchungen... Vielleicht wird mir das nicht im geringsten etwas anhaben, aber ich weiß es eben nicht und muss das auf mich zukommen lassen. Vielleicht mache ich es mir auch so einfach wie möglich und setze mal ein Wochenende aus und bleibe zu Hause. Ich werde mir das offen halten. Andere Idee: Ich könnte am Wochenende Joggen gehen. Nicht gleich um die Alster, aber als Anfang reicht auch der Bramfelder See. Auch das lasse ich offen weil ich kein Planungsmensch bin. Das Einzige, was ich plane ist: Weitermachen wie bisher. Ohne Stinkstummel. Schönes Wochenende!
Anke beim Vorgespräch mit Dr. Jan Deichen.
Auf dem Weg nach Bergedorf war ich ziemlich aufgeregt. Ich sollte ja heute meinen Hypnose-Arzt kennenlernen.
Herr Dr. Jan Deichen ist hauptberuflich Radiologe, die Hypnose übt er aus Überzeugung und aus Leidenschaft nebenher aus. Er ist der typische Vertrauensarzt, bei dem ich mich heute im Vorgespräch sofort wohl gefühlt habe. Er wollte wissen, wie oft ich nachts träume, wie intensiv diese Träume sind. Auch was ich im Moment mache, sollte mich die Lust nach einer Zigarette packen, und in welchen Situationen ich vorher immer zur Zigarette gegriffen habe. Und jetzt wird‘s abartig. Ich habe meistens in Stresssituationen geraucht und gleichzeitig wenn ich entspannt war, das sind Gegensätze und das macht überhaupt keinen Sinn. Genauso wie das Rauchen an sich! Wieder ein Licht mehr, was mir aufgegangen ist.
Auf Dr. Deichens Arbeit bin ich wirklich gespannt bis zum Platzen. Wir haben ja bereits für nächste Woche den ersten Termin zur Hypnose vereinbart. Das wird ein heißes Tänzchen!
Nach dem Besuch bei meinem neuen Hypnose-Arzt habe ich mein Auto auf dem Kaufland-Parkplatz abgestellt und erst einmal die Obst und Gemüseabteilung leer gekauft! Mir ist jetzt irgendwie nach Gesundem. Ich habe 12 Jahre lang Gift und Dreck inhaliert, jetzt brauch ich etwas das grün ist und Vitamine hat. Zur Kasse habe ich letztendlich grüne Äpfel, zwei Gurken, zwei Netze voll mit Orangen, Babykarotten und Cocktailtomaten getragen. PS: für Karotten war ich ansonsten nie zu haben. Naja und alles andere: eine seltene Erscheinung auf meinem bisherigen Speiseplan!
Aber das Nichtraucher-Leben ist eben ein anderes, als das Raucher-Leben, sage ich mir. Eine weitere neue Erfahrung mache ich an der Kasse: Ich gucke auf die Wand mit den Zigaretten, starre meine alte Marke an und habe Angst, dass gleich etwas Unschönes passiert. Tut es nicht. "Nur gucken, nicht anfassen!" denke ich, ignoriere einfach die rote Schachtel und öffne meinen Geldbeutel um für Obst und Gemüse zu bezahlen. 6 Euro. Naja, so viel werden die Zigaretten pro Packung irgendwann auch kosten und die verkürzen mein Leben. Das andere verlängert es im besten Fall sogar.
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Schafft Anke den Schritt zur Nichtraucherin?
Mir das selbst einzugestehen, ist ganz schön schwer.
Nein! Ich habe nicht wieder angefangen zu rauchen, aber es fällt schwer, den Gedanken an das Rauchen zu verdrängen. Täglich ist es Thema in der Radio Hamburg Morning-Show, meine Familie ruft mich jeden Tag an und will wissen wie es “der Nichtraucherin” geht. Wie soll ich da nicht daran denken? Die erste Nacht in der ich kaum geschlafen habe hat sich wiederholt. Ich habe also in den letzten zwei (!) Nächten zusammengezählt vielleicht zwei bis drei Stunden geschlafen, was nichts ist. Und wie ein Nichts fühle ich mich dadurch auch. Allein nur durch den Schlafmangel, nicht durch das fehlende Nikotin.
Oft genug habe ich jetzt schon gelesen und gehört, dass das Nikotin an sich keine Entzugserscheinungen hervor ruft, die nicht problemlos auszuhalten wären, am schwersten macht es einem das Gehirn, was manchmal immer noch in seiner alten Denkfalle sitzt. Und mal ehrlich, wäre Nikotinentzug so heftig, würde man doch als Raucher auch mitten in der Nacht während 6 bis 8 Stunden Schlaf (und Entzug) aufwachen, weil der Körper nach einer Zigarette verlangen würde. Zur Erinnerung: mein Schlafmangel kam durch die Akupunktur-Nadeln in meinem Ohr. Ich schlafe nachts immer ohne Kissen und auf dem Bauch und das ging einfach nicht. Ich konnte mit den Nadeln in meinem Ohr keinen richtigen Schlaf finden.
Heute hat Heilpraktikerin Anke Reutenauer die Nadeln entfernt und die Akupunktur-Behandlung ist damit abgeschlossen. Das war einfach nicht die richtige Lösung für mich. Jetzt soll dann mal mein Wille zeigen, was er kann. Aber dadurch, dass die Akupunktur und die homöopathischen Mittel bei mir keinerlei Wirkung oder körperliche Veränderung gezeigt haben, bin ich mir sicher, dass allein mein Wille sich bereits seit zwei Tagen durchsetzt. Es würde mich auch interessieren, mal eine Hypnose auszutesten. Dabei muss ich an “Asterix erobert Rom” denken. “Bei Osiris und bei Apis! Du bist ein Wildschwein, Du bist ein Wildschwein!” – ist natürlich gefährlich. Ich möchte nach der Hypnose kein Wildschwein sein, aber weiterhin eine überzeugte Nichtraucherin. Ich glaube, das Risiko gehe ich ein. Und falls es schief geht, dann bringt mich einfach in den Wildpark Lüneburger Heide! Zu den anderen Wildschweinen.
Ich komme nach einem Mittagessen-to-go vom Döner-Imbiss nach Hause und stelle ein ganz neues Problem fest.
Nachdem sich dieser Döner (fleischig, saftig, üppig und sehr lecker) in meinen Magen verabschiedet hat, sind gerade einmal zehn Minuten vergangen und ich könnte schon wieder etwas essen. Nicht weil ich immer noch oder schon wieder Hunger habe, sondern weil Essen eine Beschäftigung ist, die von dem möglichen Gedanken an eine Zigarette ablenkt. Ob das bescheuert ist? Ziemlich, aber genau so ist es. Ich entscheide mich für einen Becher Joghurt und lasse es gut sein. Denn ich will Nichtraucherin sein, aber eine die noch durch eine Tür passt.
Meine Gedanken kreisen seit Kurzem ziemlich oft. Zum Beispiel um die Frage, wo die Logik bleibt. Die Logik bei der Tatsache, dass ich eigentlich nichts machen, nur etwas lassen muss und genau das ist in manchen Moment gar nicht so einfach. Also nächste Frage: was ist einfach für einen Raucher der aufhören will? Das Beste ist Ablenkung, einfach nicht an die Zigarette denken. Das funktioniert in der Theorie, in der Praxis leider nicht. Seitdem von mir der erste Satz kam “Ich höre mit dem Rauchen auf” hörten auch die Fragen und Kommentare nicht mehr auf. Freunde, Kollegen, die Familie, jeder hat etwas dazu zu sagen oder hat Fragen. “Und? Wie ist das mit den Nadeln in Deinem Ohr? Hilft’s?”, “Hast Du noch manchmal Lust auf eine Zigarette?”, “Wie lange rauchst Du jetzt nicht?”, “Aber was machst Du denn wenn Du Lust auf eine Zigarette hast?”. Am liebsten würde ich all diesen Fragen mit einer einzigen Antwort begegnen. Und die lautet: “Themawechsel”. Ich will nicht ans Rauchen denken, also auch nicht darüber reden. Problem: ich arbeite beim RADIO! Nicht reden: is’ nicht!
Ach ja, es gibt noch eine weitere Frage, die ich in letzter Zeit oft höre: “Wie geht’s Dir?”. Dabei hat Kollegin Karen Motzke aus der Redaktion einen wunderschön sorgenvollen, fast mütterlichen Ausdruck in ihren Augen. Mir geht es gut, aber das schwankt. Seit der ersten Nacht fühle ich mich innerlich nervös und unruhig, und daran ist nicht der Nikotinentzug schuld, sondern die eine Stunde Schlaf die ich hatte. Ich bin Bauchschläfer und mit den Nadeln in meinem Ohr habe ich mich nicht getraut, mich auf den Bauch zu legen, den Kopf und das Ohr seitlich nach links oder rechts direkt auf der Matratze liegend. Theoretisch ist das kein Problem, aber praktisch funktioniert das bei mir nicht. Nur wenn ich auf dem Rücken liege und der Kopf nach oben zur Decke zeigt, fühle ich mich wohl mit diesen Nadeln, aber einschlafen kann ich so nicht. Zumindest war das die erste Nacht so. Wenn sich das jetzt heute wiederholt, kommen mir echte Zweifel wie das Projekt “Akupunktur” erfolgreich weiter gehen soll. Ich werde heute mal meine Heilpraktikerin anrufen. Hoffentlich hat die nicht so viele Fragen, sondern lieber ein paar Antworten!
Am Montag (23.01.) hat Anke ihre hoffentlich letzte Zigarette geraucht.
Bramfeld, 19:37 Uhr
Wenn die Uhr auf 19 Uhr 50 springt, dann ist meine letzte Zigarette genau 12 Stunden her. Und 12 Jahre ist es her, dass ich mit dem Blödsinn überhaupt angefangen habe. Wir halten also die magische Zahl “12” fest, freuen uns des Lebens, bleiben aber gleichzeitig ehrlich ohne uns etwas vor zu machen. PS: Ich rede gerne in der “Wir-Form”. Ich fühle mich dann nicht so alleine mit meinem “Problem”. Als ich heute kurz nach 14 Uhr aus der Naturheilpraxis in Wandsbek von meiner allerersten Akupunktursitzung gekommen bin, dachte ich: “Wow, ich fühle mich total entspannt. Und das letzte was ich empfinde, ist die Lust auf eine Zigarette.” Ich empfand dieses Gefühl sofort als unnatürlich. Welcher Raucher ist denn bitte entspannt, wenn er aufhört? So stellt man sich die ersten Stunden seines Entzuges ja nicht vor. Aber genauso verliefen sie. Total entspannt! Ich bin ins Auto gestiegen, während der Fahrt zieht jemand aus einer Parklücke raus und mir direkt vor die Nase so dass es fast eine Vollbremsung braucht um nicht mit meiner Motorhaube im Kofferraum des anderen zu landen. Ein Moment, in dem ich mir noch vor ein paar Stunden eine Zigarette angesteckt hätte, daran denke ich auch, tue es aber nicht. Weil ich bin ja gerade so herrlich entspannt.
Zuhause angekommen, steht auf meinem Couchtisch ein Aschenbecher mit drei ausgedrückten Zigaretten darin und ich rieche daran. Ganz schön eklig. Die Kippen kommen in den Müll, der Aschenbecher auf den Balkon und ich lüfte erst einmal die Wohnung ordentlich durch. Ich atme die frische Luft meines neuen, schönen Lebens ein! Aber das Ganze hat einen hässlichen Haken: es bleibt nicht so schön wie es sich anfangs anfühlt. Ich überprüfe nachmittags immer wieder ob die kleinen Nadeln noch in meinem Ohr sind und an der richtigen Stelle. Ja sind sie. Nur scheinen sie nicht mehr zu “wirken” wie am Anfang. Oder habe ich mir vor lauter Euphorie und Tatendrang nur gewünscht, dass sie mir helfen und in Wirklichkeit sind sie einfach nur da und völlig ohne Wirkung? Die Heilpraktikerin hat gesagt, ich solle sie anrufen wenn es Probleme gibt. Ich werde sie heute Abend nicht anrufen. Weil ich mir arm vorkomme bei dem Gedanken, dass ich am ersten Tag bzw. Abend schon anfange zu schwächeln. Ich will stark sein, und stark bleiben. Verdammte Zigaretten! Ich hasse Euch! Nie wieder auch nur eine von euch in meinem Mund!
Ich werde langsam sauer auf die Dinger aber noch viel mehr auf mich selbst. Weil es sich an diesem Montagabend zuhause ohne Zigaretten anfühlt, als hätte jemand den Strom oder das Wasser abgestellt. Irgendetwas, das ich brauche, fehlt. Und das sollte sich so nicht anfühlen. Denn ohne Zigaretten fehlt einem faktisch nichts, aber das Raucherhirn gaukelt es einem vor. Schlimm ist, dass ich das weiß, aber mein Gehirn diese Botschaft nicht weitersendet an den Rest meines Körpers. Denn der möchte jetzt, Montagabend gleich 8 Uhr, gerne eine rauchen. Eine nur. Ich habe eine bessere Idee. Ich werde heute einfach sehr, sehr früh ins Bett gehen.
Heute ist der Weltnichtrauchertag. Endlich auch einmal für mich...
Herzlichen Glückwunsch an alle ehemaligen Raucher und an mich selbst. Zum Nichtrauchertag! Muss ich mir jetzt auch selbst ein Geschenk kaufen? Ich verzichte einfach mal darauf und freue mich einfach nur, dass es jetzt 4 Monate sind, die ich Nichtraucherin bin. Ein Gefühl von Freiheit, Entspannung, Zufriedenheit, Freude und Stolz. Jeder Ex-Raucher kann das mit Sicherheit nachempfinden. Bestimmt auch jemand, der es nach einer gewissen Zeit geschafft hat abzunehmen, sich jetzt selbst im Spiegel anschaut und zu seinem Spiegelbild sagen kann: "Ich bin stolz auf mich".
Ich möchte alle Raucher motivieren indem ich Ihnen sage: einen Versuch ist es auf jeden Fall wert. Und solltet Ihr scheitern, habt Ihr nichts verloren. Dann bleibt ganz einfach alles wie es vorher auch schon war. Wenn Ihr es aber schafft, dann habt Ihr vieles gewonnen. Vor allem Freiheit und ein gutes, neues Gefühl. Es ist als hätte man eine jahrelange Haftstrafe abgesessen und sich dann selbst aus seinem eigens gebauten Gefängnis befreit.
Demotivierend ist es manchmal nur zu hören, dass man ja "erst nach einem Jahr so richtig über den Berg ist". Das mag stimmen. In diesem Fall liegen noch 8 Monate vor mir. Aber wisst Ihr was? Die kriege ich auch noch rum!
Eure Nichtraucherin.
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