Radio Hamburg

"Chernobyl"

Supergau: Influencer, Serien und Umweltkatastrophen

Hamburg, 13.06.2019
Tschernobyl

Verlassener Freizeitpark in Tschernobyl.

Seit der Austrahlung der HBO Serie "Chernobyl" sind die Buchungen für Ausflüge nach Tschernobyl um ein Drittel gestiegen.

Kaum zu glauben aber wahr: Tschernobyl ist mittlerweile ein beliebtes Reiseziel. Es werden jedes Jahr mehr Menschen, die den Ort, an dem der schreckliche Unfall 1987 stattfand, besuchen wollen. In der schlagartig verlassenen Stadt gibt es heute allerhand zu sehen. Das geht von verlassenen Operationssälen bis hin zu Mathe-Arbeiten die bis heute niemand kontrolliert hat.

Serie löst Hype aus

Seit dem Erfolg der HBO Serie „Chernobyl“ verzeichneten die Veranstalter der Ausflüge zu dem alten Reaktor fast ein Drittel mehr Buchungen. Besonders Fotografen zieht es an den Ort, an dem wie sonst nirgendwo in die Vergangenheit geblickt werden kann. Die Serie „Chernobyl“ erzählt die Geschichten des verheerenden Unfalls. Von Feuerwehrmännern, die nukleare Verbrennungen erlitten, bis zu einer alten Frau, deren Kuh getötet wurde, um sie aus ihrem Haus zu zwingen, damit sie gerettet werden kann, zeigt die Serie welche Folgen die Kernschmelze in Tschernobyl hatte. 

Geschmacklose Bilder

Mit Kameras kommen auch immer öfter Influencer, die für das „besondere Bild“ in der Stadt posieren. Dabei werden die Grenzen des guten Geschmackes immer weiter ausgetestet und auch überschritten. Einige vergessen wohl, dass der havarierte "Reaktor Vier" in Tschernobyl viele Opfer forderte und bis heute eine der größten Umweltkatastrophen ist.

Dieser Post zum Beispiel hat mehr Kommentare als Likes, was zeigt wie aufgebracht einige sogar auf Instagram sind - das Netzwerk ist sonst eher nicht Raum für Diskussionen.

Mehr zu Serien und Filmen, könnt ihr euch in unserem Kino Podcast „Weggesuchtet“ anhören.