Radio Hamburg

"Veronika, der Lenz ist da"

Und das bedeutet für viele: Heuschnupfen-Alarm!

Hamburg, 01.04.2020
Birke, Pollen, Heuschnupfen

Allein der Anblick von Birken-Kätzchen bringt so manchen Allergiker zu spontanen Nies-Anfällen

Fast alle freuen sich auf den Frühling - nur Pollen-Allergiker sehen ihm skeptisch entgegen. Und was tun bei Schwangerschaft und Heuschnupfen?

Etwa 13 Millionen Deutsche – Kinder, Jugendliche, Erwachsene – haben ihn, viele kennen ihn: Heuschnupfen. Er ist die häufigste Allergie in den Industrieländern.

Heuschnupfen – Was ist das eigentlich?

Heuschnupfen ist eine Überempfindlichkeitsreaktion gegen Pollen (Blütenstaubteilchen) von Bäumen, Sträuchern, Gräsern und Getreide.

Dabei verbreiten sie sich rasant. Die Pflanzen streuen bis zu 4 Millionen Pollen pro Ähre (Roggen) aus und haben eine Reichweite von mehreren hundert Kilometern.

Gut zu erkennen sind Pollen am Beispiel "Bienchen und Blümchen": Beobachtet man Bienen und Hummeln bei ihren Blumenbesuchen im Frühling und Sommer, sieht man deutlich die gelben Pollenpakete an ihren Beinen .

Lest auch: Zuckersüße Pollentiger: Hummel-Popos sind das Süßeste, was ihr heute sehen werdet

Manche mögen Insekten ja absolut ekelhaft finden, wer sich aber vielleicht gerade deshalb noch nie eine Hummel nä ...

 

Die Hauptsaison für Heuschnupfen ist von April bis August. Bei klarem Wetter können Spätblüherpollen noch bis September oder Oktober aktiv sein und Allergikern Beschwerden bereiten.

Oder es schwärmen bereits im Februar oder März die ersten Frühblüherpollen aus. Entsprechend allergische Menschen haben manchmal sogar schon im Dezember oder Januar Heuschnupfensymptome.

Symptome

Heuschnupfen kann sich durch verschiedene Symptome äußern. Nicht bei jedem treten alle davon gleichzeitig auf. Mögliche Symptome können sein:

• Rötung, Tränen und Jucken der Augen
• Niesreiz, Anschwellen der Nasenschleimhäute, verstopfte oder laufende Nase
• Hautreaktionen
• Kratzen oder Jucken im Hals oder Rachen
• Gelegentlich Husten, welcher sich mit der Zeit zum allergischen Asthma entwickeln kann
• Gelegentlich Kopfschmerzen und Schlafstörungen

Wenn ihr wissen wollt, wie die Pollenvorhersage für die kommenden Tage ist, klickt doch einfach auf den Pollenflugkalender bei wetter.net.

Apropos Bienchen und Blümchen: Heuschnupfen in der Schwangerschaft

Die gute Nachricht, dass ein Baby unterwegs ist, fällt mitten in die Hochphase eurer Pollenallergie? Das muss nicht schlimm sein: Vielleicht gehört ihr ja zu den Glücklichen, die in der Schwangerschaft - im Gegensatz zu sonst - nichts von ihrer Allergie bemerken. Vielleicht seid ihr aber genau so geplagt wie sonst...

Wer in der Schwangerschaft unter starken Heuschnupfenbeschwerden leidet, sollte nicht einfach in die Apotheke gehen und Nasensprays mit Arzneistoffen zum Abschwellen der Nasenschleimhaut oder Medikamente zum Einnehmen kaufen, sondern unbedingt seinen Arzt oder Allergologen fragen!

Bei leichten Beschwerden könnt ihr euch mit den allseits bekannten Tipps selber helfen, ohne euch oder das Baby zu gefährden:

Tipps bei leichtem Heuschnupfen in der Schwangerschaft

Nicht soviel draußen aufhalten und keinen Outdoor-Sport betreiben: Beim tiefen Atmen werden mehr Pollen aufgenommen.





Pollen haben in der Wohnung nichts zu suchen! Daher: Lüften am besten vor 9 Uhr und nach 19 Uhr, dann ist - zumindest in Großstädten wie Hamburg - die geringste Pollenkonzentration in der Luft.





Nachts zum Schlafen unbedingt Fenster schließen! Und beim Autofahren - egal zu welcher Tageszeit - am besten auch.





Wäsche nicht draußen trocknen, ihr nehmt sonst die Pollen mit in den Kleiderschrank.





Wenn ihr abends duscht und Haare wascht, spült ihr alle Pollen von euch herunter erleichtert euch so das Schlafen.





Nasenspray mit Meersalz lässt zwar die Schleimhäute nicht abschwellen, hilft aber, trockene Schleimhäute zu befeuchten und die gequälte Nase zu pflegen.





Nasendusche mit Nasenspülsalz: Spült Pollen aus der Nase, befeuchtet die Schleimhäute - und die Luft riecht danach 1.000 Mal besser als vorher!





Freut euch über Regen! Geht spazieren und guckt mit einer gesunden Portion Schadenfreude dabei zu, wie Regenwasser samt Pollenschlieren im Gulli verschwindet! Lüftet die Wohnung und stellt euer Auto in den Regen, denn jetzt werden die Pollen weggespült und ihr könnt durchatmen - im wahrsten Sinne des Wortes!





Wer auf Birken und Haselnuss reagiert, verträgt in dieser Zeit vielleicht auch keine Möhren, Äpfel oder Nüsse. Gräserpollen-Allergiker können zudem auf Paprika und Petersilie reagieren. Probiert es einfach aus und verzichtet für die entsprechende Zeit auf diese Lebensmittel.