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Radio Hamburg

Gesund oder ungesund?

Welche Alternativen gibt es zu Milch?

Hamburg, 12.05.2017
Milch, H-Milch, Rückruf, Hochwald

Bei Milch scheiden sich die Geister. Lange Zeit war Milch der Inbegriff gesunder Ernährung. Doch das gute Image gerät ins Wanken. 

In letzter Zeit kursieren immer mehr Berichte zum Thema Milch in den Medien. Im Mittelpunkt dieser Berichte und Artikel steht dabei die Frage, ob Milch gesund oder schädlich ist. Milch zählte Jahre lang als fester Bestandteil gesunder Ernährung. Doch glauben immer mehr Menschen, dass Milch krank macht. Was steckt dahinter? Haben Veganer doch recht? Wenn ja, welche Alternativen gibt es?

Milch – ein Grundnahrungsmittel scheidet die Geister

Milch macht munter, liefert Kalzium und unterstützt den Knochenaufbau. So lauten schon lange Jahre die Werbeslogans für Milch. Für viele ist Milch gesunder Bestandteil der Ernährung. Doch gerät das gute Image ins Wanken. Immer mehr Menschen entscheiden sich für einen veganen Lebensstil und die Lebensmittelindustrie reagiert. Im Handel werden immer mehr vegane Produkte angeboten.

Was soll an Milchprodukten ungesund sein?

Viele Menschen leiden an einer Laktoseintoleranz, also an einer Milchzuckerunverträglichkeit. Weltweit sollen sogar mehr als 75% der Menschen darunter leiden. Auch ethische Gründe, wie die unfaire Tierhaltung motivieren Menschen zu einem veganen Lebensstil. Denn Milchkühe werden unter schlechten Bedingungen gehalten und bekommen stark industriell verarbeitete und mit Hormonen versetzte Nahrung. Diese Hochleistungskühe werden sofort geschlachtet, wenn ihre „Milchleistung“ nachlässt. Nun heißt es immer wieder, dass industrielle Melkprozesse einen Hormonanstieg bewirken. Laut einer Studie der Harvard University soll die hormonhaltige Milch Krebs verursachen. Ein deutlicher Zusammenhang von Milchkonsum und Krebs wurde schon in vielen internationalen Vergleichsstudien bestätigt. Eine hundertprozentige Bestätigung gibt es jedoch nicht.

Pasteurisierung und Homogenisierung – was ist das?

Die meiste Milch, die wir im Supermarkt finden ist kein echtes Naturprodukt mehr. Ein Beispiel ist die H-Milch - haltbare Milch. Damit die Milch haltbar wird, durchläuft sie den Prozess der Pasteurisierung: Die Milch wird für kurze Zeit auf 60-90 Grad erhitzt. Dann erfolgt eine schnelle Abkühlung. Bei diesem Verfahren sollen schädliche Mikroorganismen und Milchsäurebakterien abgetötet werden. Die Kehrseite des Verfahrens ist, dass oft Vitamine und das für die Milchzuckeraufspaltung wichtige Enzym Laktase zerstört werden.

Bei der Homogenisierung werden die in der Milch enthaltenen Fettkügelchen unter hohem Druck zerkleinert und somit gleichmäßig in der Milch verteilt. Dieser Prozess sorgt dafür, dass sich keine Rahmschicht auf der Milch bildet. Zudem soll die Milch durch die Homogenisierung verdaulicher werden. Einige Forscher haben herausgefunden, dass die zerkleinerten Fettkügelchen so klein werden, dass sie durch die Magensicherheitsschranken in den Darm und von dort über den Dünndarm ins Blut gelangen. Das kann zur Zerstörung der Fettschutzschicht und letztlich zu Herzerkrankungen führen.

Welche Milch-Alternativen gibt es?

Wer seinen Milchkonsum verringern oder auf Alternativen umsteigen möchte, für den haben wir hier sieben Milch-Alternativen aufgelistet:

1. Rohmilch ist unbehandelte Milch von Kühen, Schafen oder Ziegen mit einem natürlichen Fettgehalt. Rohmilch ist jedoch ein empfindliches Lebensmittel und sollte schnell verzehrt werden. Da sie unbehandelt ist, kann sie krankmachende Bakterien enthalten. Säuglinge und Schwangere sollten daher Rohmilch meiden.

2. Sojamilch wird aus Sojabohnen hergestellt und hat etwa den gleichen Eiweißgehalt wie Kuhmilch, aber einen geringeren Fettgehalt. Sojamilch ist reich an Protein und in fast allen Discountern erhältlich.

3. Reismilch ist besonders für Allergiker gut geeignet, weil sie keinen Milchzucker enthält. Sie wird aus Vollkornreis gewonnen, hat kaum Fett und Gluten. Wegen des hohen Kohlenhydratanteils ist sie ein echter Energiebooster.

4. Hafermilch wird aus entspelztem Hafer gewonnen. Wie alle pflanzlichen Produkte enthält sie kein Cholesterin. Hafermilch lässt sich auch ganz einfach zu Hause herstellen.

5. Mandelmilch ist reich an ungesättigten Fettsäuren und schmeckt leicht nussig. Sie ist eine ideale Quelle für Ballaststoffe.

6. Kokosmilch ist zwar sehr fetthaltig aber zugleich auch reich an Magnesium und Kalium. Sie schmeckt besonders gut in Soßen und Suppen.

7. Hanfmilch besteht aus Hanfsamen und enthält kein (!) THC, da sie aus Nutzhanf hergestellt wird. Hanfmilch hat einen hohen Anteil an essenziellen ungesättigten Fettsäuren.

Fazit

Das sind nur einige von den vielen Milchalternativen. Viele dieser Produkte sind bereits in unseren Discountern erhältlich.

Man sollte sich nicht verrückt machen. Wir leben in einem Zeitalter, in dem viele Nahrungsmittel industriell hergestellt werden. Wichtig ist, gesund und ausgewogen zu essen und trinken. Unbehandelte Lebensmittel sollten dabei nicht zu kurz kommen.

Welche Milch Euch geschmacklich am ehesten zusagt, müsst Ihr selbst herausfinden. Je nach Hersteller kann die Milch geschmacklich variieren. Viel Spaß beim Ausprobieren und achtet bei den Milchalternativen immer auf mögliche Zusätze.

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