Radio Hamburg

Unbedachte Aktionen

Auch Promis müssen Strafen zahlen

Hamburg, 30.07.2018
Milow_RobbieWilliams

Milow und Robbie Williams drohen Geldstrafen für ihre Aktionen. 

Auch Stars sind nur Menschen. Auch ihnen passieren manchmal Fehler und diese haben dann natürlich auch Folgen.

Singer-Songwriter Milow alias Jonathan Vandenbroeck (37) beschloss bei seinem Konzert im belgischen Ostend am 25. Juli sich und seinen Fans eine kleine Abkühlung zu gönnen. Beim letzten Song zog er seine Schuhe aus und rief: "Wer schwimmen will, kommt mit". Die Band spielte währenddessen weiter. Tausend der achttausend anwesenden Fans folgten ihm. Vollbekleidet sprangen alle ins Meer.

Folgenreiche Abkühlung

Doch der abendliche Badeausflug könnte Folgen für den Belgier haben. Ihm droht eine Geldstrafe von 250 Euro. "Das Schwimmen im Meer nach 18.30 Uhr ist verboten, weil der Strand nicht mehr überwacht wird. Natürlich werden wir nicht am Strand patrouillieren, um allen, die Erfrischung am Abend suchen, eine Geldstrafe zu geben. Aber wenn Probleme auftauchen, haben wir die Gesetzgebung hinter uns ", erklärt Kommissar Carlo Smits.
Der Sänger ist sich keiner Schuld bewusst: "Auf den Bildern sieht man, dass das Wasser ruhig war. Ich hielt das nicht für gefährlich. Das Trara ist absolut übertrieben. Auch ich habe über die Medien erfahren, dass ich eine Geldstrafe bekomme.“

 

Nächtlicher Badeausflug mit Folgen

Der Sänger der Toten Hosen, Campino, war mit ein paar anderen Leuten im Juni nach seinem Konzert im DDV-Stadion in Dresden in der Nacht ins benachbarte Freibad eingestiegen. Er postete ein Foto mit zwei unbekannten Frauen auf Instagram und schrieb dazu: Sonntag, 1:54 Uhr Baden gehen in Dresden...

Die Betreiber des Bades sind darüber wenig amüsiert. "Uns bleibt nichts anderes übrig, als Anzeige wegen Hausfriedensbruch zu erstatten", sagte Geschäftsführer Matthias Waurick. Man wolle verhindern, dass die Aktion Nachahmer finde, sagte der Pressesprecher der Bäder GmbH. "Wir machen da keinen Unterschied zwischen bekannten Punkmusikern und anderen Menschen."

Tote Hosen entschuldigen sich

Um einer Strafe zu entgehen, verfassten die Bandmitglieder einen Entschuldigungs-Brief. In dem Brief heißt es unter anderem: "Was wäre eine Reise nach Dresden wert, ohne einen Ausflug in euer schönes Spaßbad gemacht zu haben? Und weil wir nun mal schon alle einen sitzen hatten, haben wir der Versuchung nachgegeben, eurer Anlage eine Visite abzustatten. Wir wurden nicht enttäuscht. Wir wollen gerne mit einer kleinen Spende von 5.000 Euro mögliche Erneuerungsmaßnahmen unterstützen. Gerne würden wir damit auch die noch ausstehenden Eintrittsgelder von unseren Begleiterinnen und Begleitern in dieser Nacht begleichen. Wir bitten um Vergebung, freuen uns auf ein baldiges Wiedersehen und werden uns bemühen, die Öffnungszeiten einzuhalten Campino und Die Toten Hosen.“

Schlussstrich unter die Nacht der Nächte

Die Bäder GmbH deutete an, die Sache damit auf sich beruhen lassen zu wollen und zeigte sich dabei textsicher im Hosen-Repertoire: "An Tagen wie diesen ist es wohl das Beste, einen Schlussstrich unter die Nacht der Nächte zu ziehen."
Weiter heißt es mit reichlich Text-Zitaten aus Hosen-Songs: "Auf jeden Fall soll es keinen juristischen Streit bis zum bitteren Ende geben. Nichts bleibt für die Ewigkeit und deshalb machen wir jetzt hoffentlich bald unter die Sache einen Punk(t). Eine Frage zum Schluss: Wann seh’n wir uns wieder?"

Falsche Socken bei der WM

Wegen falscher Socken wurden sowohl der schwedische als auch der kroatische Fußballverband bei WM 2018 in Russland zu hohen Geldstrafen verurteilt. Beide Verbände müssen wegen wiederholter Verstöße gegen die Marketingregularien umgerechnet 42.700 Euro zahlen.

Wiederholungstäter

Schweden war bereits zuvor mit einer Geldstrafe von umgerechnet 60.345 Euro belangt worden, weil mehrere Spieler die eng anliegenden Unterziehsocken beim Aufwärmen getragen hatten. Während des Viertelfinales gegen England kam es wieder zum Verstoß eines Spielers.

Saftige Strafen

Kroatien muss wegen des gleichen Vergehens beim Halbfinale gegen England zahlen. Der Finalteilnehmer war zuvor bereits wegen falscher Getränke auf dem Feld zu umgerechnet 60.345 Euro verurteilt worden.
Die Gesamthöhe der Disziplinarstrafen beträgt nach Berechnungen der dpa ungefähr 672.000 Euro, davon entfallen allein auf falsche Socken 250.000 Euro

WM-Mittelfinger

Nach Robbie Williams Auftritt bei der WM-Eröffnungsfeier wurde viel diskutiert; und zwar über seinen Mittelfinger, den er am Rande seiner Show während seines Songs "Rock DJ" in die Kameras hielt.

In Russland kann gemäß einer Verordnung gegen eine obszöne Ausdrucksweise oder Geste ein Ordnungsgeld verhängt werden. Die drohende Geldbuße würde 2.500 russische Rubel nicht überschreiten. Nach aktuellem Umrechnungskurs wären das nicht einmal 35 Euro. Das dürfte Robbie verkraften können.