Radio Hamburg

Größere Einschränkungen erwartet

Großteil der Deutschen befürwortet Coronamaßnahmen

Hamburg, 26.03.2020
Schematische Darstellung des Coronavirus

Die im Kampf gegen das Coronavirus erlassene Kontaktsperre trifft auf breite Zustimmung in der Bevölkerung - obwohl sie die persönliche Freiheit massiv einschränkt.

Der Coronavirus verändert das Leben von uns allen massiv. Jetzt haben sich erstmalig Meinungsforschungsinstitute mit der Situation auseinander gesetzt. Im Kampf gegen das Coronavirus rechnen so fast zwei Drittel der Deutschen mit weiteren Einschränkungen der persönlichen Freiheit. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov, bei der in den vergangenen Tagen über 2.000 Menschen befragt wurden, äußerten 64 Prozent die Erwartung, dass die beschlossenen Maßnahmen zur Vermeidung zwischenmenschlicher Kontakte sogar noch einmal verschärft werden. Nur 20 Prozent glauben nicht daran, 16 Prozent machten keine Angaben.

Menschen stehen hinter Merkels Kurs

Die Akzeptanz der Maßnahmen ist der Umfrage zufolge riesig. 88 Prozent der Befragten der YouGov-Umfrage sind demnach mit dem bisherigen Maßnahmenkatalog einverstanden. Jeder Dritte (32 Prozent) wünscht sich sogar noch härtere Einschränkungen. Nur acht Prozent der Deutschen halten die Maßnahmen für überzogen. 83 Prozent sagen, dass sie sich vollständig an die beschlossenen Regeln halten, 12 Prozent zum Teil. Nur zwei Prozent geben an, dass sie die neuen Regeln gar nicht befolgen. Dabei fällt auf: Je älter die Befragten sind, desto eher halten sie sich nach eigenen Angaben an die Kontaktsperre.

Deutsche befürworten Grenzschließungen

Obwohl viele bezweifeln, dass sich das Virus aufhalten lässt, befürworten in Deutschland inzwischen vier von fünf Befragen (80%) eine Schließung der Landesgrenzen sowie ein generelles Ein- und Ausreiseverbot, bis das Virus nachweislich unter Kontrolle gebracht wurde. Das entspricht einem Zuwachs von 23 Prozentpunkten im Vergleich zur Vorwoche. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Ipsos, bei der 14.000 Menschen in 14 Ländern befragt wurden.

Große Angst vor Jobverlust

Das Coronavirus wird von vielen Menschen jedoch nicht nur als gesundheitliche Gefahr, sondern als wirtschaftliche und damit einhergehend auch als finanzielle Bedrohung wahrgenommen. In fast allen befragten Nationen ist die Anzahl der Befragten, die glauben, dass die COVID-19 Pandemie eine große Bedrohung für ihren Arbeitsplatz oder ihr Unternehmen darstellt, spürbar gestiegen. Am größten ist die Angst vorm Jobverlust aufgrund der Corona-Krise momentan in Vietnam (66%), dicht gefolgt von Italien (63%). Doch auch in Deutschland wird das Virus inzwischen von mehr als jedem zweiten Arbeitnehmer als potentielle Gefahr für die eigene berufliche Zukunft eingeschätzt.

Virus als Bedrohung der Gesundheit

In keinem anderen Land ist die Angst um das eigene Wohlbefinden im Vergleich zur Vorwoche stärker angestiegen als in der Bundesrepublik (+11 Prozent). Inzwischen gehen mehr als vier von zehn Bundesbürgern (43%) davon aus, dass eine mögliche Infektion mit SARS-Cov-2 der eigenen Gesundheit ernsthaft oder gar extrem schaden würde. Am größten ist die Sorge vor den gesundheitlichen Auswirkungen des Virus aber nach wie vor im asiatischen Raum: Knapp drei Viertel aller befragten Chinesen (77%), Inder (75%) und Vietnamesen (74%) gehen davon aus, dass eine Infektion mit dem Coronavirus ihre Gesundheit ernsthaft beeinträchtigen könnte. Überraschenderweise ist Italien (26%) das einzige Land, in dem diese Einschätzung seit der letzten Erhebung zurückgegangen ist.

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