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Checkliste der Agentur für Arbeit

Das müsst ihr beim Beantragen von Kurzarbeitergeld beachten

Hamburg, 18.05.2020
Bundesagentur für Arbeit, Zentrale, Arbeitsamt

Kleiner Fehler, große Wirkung! Bei der Beantragung von Kurzarbeitergeld kann man viele Fehler machen, die sich negativ aufs Konto auswirken. Die Agentur für Arbeit hat deshalb eine Checkliste erarbeitet.

Seit Beginn der Corona-Pandemie Mitte März sind bei der Agentur für Arbeit Hamburg 19.200 Anzeigen von Unternehmen auf Kurzarbeit eingegangen. "1.200 trafen noch im März, 18.000 im April ein, der Großteil dieser Unternehmen hat seine Genehmigung erhalten, um das Instrument der Kurzarbeit bis Ende des Jahres zu nutzen", erklärt Sönke Fock von der Hamburger Arbeitsagentur und weist ergänzend auf einen weiteren Umstand hin: "Kurzarbeit muss durch das Unternehmen zunächst in einem ersten Schritt und nur ein einziges Mal angezeigt werden. Im zweiten Schritt, nachdem die Anzeige bewilligt wurde, muss das Unternehmen Kurzarbeitergeld für jeden folgenden Monat beantragen. Der Grund dafür, dass immer für jeden einzelnen Monat beantragt werden muss, ist leicht nachzuvollziehen: Von Kurzarbeitergeld betroffene Mitarbeiter können ihre Kurzarbeit zeitweise für Tage oder Wochen unterbrechen, um regulär zu arbeiten. Diese vom Gesetzgeber gewollte Flexibilität verändert natürlich die individuelle Berechnungsgrundlage und muss auf den Monat angepasst werden."

Unnötige Fehler verlangsamen Auszahlung

Hinter den 19.200 Anzeigen der Betriebe zum Arbeitsausfall stecken ca. 275.000 gemeldete Beschäftigte, die in sehr unterschiedlicher Intensität von Kurzarbeit betroffen sind. "Die Bearbeitung läuft gut, aber wir könnten schneller sein, wenn die Betriebe oder Steuerbüros einfache Fehler im Antragsverfahren vermeiden würden. Die nachträgliche Klärung über Telefon, Mail oder gar Postweg bindet enorme Zeit- und Personalkapazitäten, dadurch verzögert sich die Auszahlung des Kurzarbeitergeldes", so Sachbearbeiterin Lore Krebs, die aber von zahlreichen Anträgen weiß, die "sehr schnell erledigt werden".

Häufige vermeidbare Fehler in der Checkliste

Die zuständigen Kollegen der Agentur für Arbeit Hamburg haben eine Liste häufiger Fehler und Herausforderungen erstellt, die in der täglichen Bearbeitung auftreten. Sie kann Unternehmen im Antragsverfahren als Checkliste dienen:

Checkliste zum Kurzarbeitergeld

1. Zwei notwendige Schritte: Betriebe müssen im ersten Schritt die Anzeige über Arbeitsausfall stellen. Dort ist immer die Betriebsnummer anzugeben. Nach der Prüfung und Bewilligung der Kurzarbeit-Anzeige (Kug-Anzeige) erhält der Betrieb die ‚Stamm-Nr. Kug‘ mitgeteilt.         





2. Im zweiten Schritt ist der Kug-Antrag für jeden Abrechnungsmonat bei der Arbeitsagentur einzureichen. Auf den Anträgen ist dabei die Zahl der Beschäftigten und die Bankverbindung einzutragen. Zu dem Antrag gehört auch die Abrechnungsliste, auf der die Namen der Kurzarbeiter mit den individuellen Kug-Stunden einzutragen sind.





3. Frist beachten: Kurzarbeit muss mit dem Formblatt ‚Anzeige über Arbeitsausfall‘ angezeigt werden (siehe Nr. 1) und zwar spätestens in dem Monat, für den erstmalig Kurzarbeit im Betrieb angefallen ist. Die Kug-Anzeige eines Betriebes kann rechtlich nicht für einen vergangenen Monat eingereicht werden.





4. Fehlende Unterschriften auf der Anzeige zum Kug oder den monatlichen Anträgen auf Kurzarbeit. Wenn Vertreter wie z. B. Steuerberater Formulare einreichen, ist eine Vollmacht beizufügen. Anträge bitte immer, wie vorgesehen, unterschreiben.





5. Ansprechpartner sind von den Firmen in den Formblättern anzugeben, um unklare oder fehlende Angaben schnell und unbürokratisch zu klären. Leider wird oft kein Kontakt angegeben. Zudem scheitern Rückrufe, weil keine Anrufweiterleitung geschaltet ist oder keine Handynummer aufgeführt wird. Ein kurzer Anruf sorgt für eine zeitnahe Klärung.  





6. Der Arbeitsausfall muss begründet werden. ‚Corona‘ als einziger Begriff reicht nicht aus. Wenn z. B. die Lieferkette unterbrochen oder eine behördliche Schließung angeordnet ist, ist dies in der Anzeige anzugeben.       





7. Die Betriebsnummer und ‚Stamm-Nr. Kug‘ des Unternehmens sind praktisch die Kug-Eintrittskarte und immer auf den Unterlagen zum Antrag anzugeben. Wird die Kurzarbeit von einem Betrieb erstmalig angezeigt, erhält der Betrieb seine eigene ‚Stamm-Nr. Kug‘ im Bescheid von der Arbeitsagentur mitgeteilt.  





8. Viele Betriebe sind auf eine zeitnahe Überweisung des Kurzarbeitergeldes angewiesen. Leider werden Kug-Anzeigen bzw. -Anträge hundertfach unvollständig oder sogar unleserlich ausgefüllt. Die Bearbeitung, Genehmigung und Überweisung verzögern sich unnötigerweise um Tage und Wochen. 





9. Auch wenn im Betrieb Leiharbeitnehmer beschäftigt sind und über den Arbeitnehmerüberlasser bezahlt werden, ist deren Anzahl bei der Beschäftigtenzahl mit anzugeben, um die Kug-Voraussetzungen zu klären.





Kurzarbeitergeld online beantragen

Firmen haben zwei Möglichkeiten Kurzarbeitergeld zu beantragen:

Handy-App: Kug-Anträge können ganz bequem mit einer neuen Handy-App (Kurzarbeit: Dokumente einfach versenden) eingescannt oder hochgeladen werden. Der Versand an die zuständige Arbeitsagentur ist rund um die Uhr möglich. Erhältlich ist die App in den Stores von Google und Apple.

Online: Über www.arbeitsagentur.de gibt es alle Informationen und Erklärvideos. Unternehmen können ihre Anzeige und die Anträge auf Kurzarbeit über den eService ausfüllen und online zusenden.

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