Radio Hamburg

Freiwillige vor!

Hier könnt ihr helfen und euch engagieren

Homeoffice, 25.03.2020
Mann hilft älterer Dame beim Einkaufen

An alle, die gerade ein bisschen Zeit übrig haben und unsere Alltagshelfer während der Corona-Pandemie entlasten wollen: Es gibt viel zu tun!

Ältere oder bedürftige Menschen benötigen zur Zeit viel Unterstützung, Menschen in Pflege- und medizinischen Berufe laufen am Limit - an jeder Ecke werden im Moment Freiwillige gebraucht.

Wenn ihr zu denen gehört, die gesund sind und gerade etwas Zeit übrig haben, könnt ihr euch vielfältig nützlich machen. Wir haben ein paar Anlaufstellen für euch zusammengestellt:

Wichtige Infos für Freiwillige

1.) Worauf müsst ihr achten?

Wenn ihr jetzt anderen Menschen helfen möchtet, müsst ihr eigentlich nur vier Dinge beachten:

1. Wenn ihr älter als 60 Jahre alt seid, gehört ihr zur Risikogruppe und solltet deshalb in jedem Fall zuhause bleiben und euch NICHT engagieren, sondern selbst die Hilfe von freiwillig Engagierten annehmen.

2. Am besten ist es, wenn ihr euch lokal engagiert, beispielsweise in der eigenen Nachbarschaft. Denn die Wege zum eigenen Engagement sollten möglichst kurz sein, es sei denn, sie können mit dem eigenen Auto zurückgelegt werden.

3. Idealerweise solltet ihr euer freiwilliges Engagement auf wenige Menschen konzentrieren. Das heißt, dass ihr euch NICHT in großen Gruppen engagiert, sondern lieber wenigen Menschen nacheinander helft.

4. Wenn ihr euch engagieren möchtet, solltet ihr die direkten Kontakte mit anderen Menschen, die ihr durch euer Engagement unterstützen möchtet, so gering wie möglich halten. Dabei solltet ihr immer einen Abstand von ca. 1,50 bis 2,00 Metern einhalten. Hinzu kommen die allgemeinen Hygieneregeln wie Niesen in die Ellenbogenbeuge und intensives, häufiges Händewaschen. Zu Personen, die sich in Quarantäne befinden, solltet ihr KEINEN Kontakt haben. 





2.) An wen könnt ihr euch wenden?

Wenn ihr eigenständig nach einem passenden Engagement für euch suchen wollt, könnt ihr euch über die  Engagement-Datenbank der Hamburger Freiwilligenagenturen informieren, um dort ein passendes Angebot zu finden – auch für kurze, befristete Einsätze.

In jedem Hamburger Bezirk findet ihr eine  Freiwilligenagentur, die aufgrund der aktuellen Situation vorerst bis zum 30. April 2020 ausschließlich Beratungen per E-Mail oder am Telefon anbieten kann. Wendet euch einfach telefonisch oder per Mail an eine Freiwilligenagentur, wenn ihr Hilfe benötigt oder geben möchtet! Denn euer Engagement ist in vielen Bereichen auch in diesen Tagen unverzichtbar!

Weitere Angebote bieten zum Beispiel die  Diakonie Hamburg, das Netzwerk  nebenan.de und die  Quarantänehelden.

Aktuelle Informationen und Hinweise zu den Rahmenbedingungen zum freiwilligen Engagement in Hamburg findet ihr auf den Webseiten der Sozialbehörde unter  www.hamburg.de/engagement





3.) Hilfe für Menschen ab 60/Bedürftige

Die  Freiwilligenagenturen arbeiten daran, auf ihrer Internetseite  www.freiwillig.hamburg auch verstärkt kurzfristige Einsätze und Nachbarschaftshilfen zu vermitteln. Die Sozialbehörde unterstützt diese Maßnahmen und bindet weitere zivilgesellschaftliche Akteure ein, um dadurch eine zentrale Stelle zu schaffen, über die Angebot und Nachfrage koordiniert werden können.

Aktuell sucht insbesondere die  Hamburger Tafel freiwillig Engagierte, die an den Ausgabestellen sicherstellen können, dass die Lebensmittel an Bedürftige verteilt werden können. Bitte kontaktiert die Hamburger Tafel direkt unter Tel. (040) 300 60 56 02 oder per E-Mail.





4.) Ihr kommt aus dem medizinischen oder pflegerischen Bereich?

Wenn ihr einen medizinischen oder pflegerischen Beruf ausübt und helfen wollt, könnt ihr euch per Mail an die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz wenden.





5.) Schutzkleidung spenden

Hamburger Unternehmen, die über Schutzkleidung verfügen und diese momentan nicht zwingend benötigen, werden gebeten, sich zur Unterstützung an die Gesundheitsbehörde zu wenden:  corona-firmenspende@bgv.hamburg.de (benötigt werden OP-Masken (Mund-Nasen-Schutz), FFP2/ FFP3-Masken, Overalls, Schutzhandschuhe, Schutzbrillen sowie Schutzkittel). Unternehmen, die sich helfend auf andere Weise einbringen wollen, richten sich ebenfalls an  engagement@basfi.hamburg.de





6.) Engagement für Risikogruppen in der Nachbarschaft

Damit möglichst viele Menschen von nachbarschaftlichen Hilfsangeboten erfahren und davon Gebrauch machen können, braucht es insbesondere auch Ansprachen für Menschen ohne (regelmäßigen) Internetzugang.

Unabhängig davon, welche Form der Ansprache ihr wählt, solltet ihr nicht enttäuscht sein, wenn eure Angebote nicht aufgegriffen werden. Es ist wichtig und richtig, sich jetzt solidarisch zu zeigen, damit eure Nachbarn euch bei Bedarf in den kommenden Wochen kontaktieren können.

Macht einen Aushang mit eurem Hilfsangebot. Aushänge haben den großen Vorteil, dass damit auch euch unbekannte Nachbarinnen und Nachbarn, die zur Risikogruppe zählen, erreicht werden können. Achtet hierbei auf den persönlichen Datenschutz aller Beteiligten. Ladet die Betroffenen aktiv ein, euch zu kontaktieren. Hier empfiehlt es sich, auch eine Telefonnummer anzugeben, damit Menschen ohne Internet das Angebot ebenfalls nutzen können. Praktische Druck-Vorlagen für einen Aushang findet ihr aktuell zum Beispiel auf der Webseite des Hamburger Vereins  tatkräftig e.V. oder auf der Seite der bundesweiten zivilgesellschaftlichen Initiative " gegen das virus".

Nutzt die direkte Ansprache für aktive Hilfsangebote. Viele Menschen fragen nur ungern selbst nach Hilfe. Sprecht eure Nachbarinnen und Nachbarn aus Risikogruppen daher ruhig auch direkt an und macht aktive Hilfsangebote. Nutzt wenn möglich das Internet, Telefon oder den Briefkasten, um unnötigen persönlichen Kontakt zu vermeiden. Bitte bedenkt, dass jeder persönliche Kontakt für diese Menschen derzeit ein Risiko darstellt. Seid Sie geduldig, verständnisvoll und achtet bitte stets auf Abstand und die  Hygiene-Etikette.





7.) Zu beachten bei Besorgungen für Mitglieder der Risikogruppe

Unter 1.) wurde bereits auf vier allgemeine Aspekte hingewiesen. Vermeidet den direkten Kontakt, um die Menschen, denen ihr helfen wollt, nicht unnötig in Gefahr zu bringen. Klärt vorab digital oder telefonisch, was benötigt wird und wie ihr die Kostenerstattung regelt. Nutzt pragmatische Lösungen für das Bezahlen der Einkäufe. Hier bietet sich bargeldloses Bezahlen oder bspw. auch eine gesammelte Abrechnung nach mehreren Einkäufen an.

Die Besorgung oder den Einkauf selbst solltet ihr nur mit gründlich gewaschenen oder desinfizierten Händen anfassen und einpacken. Verzichtet für die Übergabe auf unmittelbaren Kontakt und stellt die Besorgungen vor die Tür. Mit einem Anruf könnt ihr anschließend sicherstellten, dass die Einkäufe am Ziel angekommen sind. Achtet bei der Übergabe von Besorgungen und Bargeld auf das anschließende Händewaschen bzw. die  Hygiene-Etikette und weist insbesondere auch die Hilfeempfänger stets darauf hin.

Für weitere praktische Hinweise könnt ihr euch das Webinar " Richtige Versorgung von hilfsbedürftigen Menschen in Zeiten von Corona" des Münchener Vereins deinNachbar e.V. auf Youtube ansehen oder den Onlinekurs " Hygiene- und Desinfektionsschulung" der sächsischen Initiative Team Sachsen absolvieren, der sich ausdrücklich an alle Helfenden richtet.





8.) Finanzielle Unterstützung für Nachbarschaftshilfen

Seit Anfang dieses Jahres stehen die Fördermittel des Forum Flüchtlingshilfe auch allen anderen Projekten und Initiativen des freiwilligen Engagements für das nachbarschaftliche Zusammenleben offen. Diese Gelder werden über die  Koordinatorinnen und Koordinatoren des freiwilligen Engagements in der Flüchtlingshilfe der Bezirksämter vergeben, deren Kontaktdaten ihr hier findet.