Radio Hamburg

Größte Durchsuchung der Bundespolizei

Bundesweite Razzia gegen Zwangsprostitution

Goslar/Berlin, 18.04.2018
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Bei der wohl größten Razzia der Bundespolizei gegen Menschenhandel gab es schon einige Festnahmen.

Bundesweit soll es die bisher größte Durchsuchungsmaßnahme der Bundespolizei sein. Im Fokus der Polizei stehen Zwangsprostitution und Menschenhandel. Auch im Norden...

Weitere Updates und Einzelheiten zur bundesweiten Razzia bekommt ihr in unserem Nachrichten-Podcast.

Mit einer groß angelegten Razzia geht die Bundespolizei seit Mittwochmorgen in zwölf Bundesländern gegen Organisierte Kriminalität vor. Im Fokus stehen gefälschte Visa, Menschenhandel, Zuhälterei und Zwangsprostitution von
Thailänderinnen, wie die Bundespolizei in Stuttgart sagte. Das Verfahren liege bei der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt/Main.

Bundesweit sind weit mehr als 1500 Beamte im Einsatz. Mehr als 60 Wohn- und Geschäftsräume werden von Beamten durchsucht. Nach Angaben der Bundespolizei in Siegen in Nordrhein-Westfalen wurden zahlreiche Haftbefehle vollstreckt und eine Reihe von Menschen festgenommen. Hauptbeschuldigte ist nach Angaben der Bundespolizei eine 59 Jahre alte Frau aus Thailand, die in Siegen wohnt und dort verhaftet wurde. Allein in Siegen seien zwei Haftbefehle vollstreckt und acht Menschen vorläufig festgenommen worden.

Einsatz im Norden

Auch in Hamburg, Niedersachsen und Bremen wurden elf Objekte durchsucht. Es handele sich ausnahmslos um Bordelle, unter anderem in Goslar, Hannover, Bad Nenndorf und Wolfsburg, sagte ein Sprecher der Bundespolizei der Deutschen Presse-Agentur.

Die Aktion gelte vor allem einer Bande im Rotlichtmilieu, deren Kern aus 15 bis 20 Personen deutscher und thailändischer Nationalität bestehen soll. Ihnen werde unter anderem Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung und Ausbeutung von Prostituierten vorgeworfen, sagte der Sprecher in Siegen. Die mutmaßlichen Täter sollen mehrere Hundert Frauen und Transsexuelle aus Thailand nach Deutschland eingeschleust haben, um sie zur Prostitution zu zwingen.

Die mutmaßlichen Täter hätten nach bisherigen Ermittlungen einen siebenstelligen Betrag eingenommen. Durchsuchungen laufen demnach in Bordellen und Massagestudios.  Es handele sich um die größte Zugriffs- und Durchsuchungsmaßnahme
seit Bestehen der Bundespolizei, betonten mehrere Direktionen am Mittwochmorgen via Twitter.

(dpa/aba)