Radio Hamburg

Mord in Lünen

Mutmaßlicher Täter gibt absurde Begründung ab

Mord in Eidelstedt

Nach dem Mord an einem 14-Jährigen an einer Schule in Lünen hat der Tatverdächtige eine absurde Begründung für die Tat abgegeben: Das Opfer habe seine Mutter provozierend angesehen. 

Am Tag nach der Bluttat an der Käthe-Kollwitz-Schule in Lünen beginnt der Unterricht wie üblich um 8.15 Uhr. Der Unterricht soll auch nach Plan enden. Dazwischen liegen aber nicht Deutsch und Mathematik, sondern eine Schweigeminute und lange Gespräche zur Bewältigung des Schocks, wie die Schule mitteilt. Der 15-Jährige mutmaßliche Täter soll am Mittwoch (24.01.) dem Haftrichter vorgeführt werden. Er ist dringend verdächtig, einen 14-jährigen Mitschüler erstochen zu
haben.

Absurde Begründung des mutmaßlichen Täters

Nach der Vernehmung des 15-Jährigen teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit: Der mutmaßliche Täter war offenbar der Meinung, dass seine Mutter vom 14-Jährigen provozierend angeschaut worden sei. Deshalb habe er das Messer gezückt und zugestochen, so die Behörden. Der 15-Jährige sei polizeibekannt gewesen und habe als aggressiv und unbeschulbar gegolten.  Deshalb habe er vorübergehend eine andere Schule besucht, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft. Am Dienstag (23.01.) habe er in der Käthe-Kollwitz-Schule zusammen mit seiner Mutter auf einen Gesprächstermin bei einer Sozialarbeiterin gewartet, weil er zurück auf die Käthe-Kollwitz-Schule sollte. Dabei sei er auf den
14-Jährigen getroffen.

Gemeinsam der Erlebte verarbeiten

Alle Schüler sollen am Mittwoch Gelegenheit bekommen, im Klassenverband mit den Lehrern über das Ereignis vom Dienstag zu sprechen. "Den unterrichtlichen Rahmen möchten wir als Schulgemeinde nutzen, um gemeinsam das Erlebte und Geschehene aufzuarbeiten", teilte die Schule auf ihrer Homepage mit. Der Tod des 14-Jährigen hatte Schüler und Lehrer am Dienstagmorgen schockiert. Der mutmaßliche Täter war nach kurzer Flucht gefasst worden.

Notfallseelsorger vor Ort

In einem an die Eltern gerichteten Text betonte die Schulleitung, dass die vertrauten Schulstrukturen den Kindern Halt geben. Außerdem stünden Schulpsychologen und Notfallseelsorger jederzeit für Gespräche und andere Hilfen bereit. Eine für diesen Freitag (26.01.) an der Schule geplante Kulturveranstaltung wurde abgesagt. Die Stadt Lünen gedenkt des Getöteten um 12.00 Uhr in einer Schweigeminute in allen Schulen und im Lüner Rathaus. "Diese schreckliche Tat macht mich tief betroffen. Unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten der Familie des Opfers", hatte Lünens Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns auf der Internetseite der Stadt mitgeteilt.