Radio Hamburg

Kampf gegen Fachkräftemangel

Hamburg wirbt um Spezialisten im Ausland

Hamburg, 09.11.2018
Arbeit Industrie Wirtschaft

Hamburg fehlen Fachkräfte. Dabei geht es nicht mehr nur um Akademiker - 44.000 der fehlenden Fachkräfte sind beruflich Qualifizierte. 

Dem Fachkräftemonitor der Handelskammer Hamburg zufolge fehlen derzeit mehr als 53.000 Fachkräfte. Dabei sind es längst nicht mehr nur Akademiker, die die Hamburger Unternehmen händeringend suchen – 44.000 der fehlenden Fachkräfte sind beruflich Qualifizierte. Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, will Hamburg nicht nur die entsprechenden Berufsbilder attraktiver machen, sondern vor allem verstärkt ausländische Fachkräfte anwerben.

In diesen Bereichen fehlen Fachkräfte

Wie dramatisch die Lage tatsächlich ist, beweisen Zahlen aus dem Jahr 2014. Hier berichteten wir nämlich bereits einmal über den Fachkräftemangel und stellten fest, dass bereits zu diesem Zeitpunkt rund 37.000 Fachkräfte fehlten. Eine Entspannung der Situation ist weder kurz- noch langfristig in Sicht, zumal der demographische Wandel den Fachkräftemangel noch weiter verstärken wird.

Besonders brenzlig ist die Lage laut Fachkräftebarometer bei den beratenden und wirtschaftsnahen Dienstleistungen, in den Bereichen Transport, Verkehr und Logistik sowie in der Industrie. Aber auch in den sozialen Berufen gibt es bereits personelle Engpässe, die sich in den nächsten Jahren weiter verstärken dürften. So sind derzeit etwa sowohl in Kliniken als auch in der Altenpflege tausende Stellen unbesetzt, und auch in den Hamburger Ganztagesschulen, Kindergärten und Krippen klagt man über fehlendes pädagogisches Fachpersonal. Die Folgen sind logisch: Zum einen leiden die Mitarbeiter in den betroffenen Branchen unter der Mehrbelastung, zum anderen erhalten Kunden oder Patienten nicht immer die erwartete Leistung.

So will Hamburg die Situation verbessern

Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, verfolgt Hamburg im Wesentlichen zwei Strategien. So sollen die entsprechenden Berufe sowohl für junge Menschen, die auf der Suche nach einer Ausbildung sind, als auch für Quereinsteiger attraktiv gemacht werden. Unter anderem soll in Hamburg ab 2020 ein neues Modell starten, welches eine Berufsausbildung mit einem Studium kombiniert. Im sozialen Bereich setzt die Hansestadt zudem auf Kampagnen wie „Hebe Schätze und Hamburgs Zukunft“, damit sich noch mehr junge Menschen für die Arbeit mit Kindern begeistern.

Daneben konzentriert sich Hamburg verstärkt auf die Anwerbung von Fachkräften aus dem europäischen Ausland. Denn während hierzulande zehntausende Fachkräfte fehlen, haben Länder wie Italien, Frankreich und vor allem Spanien recht hohe Arbeitslosenquoten zu beklagen. Grundsätzlich ist der deutsche Arbeitsmarkt für alle Menschen aus EU-Mitgliedsstaaten attraktiv, weil sie keine Arbeitserlaubnis für eine Erwerbstätigkeit in Deutschland benötigen.

Eine Erfolg versprechende Kombination: Eigeninitiative und Hilfsprogramme

Wer als ausländische Fachkraft auf dem Hamburger Arbeitsmarkt Fuß fassen will, wird hierbei in der Hansestadt von einigen Programmen umfassend unterstützt. Engagement ist dennoch Grundvoraussetzung, um möglichst schnell eine attraktive Anstellung in einem Hamburger Unternehmen zu erhalten. Ein Türöffner ist insbesondere eine einwandfreie Bewerbung in deutscher Sprache, welche die berufliche Qualifikation einerseits und die persönlichen Fähigkeiten andererseits vorteilhaft hervorhebt. Im Idealfall lassen Bewerber ihre bereits bestehenden Unterlagen von der Landessprache ins Deutsche übersetzen, da eine fehlerfreie Bewerbung Ausdruck hoher Motivation ist. Dienstleister wie das Hamburger Übersetzungsbüros Easytrans24.com sind der richtige Ansprechpartner, wenn beispielsweise Fachkräfte aus Frankreich eine Übersetzung von Lebenslauf, Zeugnissen und Anschreiben ins Deutsche wünschen. Denn während Übersetzer aus Branchenverzeichnissen oft nicht die nötigen Fachbegriffe für eine aussagekräftige Übersetzung beherrschen, können Übersetzungsbüros wie Easytrans24.com den Auftrag an einen Fachübersetzer aus ihren Reihen übergeben.

Bei allem Weiteren finden Arbeitswillige aus dem Ausland rasche Hilfe auf dem Hamburg Welcome Portal, welches einen ersten Überblick über die notwendigen Schritte zum Start in der Hansestadt gibt. Das Portal bietet ausführliche Erklärungen zu Themen wie Wohnungssuche, Krankenversicherung, Bankkonten, Kitas und Schulen sowie zu Sprachkursen.

Eine weitere Anlaufstelle bildet das ESF-Projekt "your way: make it in Hamburg", das sich gleichermaßen an Bewerber und Unternehmen richtet. Fachkräfte aus dem Ausland erhalten hier unter anderem Hilfe bei der Stellensuche sowie der Herstellung von Kontakten zu Unternehmen. Weiterhin fördert das Projekt nicht nur die Integration in den Hamburger Arbeitsmarkt, sondern auch in den Alltag.