Radio Hamburg

Neues Jahr - neue Gesetze

Das ändert sich zum 1. Januar 2020

Berlin, 31.12.2019
Änderungen zum Jahreswechsel in 2020

Mit Beginn des Jahres 2020 treten in Deutschland zahlreiche Gesetzesänderungen in Kraft. Unter anderem steigt der Mindestlohn und Strom wird teurer.

Zum Jahreswechsel gibt es wieder einige Änderungen und Preisanpassungen. Während das Bahnfahren mit dem neuen Jahr rund 10 Prozent billiger wird, steigen in anderen Bereichen die Preise - so wird zum Beispiel Strom etwas teurer. Alle Änderungen, die für 2020 anstehen, haben wir hier für euch zusammengefasst.

Änderungen zum Jahr 2020

Mit dem Beginn des neuen Jahres 2020 steigt in Deutschland der Mindestlohn. Bisher lag der bei 9 Euro 19 - jetzt gibt's mindestens 9 Euro 35 pro Stunde. Und auch Azubis kriegen jetzt einen Mindestlohn. Gestaffelt nach Lehrjahren geht es im ersten Ausbildungsjahr los mit mindestens 515 Euro. Zukünftig soll dieser noch auf 620 Euro ansteigen.





In zwölf Berufen gibt es ab dem 2020 wieder die Meisterpflicht. Das heißt, dass in diesen Berufen nur noch Firmen zugelassen werden, deren Chefs entweder selbst einen Meisterbrief haben oder einen Meister beschäftigen. Dazu gehören unter anderem Parkett- und Fließenleger, Raumausstatter und Orgelbauer.





2020 müssen Verkehrssünder wohl teilweise deutlich mehr blechen. Es gibt aber auch neue Rechte - vor allem für Radfahrer. Die Regelungen müssen größtenteils noch durch den Bundesrat und werden dann wohl letztlich auch vor Ort entschieden.

- Härtere Strafen soll es für Autofahrer geben, die keine Rettungsgasse bilden oder durch eine solche fahren.

- Halten in zweiter Reihe wird zukünftig härter geahndet. Dafür steigen die Bußgelder und es gibt einen Punkt in Flensburg.

- Autofahrer müssen beim Überholen von Radfahrern und E-Scootern auf der Fahrbahn künftig einen Mindestabstand einhalten. Außerorts sind das 2 Meter, innerorts 1,5 Meter.

- Wer sich ein E-Auto kauft, soll einen höheren Zuschuss bekommen. Dafür steigen die Prämien je nach Modell kräftig.





Mit dem neuen Jahr kommen einige Änderungen für Patienten. Neue digitale Angebote sollen breiter zu nutzen sein. Dazu zählen ein leichterer Zugang zu Online-Sprechstunden, weniger Papier in den Praxen und Gesundheits-Apps auf Rezept. Die Kosten muss dafür dann die Krankenkasse tragen. Und auch in der analogen Welt ändert sich was: Termine beim Arzt sollen 2020 einfacher zu kriegen sein. Rund um die Uhr ist ab sofort die Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116 117 erreichbar, für eine bequeme Terminvergabe.





Zum Jahreswechsel gibt es wieder einige Änderungen und Preisanpassungen. Während das Bahnfahren mit dem neuen Jahr rund 10 Prozent billiger wird, steigen in anderen Bereichen die Preise - so wird zum Beispiel Strom etwas teurer. Schuld daran ist die EEG-Umlage, mit der der Ausbau erneuerbaren Energien finanziert wird. Ein 4-Personen-Haushalt muss etwa 15 Euro mehr im Jahr bezahlen. Auch bei der Post wird es teurer. Dort steigen die Preise für DHL-Pakete. Ähnlich sieht es mit der Autoversicherung aus. Dort ändern sich bei vielen Versicherungen die Typklasse, wodurch der monatliche Beitrag steigen kann.





Hygiene-Produkte wie Tampons und Damenbinden werden billiger. Ab dem Jahreswechsel gilt ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent. 





Auch im kommenden Jahr will der Staat Familien mit Kindern vermehrt entlasten. So steigt der Kinderfreibetrag bei der Einkommenssteuer zum ersten Januar um 192 Euro auf dann 5172 Euro. Auch steigen sollen die Zahlungen des Unterhaltsvorschusses. Wer also zu wenig oder kein Geld in Form von Unterhalt für ein Kind erhält, bekommt ab sofort mehr Hilfe vom Staat. 





Kurz vor Weihnachten hatte der Bundesrat das Klimapaket der Bundesregierung verabschiedet - am 1. Januar treten erste Punkte bereits in Kraft. Unter anderem profitieren Bahnkunden von der Steuersenkung auf Tickets im Fernverkehr. Auch hier sinkt die Mehrwertsteuer von 17 auf 9 Prozent. Die Tickets werden insgesamt um etwa 10 Prozent günstiger. Im öffentlichen Nahverkehr gilt dieser Satz übrigens bereits. Hier werden die Preise nicht günstiger.





Mit dem Jahreswechsel tritt das neue Kassengesetz in Kraft. Damit soll Steuerbetrug bekämpft werden. Umstritten ist vor allem, dass neben einer bestimmten Kassentechnik auch vorgeschrieben wird, immer einen Bon auszudrucken, egal ob der Kunde den Beleg haben möchte oder nicht.





Bundeswehrsoldaten dürfen mit dem neuen Jahr kostenlos alle Züge der Deutschen Bahn nutzen, auch wenn sie privat unterwegs sind. Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer sieht darin ein Zeichen der Anerkennung für die Soldaten, aber auch ein öffentliches Bekenntnis zur Bundeswehr.





Im Rahmen des Klimapakets der Bundesregierung treten mit dem Jahreswechsel neue Fördermöglichkeiten bei der energetischen Sanierung von Häusern und Wohnungen in Kraft. Wer Wände dämmt oder eine neue Heizung einbaut, kann einen Teil der Kosten von der Steuer absetzen.