Radio Hamburg

Schwarzmarkt des blauen Häkchens

Wie Instagram-Mitarbeiter sich ihr Taschengeld verdienen

Hamburg, 08.09.2017
Social Media

Blaues Häkchen trotz fehlender Anforderungen? Wo ist da der Haken!

Sich mal eben einen blauen Haken hinter dem User-Namen gönnen? Kein Problem, wenn man das nötige Kleingeld besitzt. 

Das blaue Häkchen

Oh, das muss sich aber um eine besondere Person oder ein großes Unternehmen handeln! Gedanken, die aufkommen wenn man bei Instagram ein blaues Häkchen hinter dem User-Namen thronen sieht. Für große Marken und Stars ein legitimes Erkennungszeichen um zu zeigen: Es handelt sich hierbei nicht um ein Fake-Profil. Influencer verwenden dieses eigentlich nützliche Accessoire gerne zur Selbstbestätigung. Das Paradebeispiel von Dekadenz und Reichtum im Bereich des Social-Media. Man könnte meinen, hat man erst ein blaues Häkchen, hat man ausgesorgt. Oben angekommen sein, es so richtig geschafft haben! – lautet die Devise.

Ein bisschen Taschengeld

Tja, ausgesorgt haben jetzt auch die Mitarbeiter von Instagram. Als Mitarbeiter und gleichzeitig selbstlose Samariter sitzen sie direkt an der Quelle und wollen natürlich lediglich das Beste für den User. Normalerweise kommen nur wenige Menschen an die blauen Häkchen, der Erwerb ist mit einigen hohen Anforderungen verbunden. Et voilà: Der Schwarzmarkt ist geboren!

An der Quelle

Ein Reporter, der für das Magazin " Mashable" arbeitet, hat durch einen Test entdeckt, dass jeder diese besondere Art der Auszeichnung erhalten kann. Vorausgesetzt man hat genug Geld. Die Redaktion opferte sich also in einem Selbstversuch und wollte den eigenen Markennamen verifizieren lassen. Alles was man benötigt ist einen Ansprechpartner, den man auf Facebook, Twitter oder sogar Instagram selbst finden kann. Diese Person ist meist nur das Bindeglied und knüpft als Mittler, Kontakt mit einem Instagram-Mitarbeiter, der sein Taschengeld erhöhen möchte. Preise und andere Rahmenbedingungen werden über den Verbindungsmann geregelt. 

Und die Preise haben es in sich. So kommt man gerne Mal auf 15.000 US Dollar (12.400 Euro) pro Haken. Ein Schnapper!

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Wenn Instagram darauf aufmerksam wird, kann es jedoch schneller als gedacht zu einem Ausschluss der Plattform kommen. Für beide. Den Mitarbeiter von Instagram und den User selbst. Aber wer einmal 15.000 Dollar springen lassen kann, hat sie bestimmt auch nochmal für ein zweites Profil parat, oder?