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Radio Hamburg

Whatsapp Account "Momo"

Was steckt hinter der mysteriösen Horror-Fremden?

Hamburg, 09.08.2018

Das Bild von Momo ist eigentlich eine Skulptur, die von der japanischen Firma Link Factory erstellt wurde.

Der Name "Momo" ist momentan in aller Munde und hat sich zu einem Internetphänomen entwickelt. Doch was hat es damit auf sich?

Seit einiger Zeit geistert die Geschichte von einem mysteriösen Mädchen namens "Momo" durch das Netz. Dabei soll es sich um einen Whatsapp-Account handeln, der zufällig Leute anschreibt und ihnen gruselige und erschreckende Nachrichten schickt. Wer "Momo" freiwillig kontaktiert, soll diese Nachrichten ebenfalls bekommen. Ob die Berichte stimmen ist unklar. Jedoch sorgt das Phänomen für extrem großes Aufsehen im Netz und birgt nicht zu unterschätzende Gefahren. 

Wer steckt hinter "Momo"?

Mittlerweile sind mehrere Nummern, die sich als "Momo" ausgeben bekannt geworden. Darunter sind unter anderem eine Nummer aus Japan und zwei aus südamerikanischen Ländern, wo das Phänomen seinen Ursprung haben soll. In Deutschland hingegen macht momentan ein Kettenbrief mit einigen Rechtschreibfehlern die Runde. Natürlich wird einem nichts passieren, nur weil der Kettenbrief nicht weitergeleitet wird.

"Hallo ich bin Momo und bin vor 3 Jahren verstorben ich wurde von einem Auto angefahren und wenn du nicht möchtest das ich heute Abend um 00:00 Uhr in deinem Zimmer stehe und dir beim schlafen zuschaue dann sende diese Nachricht an 15 Kontakte weiter. Du glaubst mir nicht?

Angelina 11 hilt die Nachricht für fake und schickte sie an niemanden weiter in der Nacht hört sie Geräusche aus einer Ecke ihres zimmers sie wollte nach gucken doch auf einmal rante etwas auf sie zu am nächsten Morgen wurde sie Tot in ihrem Bett gefunden

Tim 15 schickte die Nachricht nur an 6 Leute weiter am nächsten Morgen wachte er mit einem abgefressenen Bein und einem abgeschnittenen Arm auf

Linda 13 schickte die Nachricht an alle weiter heute hat die ihre wahre liebe gefunden und wohnt mit ihrem freund in einer modernen Villa

Falls du diese Nachricht nicht weiter schickst weisst du was passiert also pass auf und schicke sie weiter"

Wichtig! Nicht mit Momo kommunizieren

Bitte kommuniziert nicht mit Momo und klärt auch eure Kinder darüber auf! Denn sowohl die spanische Polizei als auch einige deutsche Polizeivorsitzende warnen ausdrücklich vor der Kontaktaufnahme. Denn keiner weiß, wer hinter den Nummern steckt und ob nicht weitere Trittbrettfahrer auftauchen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass die Personen hinter den Nummern bösartige Absichten hegen. Folgende Risiken kann eine Kontaktaufnahme mit "Momo" haben:

  • Datenklau
  • Belästigung
  • Erpressung
  • Aufforderung zum Selbstmord oder zur Gewalt
  • vor allem bei Kindern: physische und psychische Probleme wie Angstzustände

Tod durch Selbstmord-Spiel

Im südamerikanischen Raum soll sich ein makaberes Selbstmord-Spiel in Namen von "Momo" verbreiten. Besonders Kinder sind davon gefährdet, da diese sich teilweise leichter beeinflussen lassen. So gibt es hierzu eine Warnung der mexikanischen Polizei und in Argentien soll bereits ein 12-jähriges Mädchen an dem "Spiel" gestorben sein.

Anspielungen

Das Profilbild der mysteriösen "Momo", das an Samara aus dem Film "The Ring", erinnert, ist eigentlich eine japanische Skulptur. Das Aussehen der Skulptur ähnelt einer Harpyie, die aus der griechischen Mythologie stammt. Viele gehen allerdings eher davon aus, dass es sich um einen japanischen Geistervogel handeln soll, den Ubumetori. Das Werk stammt ja schließlich auch aus Japan. Der Ubumetori ist ein böser Geistervogel, der nachts herumfliegt und herumhängende Wäsche mit giftigem Blut verseucht. Manchmal entführen Ubumetori Kinder aus dem Bett und werden deshalb auch kinderschnappende Vögel genannt.

Der japanische Whatsapp-Account hat einen Status, der auf Deutsch so etwas bedeutet wie "Leute nennen mich L". Ist das etwa eine Anspielung auf den Detektiv, der den Mörder in der Animeserie "Death Note" aufspüren soll?

Und was hat es eigentlich mit dem Namen "Momo" auf sich? Wurde sich beim Roman des Schriftstellers Michael Ende bedient, der über ein Waisenkind schrieb? Wahrscheinlicher ist, dass einfach ein Name aus dem japanischem gewählt wurde, da die restlichen Symboliken auch aus dem japanischen Raum stammen. Wieso allerdings "Momo" zu Deutsch "Pfirsich" bleibt weiterhin im Dunkeln.