Radio Hamburg

Der Fall Cyntoia Brown

Jetzt schalten sich auch Prominente ein

Nashville, Tennessee, 23.11.2017
Cyntoia Brown

Nach einem ungerechten Prozess sitzt Cyntoia Brown bereits seit 13 Jahren im Gefängnis. Nun kämpfen Promis für ihre Freilassung. 

Wer ist Cyntoia Brown?

Cyntoia Brown kam 1988 mit dem Fetalen Alkoholsyndrom zur Welt, einer Schädigung die schon vor der Geburt auftritt, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Alkohol konsumiert. Diese Schädigung kann sich auf das zentrale Nervensystem auswirken und zum Beispiel verhaltensbezogene Störungen hervorrufen. Bereits zwei Jahre später wurde sie zur Adoption frei gegeben, denn ihre Mutter nahm Drogen und hatte mehrere psychische Erkrankungen.

Schwere Belastung für ein junges Mädchen

Mit 16 Jahren lief sie von zu Hause weg und wohnte zusammen mit einem Zuhälter namens "cut-throat" (cut = schneiden, throat = Hals) in verschiedenen Hotels. Er zwang sie zur Prostitution, bedrohte sie mit Waffen und missbrauchte sie sowohl körperlich, als auch psychisch. Einmal habe er sie so lange gewürgt, bis sie in Ohnmacht gefallen ist. In einer Aussage, die sie nach ihrer Verhaftung machte, gab sie an, dass er gedroht hätte sie umzubringen, wenn sie ihn verlässt.

Ihre Tat

Ein 43-jähriger Freier namens Johnny Allen nahm Cyntoia mit zu sich nach Hause. Bei ihrer Anhörung erzählt sie von jenem Abend. Sie sagt, dass zu diesem Zeitpunkt niemand wusste, wo sie sich aufhält. In dem Haus von Johnny Allen befanden sich mehrere Waffen, die er Cyntoia selbst zeigte und er erzählte davon, dass er Scharfschütze bei der Armee gewesen sei. Aus Angst, dass Johnny Allen ihr etwas antun könnte, erschoss sie ihn. Normalerweise würde man diese Tat als Notwehr einstufen, nicht jedoch das Gericht, dass Cyntoias Urteil gefällt hat. Zwei Jahre nach ihrer Verhaftung im Jahr 2004 wurde die damals 18-jährige wegen Mordes zu 51 Jahren Gefängnis verurteilt. Sie sitzt mittlerweile seit 13 Jahren in einem Frauengefängnis in Tennessee und kommt frühestens mit 69 Jahren wieder frei.

Prominente Unterstützung

Nun engagieren sich gleich mehrere Stars um ihre Freilassung. In Tweets und Instagram-Posts weisen sie auf die Ungerechtigkeit hin, die Cyntoia Brown wiederfahren ist. Kim Kardashian teilte in ihrem Post mit, dass sie ihre Anwälte eingeschaltet hat, in der Hoffnung, dass man Cyntoia helfen könnte. Es gibt ebenfalls eine Petition der Organisation "Move On", die dem Gouverneur von Tennessee vorgelegt werden soll, damit dieser Cyntoia begnadigt. Es sind bereits mehr als 270 Tausend Unterschriften zusammengekommen. 

comments powered by Disqus