Radio Hamburg

Depressionen: Infos & Hilfe

Das letzte Video von Chester Bennington †

Der unerwartete Tod des Linkin Park-Sängers erschütterte Freunde, Familie und Fans auf der ganzen Welt. 

Der 41-Jährige starb an Suizid. Am Samstag, 16.09.2017, veröffentlichte seine Frau Talinda Bennington auf Twitter das letzte Video von ihm – nur 36 Stunden vor seinem Tod. 

„Mein nächster Tweet ist der persönlichste Tweet, den ich je gemacht habe.  Ich zeige euch das, damit ihr wisst, dass Depressionen weder ein Gesicht  noch eine Laune haben.“

Auch ein Twitter User bestätigt die Aussage mit seinem Kommentar: „Menschen denken, dass jemand nicht depressiv sein kann, wenn er lacht. Dieses Denken muss geändert werden.“.

In dem veröffentlichten Video sieht man Chester gut gelaunt mit Freunden und Familie rumalbern. Seine Frau schrieb darunter: „So sah die Depression für uns 36 Stunden vor seinem Tod aus. Er hat uns SO geliebt & wir haben ihn geliebt. #fuckdepression #MakeChesterProud“.

Die Twitter Community hat mit dem Hashtag #MakeChesterProud eine Bewegung ins Leben gerufen, die dafür stehen soll, etwas Nettes oder Großzügiges zu tun. Chester Benningtons Frau selbst hat sich zur Aufgabe gemacht, darauf aufmerksam zu machen, dass es andere Optionen als Suizid gibt. Und das scheint bereits einigen Personen zu helfen: Unter besagtem letzten Video von Chester Bennington kommentierte eine Userin: „Wir lieben dich. Danke für alles was du tust. Gestern habe ich mir fast das Leben genommen und einer deiner Tweets tauchte in meiner Timeline auf und hat mir so sehr geholfen.“. Daraufhin boten zahlreiche andere User ihre Hilfe an: „Wenn du jemanden zum Reden brauchst, ich bin hier.“.

Was ist eine Depression?

Es gibt verschiedene Formen von Depressionen. Für Außenstehende und Angehörige ist es häufig sehr schwierig, eine Depression zu erkennen und zu verstehen. Auch wenn es nicht möglich ist, sich in eine Depression hineinzuversetzen, so wollen wir doch versuchen, über das Thema aufzuklären und dafür zu sensibilisieren. Eine Depression ist eine anhaltende tiefe Herabgestimmtheit, aus der man sich in der Regel nicht mehr selbst befreien kann. Dabei unterscheidet sich diese ernste psychische Krankheit von bekannten Gefühlen der Erschöpfung, Trauer oder Mutlosigkeit, die aufgrund vorangegangener Ereignisse entstanden sind.

Das sind die Symptome

Eine frühzeitige Erkennung ist bei Depressionen sehr wichtig. Da sich Depressionen sehr unterschiedlich äußern können, sind sie meist schwierig zu erkennen. Ein häufig auftretendes Anzeichen ist das Gefühl, nichts mehr empfinden zu können, freudlos, mut-, antriebs- und/oder kraftlos zu sein. Vieles scheint bedeutungslos und alltägliche Dinge werden als anstrengend empfunden. Weitere Symptome sind innere Leere, Energieverlust, Selbstzweifel und Angstzustände.

Was kann man tun?  

Als Patient: Bei einer Depression können verschiedene Arten der Therapie helfen, mit der Krankheit umzugehen und sie im besten Fall zu heilen. Die Therapie besteht häufig aus psychotherapeutischen Verfahren in Kombination mit Medikamenten (Antidepressiva).

Als Angehöriger: Als Angehöriger möchte man natürlich der depressiven Person helfen – dabei muss man jedoch darauf achten, sich selbst nicht zu sehr zu belasten und nicht die Rolle eines Therapeuten einnehmen zu wollen. Wenn bei einem selbst negative Gefühle aufgrund der depressiven Person auftreten, dann sollte man sich Bewusst machen, dass diese Person sich nicht absichtlich so verhält, wie sie es tut. Wichtig ist jedoch auch, dass man auch als Angehöriger einer depressiven Person Hilfe in Anspruch nehmen kann.

 

 Du bist betroffen? Hier bekommst du Hilfe!  

Wenn du mit Depressionen oder Suizid-Gedanken zu kämpfen hast, dann findest du hier Hilfe, bei denen du (auch anonym) mit anderen Menschen über deine Gedanken sprechen kannst. Das geht telefonisch, im Chat, per Mail oder persönlich:

Im akuten Notfall, wähle den Notruf: 112

Wenn du unter 25 bist: http://www.u25-freiburg.de

Wenn du reden möchtest: 0800 1110111  / http://www.telefonseelsorge.de/

 

Außerdem unter:

https://www.suizidprophylaxe.de/

http://www.suizidpraevention-deutschland.de/

https://www.deutsche-depressionshilfe.de/

 

Für Angehörige:  

https://www.agus-selbsthilfe.de/startseite/

 

(NLa)