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In den kommenden Monaten

Bahnstrecke nach Sylt wird saniert

Husum, 19.03.2019
Sylt Shuttle, Shutterstock

Die Bahnstrecke Hamburg-Westerland wird in den kommenden Monaten aufwendig saniert und modernisiert.

Zugausfälle und Verspätungen sorgen auf der Bahnstrecke nach Sylt immer wieder für Verärgerung. Nun wird die Strecke saniert.

Die Strecke Hamburg-Westerland wird aufwendig saniert und modernisiert. Insgesamt 160 Millionen Euro will die Bahn dafür in den kommenden vier Jahren investieren. Damit sollen rund 200 Kilometer Gleise, mehr als 33 Weichen und drei Brücken erneuert werden. Außerdem sollen acht Bahnübergänge sowie die Signaltechnik modernisiert werden. Ziel sei, die Grundsanierung bis 2022 abzuschließen.

Diese Arbeiten seien Voraussetzung für einen pünktlichen und stabilen Zugverkehr auf der so genannten Marschbahn, sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. In die anschließende Instandhaltung sollen dann jährlich bis zehn Millionen Euro investiert werden.

Immer wieder Probleme auf der Strecke

Zugausfälle und Verspätungen sorgen bislang auf der Bahnstrecke nach Sylt immer wieder für Verärgerung. Kernprobleme waren nach Ansicht von Kritikern fehlende Investitionen unter anderem in die Schienen. Auch die Eingleisigkeit auf weiten Teilen der Strecke und die hohe Zugdichte spielen eine Rolle. Eine kleine Verspätung eines Zuges reicht nach Angaben von Experten aus, um die Pünktlichkeit für den ganzen Tag ins Wanken zu bringen. „So führt die Eingleisigkeit und die hohe Zugdichte zu einem täglich wiederkehrenden chaotischen Fahrplan mit vielen Ausfällen und Verspätungen“, meinte dazu Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP).

Auswirkungen so gering wie möglich halten

Christopher Ströh von der DB Regio betonte, die Sanierung und Modernisierung der Strecke sei auf vier Jahre angelegt, um den Zugverkehr möglichst wenig zu beeinträchtigen, sagte „Für Urlauber und Sylt-Pendler sollen die Einschränkungen so gering wie möglich ausfallen.“ Daher seien die Maßnahmen unter anderem mit der Pendler-Initiative Sylt abgesprochen und die Schulferien von sechs Bundesländern berücksichtigt worden.

Während der Arbeiten auf einem ersten Teilstück bei Bredstedt (Kreis Nordfriesland) vom 30. März an werde sich die Reisezeit um rund eine halbe Stunde verlängern. Dort sollen bis zum 8. April auf knapp drei Kilometern rund 4.900 Schwellen erneuert werden. Außerdem sollen drei alte Brücken in Bredstedt und Breklum ausgetauscht werden. Im Regionalverkehr fahren die Züge von Sylt aus 30 Minuten früher los.

Vom 5. bis 7. April fahren keine Züge zwischen Niebüll/Bredstedt und Husum. Fahrgäste müssen dann auf Busse umsteigen, sagte Ströh. Die Züge des „Sylt Shuttle plus“ und die Autozüge des „Sylt Shuttle“ fahren nur zwischen Westerland und Niebüll. Die IC-Züge des Fernverkehrs zwischen Hamburg und Sylt fahren nicht. Nach Ende der Strecken-Sanierung und -Modernisierung soll ab 2023 in Westerland ein elektronisches Stellwerk realisiert werden. Das Investitionsvolumen beträgt den Angaben zufolge 41,9 Millionen Euro.

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(dpa / ste)