Radio Hamburg

Sind die nicht mehr ganz knusper?

Die EU will neue Pommes-Vorschriften

Hamburg, 24.11.2017
Pommes

Es geht nichts über eine Portion knusprige Pommes mit Ketchup und Mayo. 

Die EU will zu heißes und zu langes Frittieren verbieten und wir fürchten um unsere knusprigen Pommes.

Pommes mag eigentlich jedes Kind und auch jeder Erwachsene. Es gibt sie in dünn oder dick, lang oder kurz und auf verschiedene Weisen zubereitet. Das Wichtigste bei so einer Portion Pommes bleibt jedoch, dass sie knusprig sein müssen. Genau das will die EU-Kommission jetzt verbieten. Wenn stärkehaltige Lebensmittel, wie zum Beispiel die Kartoffel, erhitzt werden, kann gesundheitsschädigendes Acrylamid entstehen. Pommes sollen also in Zukunft nicht mehr so heiß und nicht mehr so lange frittiert werden, um Gefahren für die Gesundheit auszuschließen, dann besteht wiederum die Gefahr, dass sie nicht mehr so schön knusprig sind. Es ist also eine Zwickmühle.

Neue Vorschriften ab 2018

Die neuen Vorschriften gelten für Lebensmittelhersteller, Restaurant- und Imbissbudenbesitzer und treten ab dem 11. Dezember in Kraft, erst ab April 2018 müssen die Vorschriften endgültig umgesetzt werden. Im gleichen Zug will die EU den Zuckergehalt reduzieren, Kartoffeln müssten also vor dem Erhitzen zuerst blanchiert werden. Nicht nur in Deutschland sind die Imbissbesitzer entsetzt, auch im Ursprungsland der Pommes, Belgien, machen sie sich sorgen, dass sie durch zu harte Vorschriften in den Ruin getrieben werden.

Acrylamid in alltäglichen Lebensmitteln

Acrylamid konnte ebenfalls in zum Beispiel Kaffee, Keksen, Chips oder Knäckebrot nachgewiesen werden. In hohen Mengen kann der Stoff krebserregend sein, heißt es in Studien, auf die sich auch die EU Kommission beruft.

Alle die, die jetzt trotzdem nicht genug von Pommes haben, können sich durch unsere 10 Pommes-Fakten klicken. 

10 Pommes-Fakten:

1. Die erste Idee, Pommes zu machen, tauchte etwa im Jahr 1650 auf. 





2. Die Idee entstand, als der Fluss in einem kleinen belgischen Dorf zufror und die Menschen keinen Fisch mehr frittieren konnten. 





3. In Belgien isst kaum jemand Ketchup zu seinen Pommes, sie haben meist eine große Auswahl an anderen Soßen, darunter aber auch Mayonnaise. 





4. Seit 2008 gibt es in der Stadt Brügge in Belgien ein Pommes-Museum, bei den Belgiern heißt es "Frietmuseum". 





5. Über 300.000 Tonnen Tiefkühlpommes werden jedes Jahr in den deutschen Supermärkten verkauft. 





6. Die längste Fritte der Welt ist 24,5 Zentimeter lang und steht im Guiness-Buch der Rekorde.





7. Ein Belgier hält den Rekord im Dauerfrittieren, er frittierte 1,5 Tonnen Kartoffeln in 83 Stunden. 





8. Die perfekten Pommes sollten eine Länge von 8 Zentimetern haben. 





9. In Großbritannien werden Pommes oft mit Essig gegessen. 





10. In Amerika heißen Pommes "French Fries", so tauften die Soldaten die Kartoffelstäbchen als sie nach dem ersten Weltkrieg aus Europa zurückkehrten. Sie sahen eigentlich belgische Soldaten Pommes essen, da diese jedoch Französisch gesprochen haben, tauften sie sie irrtümlicher Weise "French Fries". 





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