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Online-Shopping

Nachhaltiges Einkaufen im Internet

Hamburg, 12.01.2018
Online Shopping

Wer auf heimische und nachhaltige Alternativen zurückgreift, kauft mit gutem Gewissen und auf Dauer sogar günstiger ein. 

Lohnt sich der Einkauf bei heimischen und nachhaltigen Online-Kaufhäusern?

Einkaufen im Internet gehört längst zur Routine der meisten Menschen. Egal ob Elektronik, Unterhaltung oder sogar Lebensmittel: Online-Kaufhäuser sind nicht mehr wegzudenken und längst eine echte Konkurrenz zu wirklichen Kaufhäusern in Hamburg und anderen Städten. Unter den Online-Kaufhäusern gibt es einige wenige, die über die Mehrzahl aller Shoppingmöglichkeiten im Netz dominieren. Nicht selten streben sie in bestimmten Branchen Monopolstellungen an und heimsen daher nicht selten auch eine Menge Kritik ein. Trotzdem greifen die meisten Konsumenten immer wieder auf diese Online-Kaufhausriesen zurück. Die heimischen Alternativen nämlich sind rar und vielen Normalverbrauchern entweder gar nicht bekannt oder aus diversen Gründen zu unpraktisch. Ob dem wirklich so ist und ob sich der Einkauf in heimischen und mitunter sogar nachhaltigen Online-Kaufhäusern lohnt, sagen wir euch hier.

Grüne und nachhaltige Alternativen im Vormarsch

Früher verband man eine ökologisch und sozial vertretbare Produktion von Produkten und einen nachhaltigen Verbrauch vor allem mit bestimmten Strömungen, sozialen Jugendkulturen, die links- und grüngeprägt waren und teilweise sogar mit extremen Ideologien. Dass hinter dem Gedanken, Effizienz, Nachhaltigkeit und Klimaschutz als Teil einer erfolgreichen und reflektierten Unternehmensplanung allerdings mehr steckt, ist Gründern in den letzten Jahren immer bewusster geworden. Die Zahl der sogenannten „grünen Startups“, unter denen sich auch einige Alternativen zu Online-Kauhausriesen, wie Amazon, Zalando & Co. befinden, wächst stetig.

Nach Angaben des Green Economy Gründungsmonitor 2014 sind von 2006 bis 2013 rund 170.000 grüne Unternehmen in Deutschland an den Start gegangen, Tendenz steigend. Damit machten die Gründungen 14 Prozent aller Gesamtgründungen in diesem Jahr aus. Nachhaltige Gründer sorgten damit für ein Aufhorchen in der Szene und brachten auch konservative Unternehmen ohne diesen nachhaltigen Ansatz zum Grübeln.

So lässt sich ein allmählicher Wandel feststellen im Zuge dessen damit zu rechnen ist, dass auch Online-Kaufhausriesen sich in Zukunft auf mehr Konkurrenz einstellen müssen. Zum einen wird immer mehr Menschen aus allen

Gesellschaftsschichten bewusst, dass gerade die steigende Ressourcenknappheit und der Klimawandel brisanter denn je sind. Medien beginnen immer mehr Berichte auszustrahlen, Konsumenten beginnen ihr Kauf- und Konsumverhalten zu ändern. Zum anderen merken auch geschäftstüchtige Gründer selbst, dass sie eine unternehmerische Verantwortung haben, derer sie gerecht werden müssen. Auswirkungen grausamer Arbeitsbedingungen in Dritte-Welt-Ländern, die nach und nach aufgedeckt werden, sorgen für ein Umdenken bei vielen Menschen und für den Wunsch, derartige Zustände hierzulande niemals aufkommen zu lassen. Da Online-Kaufhausriesen bereist wegen ähnlicher Vorwürfe in abgeschwächter Form in der Kritik standen, könnten ihnen kleinere Alternativen mit nachhaltigem Ansatz echte Konkurrenz machen.

Die Gefahr der Monopolstellung von Kaufhausriesen

Von Kaufhausriesen, die gerade in bestimmten Branchen versuchen eine Monopolstellung zu erreichen, gehen mitunter ernstzunehmende Gefahren aus. Denn abseits der vielen Vorteile, die der Einkauf bei ihnen hat, entsteht gerade durch die Selbstverständlichkeit, mit der viele Konsumenten bei ihnen einkaufen, ein unreflektierter Umgang mit Produkten. So kann eine Monopolstellung im Buchmarkt beispielsweise bedeuten, dass ein Unternehmen eine regelrechte wirtschaftliche Diktatur betreibt.

Denn wenn Angebote wie etwa Musikflatrates oder im Falle des Buchmarkts eben Buchflatrates sich flächendeckend durchsetzen und Lesern ermöglicht wird, mehrere hunderttausende Bücher für wenige Euro zu lesen, erfüllt sich zwar der Traum jedes Viellesers, für alle anderen wird es aber schmerzhaft. Denn Kaufhausriesen verkaufen dann ja im Grunde keine einzelnen Produkte mehr, sondern bestimmten frei über ihr Sortiment. Da es aber genügend Kunden gibt, die gerne Geld sparen und es bequem haben, lohnen sich derlei Angebote. Darunter zu leiden haben der stationäre Buchhandel, alteingesessene Verlage und vor allem auch die Schriftsteller von denen die Bücher kommen.

Auf lange Frist lohnt sich der Einkauf bei Kaufhausriesen dann aber auch für Konsumenten nicht unbedingt. Denn sobald die Omnipotenz aufgrund steigender Kundenzahlen immer weiterwächst und die Plattformen durch die Übernahme diverser anderer Portale das Ideal eines geschlossenen Warenkreislaufs in einer Firma verwirklichen können, wird es problematisch. Dann können nicht nur Erzeuger der Produkte, Lieferanten und Händler geschröpft werden. Auch den Kunden können Online-Kaufhausriesen dann die Preise diktieren. Was einst enorm günstig war, ist dann plötzlich frech überteuert. Es bleibt fragwürdig, ob eine solche Zukunft es wert ist, aus reiner Bequemlichkeit und aus Geiz, freiwillig gewählt zu werden.

Zum Problem der Monopolstellung kommen interne Probleme vieler größerer Online-Kaufhäuser hinzu: Hin und wieder berichteten diverse Medien über Strukturen und Methoden, die mehr als fragwürdig waren und an Zustände in Ländern erinnerten, von denen sich hierzulande eigentlich bewusst distanziert wird. Besonders die Ausnutzung und Unterbezahlung von Leiharbeitern, Steuervermeidungsstrategien sowie die sich häufenden Verstöße gegen Mitarbeiterrechte großer Online-Versandhäuser standen immer wieder stark in der Kritik. Dennoch kaufen viele Konsumenten weiterhin dort ein. Denn heimische und oftmals nachhaltige Online-Kaufhäuser haben durchaus auch ihre Nachteile.

Nachteile heimischer und nachhaltiger Online-Kaufhäuser

Der größte Nachteil heimischer und nachhaltiger Online-Kaufhäuser liegt auf der Hand: In der Regel können sie es sich nicht erlauben, regelmäßig so starke Rabattaktionen zu starten, wie große Kaufhausriesen im Web. Generell liegen die Preise für eventuell ein und dieselben Produkte bei ihnen meist etwas höher. Hinzu kommen die bequemen Bezahlmethoden, die sich mit wenigen Klicks bedienen lassen. Gerade PayPal und ähnliche Bezahlsysteme gelten inzwischen als technisch relativ sicher und als praktischer, als Bezahlungen etwa bei Vorkasse oder Kreditkarte und Lastschrift, die bei kleineren Online-Kaufhäusern oftmals die einzigen Optionen bilden.

Außerdem findet man bei Kaufhausriesen im Grunde alles, was man sucht, innerhalb weniger Sekunden. Genauso schnell, wie es bestellt ist, wird es geliefert. Wer Premiumkunde ist, bekommt seine Waren mit ein wenig Glück sogar noch am selben Tag. Von Küchengeräten, über Lebensmittel und Fahrräder, lässt sich alles bequem mit wenigen Klicks bestellen und vor die Haustür liefern. Am Black-Friday können dann auch noch sonst unerschwingliche Produkte für humane Preise erstanden werden. Verständlich, dass gerade Verbraucher mit weniger Einkommen kleinere Online-Kaufhäuser meiden und der Versuchung der großen Anbieter nicht widerstehen können. Warum sollten sie denn auch?

Warum sich der nachhaltige Einkauf dennoch lohnt

Also warum sollten Konsumenten bei kleineren, heimischen und oftmals nachhaltigeren Online-Kaufhäusern einkaufen? Lohnt sich der Kauf dort nun? Diese Frage lässt sich eigentlich leicht beantworten. Der Kauf lohnt sich mehrfach. Aber natürlich nur für diejenigen, die langfristig denken und die auch Kompromisse eingehen können.

Denn zunächst einmal muss oftmals eben tatsächlich etwas mehr investiert werden. Die Bezahlung erfolgt eben vielleicht nicht ganz so bequem, wie bei größeren Online-Kaufhäusern. Auf lange Sicht sparen Konsumenten mit einem teureren und

nachhaltigen Kauf dann aber eventuell Geld. Denn nicht nur vermeiden sie damit in den meisten Fällen die Gefahr einer Unterstützung des Monopolanspruchs der großen Kaufhäuser, sie greifen nicht selten auch automatisch zu qualitativ hochwertigeren Produkten. Denn beispielsweise Kleidung, die nachhaltig produziert und kontrolliert wurde, ist in vielen Fällen besser vernäht, gesünder gefärbt und generell aufwendiger gearbeitet, als Billigkleidung. Sie hält sich damit länger und muss nicht so oft nachgekauft werden, womit auf Dauer wiederum sogar Geld gespart wurde.

Besonders auch der moralische Aspekt des Einkaufens in heimischen und nachhaltigen Online-Kaufhäusern ist zu betonen. Wer grün einkauft, kauft guten Gewissens ein und kann sich sicher sein, dass sowohl für die Produktion, den Transport und den Handel keine Menschen leiden mussten. Auch die im Unternehmen selbst Beschäftigten werden in der Regel vernünftig bezahlt und behandelt, was wiederum die vergleichsweise höheren Preise rechtfertigt.

Um Konsumenten von der Qualität und den Vorteilen heimischer und grüner Online-Kaufhäuser zu überzeugen, verfolgen beispielsweise die beiden Gründer Philipp Gloeckler und Stephan Uhrenbacher mit ihrem Avocado Store das Ziel, Kunden auf kürzestem Weg zum Produkt ihrer Wahl zu verhelfen und ihnen die Möglichkeit zu geben, bequem Preise vergleichen zu können. Der Store bündelt jegliche Ökokategorien und Ökoprodukte und versteht sich besonders darauf, stylische Alternativen zu großen Online-Kaufhäusern zu bieten. Im Angebot sind deshalb alle möglichen Stücke von Möbeln, Büroutensilien und Kleidung, über Küchen- und Gartenbedarf bis hin zu Büchern und Wellnessprodukten.

Da viele Konsumenten Stores wie den Avocado Store häufig verzweifelt suchen, nach erfolglosen Recherchen dann aber doch wieder auf größere Online-Kaufhäuser zurückgreifen, hat sich die Plattform Utopia vor allem auf die Aufklärung und Beratung von interessierten Konsumenten spezialisiert. Nicht nur listet sie die besten grünen Onlineshops auf, sie zeigt auch in diversen Produkt-Guides, warum und wo nachhaltige Produkte erstanden werden können und warum sich der Kauf dort lohnt. Im Magazin- und Ratgeberbereich des Portals finden sich außerdem spannende Anregungen zu einem bewussteren und nachhaltigeren Lebensstil.