Radio Hamburg

Keine Alternative für Frauke

Frauke Petry tritt aus der AfD aus

Dresden, 26.09.2017
Frauke Petry verlässt die AfD

Frauke Petry wird aus der AfD austreten. Ob sie ihre eigene Partei gründen wird, steht noch nicht fest.

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry wird aus ihrer Partei austreten. "Klar ist, dass dieser Schritt erfolgen wird", sagte sie am Dienstag (26.09.) in Dresden.

Paukenschlag bei der AfD - nur zwei Tage nach dem Einzug der Partei in den Bundestag rumort es kräftig an der Spitze. Am Dienstag (26.09.) ließ AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry in Dienstag die Bombe platzen und verkündete ihren Austritt aus der Partei. "Klar ist, dass dieser Schritt erfolgen wird", erklärte sie. Einen konkreten Zeitpunkt für den Ausstieg ließ sie allerdings offen. Auch die Frage, ob sie eine neue Partei gründen wolle, ließ sie unbeantwortet.

Massenaustritte aus der AfD?

Zuvor hatte Petry bereits angekündigt, dass sie ihr Amt als Fraktionsvorsitzende im Sächsischen Landtag aufgeben werde. Auch der Parlamentarische Geschäftsführer Uwe Wurlitzer und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kirsten Muster würden ihre Ämter in der Fraktion "mit Ablauf des heutigen Tages" aufgeben, sagte Petry. Alle drei würden aber weiterhin ihre Mandate als Einzelabgeordnete behalten. Als Grund wurden grundsätzliche Meinungsunterschiede mit Teilen der Partei genannt, die ihnen eine Fortführung der Arbeit in der Fraktion unmöglich machten. Laut "Rheinischer Post" und "WDR" hat sich auch Patrys Ehemann Marcus Pretzell dazu entschlossen, aus der AfD auszutreten. Er habe bereits die Landtagsfraktion der AfD in Nordrhein-Westfalen verlassen. Auf Twitter äußerte sich Pretzell mit den Worten, dass die Zeitung "wie immer schlecht informiert" sei.

AfD-Spitze gibt sich unbeeindruckt 

Ebenfalls am Dienstag ist die neue AfD-Fraktion im Bundestag zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammengetreten. Auf die Frage, ob er mit weiteren "Abtrünnigen" rechne, sagte Spitzenkandidat Alexander Gauland vor Sitzungsbeginn in Berlin: "Ich hoffe nicht." Alice Weidel, die im Wahlkampf gemeinsam mit ihm das AfD-Spitzenteam gebildet hatte, sagte, bislang seien keine entsprechenden Tendenzen erkennbar. Eine Einschätzung, die sich dem Anschein nach nun nicht bewahrheitet hat. Die Frage, wer nach dem Abgang Petrys den Fraktionsvorsitz übernimmt, soll spätestens am Mittwoch geklärt werden. Gauland und Weidel hatten durchblicken lassen, dass sie diese Aufgabe gerne gemeinsam übernehmen würden.

Parteiaustritt als logischer Schritt?

Die 42-Jährige hatte bei der Bundestagswahl am Sonntag (24.09.) ein Direktmandat gewonnen. Am Montag (25.09.) erklärte sie, dass sie der neuen AfD-Bundestagsfraktion nicht angehören wolle. Anschließend verließ sie eine gemeinsame Pressekonferenz mit den Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland. AfD-Vorstandsmitglied André Poggenburg sagte, nur so könne Petry "einem Antrag auf Parteiausschluss zuvorkommen". Auch der AfD-Vorsitzende Jörg Meuthen legte ihr den Austritt aus der Partei nahe. Zunächst will Petry "als fraktionslose Abgeordnete im Bundestag" arbeiten. Ob sie die Gründung einer eigenen Fraktion oder Parlamentariergruppe anstrebt, hatte sie nicht gesagt.

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(dpa/san)

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