Radio Hamburg

Coronavirus verbreitet sich immer schneller

Welchen Sinn haben Atemschutzmasken?

Peking, 04.02.2020
Mann mit Atemschutzmaske in Zug stehend

Das neue Coronavirus bereitet sich vor allem in China rasend schnell aus. Der Höhepunkt der Epidemie soll erst in 10 bis 14 Tagen erreicht sein. Welcher Schutz ist da sinnvoll?

Knapp 20.000 Menschen sind in China bereits mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Die Zahl der Toten dort stieg bis zum Montagabend (03.02.) auf 361. In Deutschland sind mittlerweile 12 Infektionen bekannt. Damit zieht die neue Lungenkrankheit inzwischen weitere Kreise als die SARS-Pandemie vor 17 Jahren. 

Höhepunkt der Krankheitswelle noch nicht erreicht

Derweilen gehen Experten davon aus, dass die Zahl an Neuinfektionen mindestens noch 10 bis 14 Tage zunehmen wird und erst dann der Höhepunkt der Epidemie erreicht sein dürfte. China hat seinen Staatsbürgern von Reisen ins Ausland abgeraten und bekämpft die Ausbreitung im Land mit radikalen Maßnahmen. In der Krisenregion in Zentralchina sind 45 Millionen Menschen in mehreren Städten abgeschottet, die Verkehrsverbindungen wurden gekappt. Auch andere Städte in der Volksrepublik haben Überlandverbindungen mit Bussen ausgesetzt sowie Flüge und Züge reduziert. Die Metropole Wenzhou - mehr als 800 Kilometer östlich von Wuhan - hat praktisch eine Ausgangssperre für die neun Millionen Einwohner verhängt. Jede Familie darf lediglich ein Mitglied auswählen, das alle zwei Tage zum Einkaufen rausgehen kann. Zum Schutz vor weiterer Ausbreitung in China schickte der Vatikan einige Hunderttausend Atemschutzmasken in das Land. Doch welchen Sinn hat dies überhaupt?

Bieten Atemschutzmasken sinnvollen Schutz?

In China sind die Schutzmasken bereits Mangelware und auch in Deutschland finden die Masken reißenden Absatz. Eigentlich sollen die Masken aber vor Feinstaub und Rauch schützen. Welchen Nutzen haben die Masken dann überhaupt? Kurz gesagt: Da man noch zu wenig über das Virus weiß, gibt es sowieso keinen hundertprozentigen Schutz. Die Masken seien laut Experten aber besser als gar kein Schutz, da man bisher davon ausgeht, dass das Virus über die Luft übertragen wird. Mit dem Nachschub könnte es aber dauern. Das hat der Pharma-Großhändler "Gehe", der mehrere tausend Apotheken beliefert, dem "RBB" bestätigt.

Richtigen Mundschutz auswählen

Da die Viren vermutlich über die Luft übertragen werden und Menschen sogenannte Aerosole einatmen, also winzig kleine mit den Erregern bestückte Tröpfchen, die beim Husten und Niesen entstehen können, können die Masken einen Schutz bieten. ABER: Virendicht sind nur FFP-Masken der Stufe drei. Sie erschweren das Atem deutlich und sind beispielsweise im Baumarkt ab 10 Euro erhältlich. Dagegen bietet ein einfacher Mundschutz aus Papier kaum wirksamen Schutz. Allenfalls vor Schmierinfektionen schützen die einfachen Masken. Eigentlich haben die Masken sowieso einen anderen Sinn. Sie sollen eigentlich dafür sorgen, dass zum Beispiel in Krankenhäusern möglicherweise infektiöse Tröpfchen aus dem Atemtrakt des Chirurgen nicht in das Operationsgebiet gelangen. Es macht daher viel mehr Sinn, wenn sich beispielsweise Grippekranke eine Maske zum Schutz anderer Menschen aufziehen. Für gesunde Menschen ist das Tragen der Maske daher eher nicht sinnvoll.

Was bietet einen sinnigen Schutz?

Das Bundesgesundheitsministerium rät dagegen als sinnige Vorsichtsmaßnahme, sich regelmäßig die Hände zu waschen und Abstand von Menschen mit Erkältungssymptomen zu halten.

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