Radio Hamburg

Hamburgerin in Hongkong

Coronavirus: Gespenstische Szenen in Asien

Hongkong, 05.02.2020
Nora in Hongkong

Am Mittwochmorgen (05.02.) hatte die Radio Hamburg Morningshow die Gelegenheit mit einer Hamburgerin zu sprechen, die sich gerade in Asien aufhält. Sie schildert beängstigende Zustände.

Über 24.000 Menschen sind in China inzwischen mit dem Coronavirus infiziert. 491 sind offiziell daran gestorben. Wir in Deutschland sind von dem Virus mit 12 Infizierten noch nicht so stark betroffen, aber wie fühlt es sich an wenn man direkt vor Ort in China ist? Am Mittwochmorgen (05.02.) konnte die Radio Hamburg Morningshow rund um John Ment, Birgit Hahn und André Kuhnert mit einer Hamburgerin sprechen, die sich momentan in Asien aufhält.

Menschenleere Straßen

In China, in der Nähe von Hongkong, lebst seit dem 31. Januar aus beruflichen Gründen Nora aus Barmbek. Eigentlich wollte sie seit Anfang des Monats bei der "German Schwiss International School" anfangen. Doch nun ist die Schule, wie übrigens auch alle anderen Schulen, bis zum 2. März geschlossen, Nora aber weiterhin vor Ort. Die Einheimischen gehen allerdings davon aus, dass die Schulen sogar bis nach Ostern, also Mitte April, geschlossen bleiben werden. Auf den Straßen in und um Hongkong bietet sich wegen der vielen geschlossenen Einrichtungen und Geschäfte ein teilweise gespenstisches Bild. "Wenn man hier durch die Gegend läuft, sieht man sehr, sehr wenig Menschen. Alle Plätze, an denen mehrere Menschen zusammenkommen könnten, sind alle geschlossen. Mundschutzmasken sind alle ausverkauft", so Nora im Interview. Gibt es dann Nachschub, würde ein regelrechter Run auf auf die Masken einsetzen. Schlangen von 200 bis 300 Meter vor Geschäften sind dann ganz normal.

Ohne Mundschutz ein No-Go

Insgesamt fühlt sich Nora in Hongkong aber noch recht sicher. "Ohne Mundschutz gehe ich aber tatsächlich auch nicht aus dem Haus, weil ich sonst auch ein komisches Gefühl hätte und alle Menschen einen riesigen Bogen um einen machen." Sie versuche, sich so gut wie möglich von der bedrückenden Situation abzulenken. Wichtig sei ihr zudem ihre Familien und Freunde stetig über ihren Instagram-Account über die Situation zu informieren, weil sich die natürlich große Sorgen machen würden. 

Essen und Einkaufen ist schwierig

Ansonsten ist das alltägliche Leben fast beinahe zum Erliegen gekommen. Viele Restaurants mussten schließen, weil schlichtweg die Besucher wegbleiben. Zudem sind auf den Märkten deutlich weniger Stände vertreten. In den Supermärkten sieht es teilweise sogar noch dramatischer aus. Dort ist recht viel ausverkauft. "Sowas wie Brot und Gemüse bekommt man recht selten. Nur wenn man Glück hat", so Nora im Interview.