Es gibt neue Inhalte auf unserer Startseite - jetzt aktualisieren! [Schließen]
Radio Hamburg

Journalist Jay Tuck

Modernste Spionage-Technik beim G20-Gipfel

Hamburg, 08.06.2017
Journalist Jay Tuck

Jay Tuck ist investigativer Journalist, erfahrener Kriegskorrespondent und anerkannter US-Sicherheitsexperte.

Jay Tuck ist Journalist und angesehener US-Verteidigungsexperte. Für sein neues Buch hat er sich auch mit dem G20-Gipfel in Hamburg beschäftigt.

Wenn US-Präsident Donald Trump zum G20-Gipfel nach Hamburg reist, bringen seine Leibwächter vom Secret Service ein volles Gepäck an Überwachungsgerät mit. Vieles davon, wie die Überwachungsdrohnen des Typs Predator, waren noch nie außerhalb von Kriegsgebieten im Einsatz. Dies berichtet der US-Journalist und Erfolgsautor Jay Tuck in der neuesten Ausgabe von Playboy. Unter dem Titel "Sie sehen Dich, sie werden Dich kriegen" enthüllt der investigative Reporter die modernste Spionage-Technik, die bei G20 in der Hansestadt im Einsatz sein wird.

Sind gesuchte Gefährder in der Menge?

Früher wurden die Veranstaltungshallen von Spürhunden abgesucht und entlang der Fahrstrecken die Gullideckel zugeschweißt. Heute ist eine High-Tech im Einsatz, die die Grenzen gewöhnlicher deutscher Polizeiarbeit sprengt.

Die stärksten Waffen sind unsichtbar

Über den Köpfen der Demonstranten werden Spionagedrohnen schweben. Aus einer Flughöhe von über 5.000 Metern kann ein Predator mit dem ARGUS-IS Spionage-System halb Hamburg erfassen und Hunderttausende von Menschen – einzeln und in Echtzeit – identifizieren und analysieren. Ihre hochwertigen Kameras können durch Wolkendecken und in der Tiefe der Nacht spionieren. Ihre Argus-Augen erfassen Objekte mit einer Bildschärfe von 1,8 Milliarden Pixel in 65 aktiven Fenstern. Die computergestützte Identifikation sowie der sekundenschnelle Abgleich mit internationalen Fahndungsprofilen leistet Spezialsoftware (in der Fachsprache Extreme-Scale Analytics ) mit atemberaubender Geschwindigkeit.

Ein Alptraum für Datenschützer

Entlang der Marschroute halten hochsensible Mikrosensoren Ausschau nach Radioaktivität, chemischen Giften und natürlich Sprengstoff. Unterirdisch kriechen kriegserprobte Roboter durch Abwasserkanäle und U-Bahn-Schächte. An Hotelfassaden werden Ballons befestigt, die Außenwände mit Infrarot-Kameras im Auge halten. 

Diese Hightech-Show ist ein Alptraum für Datenschützer und ein Lehrstück für den deutschen Staatsschutz. Einige Geräte sind derart brisant, dass die Kollegen von den deutschen Diensten sie noch nicht sehen durften. "Ich kenne einige leitende Mitarbeiter im deutschen Sicherheitsbereich", sagt Tuck, "die bei G20 darauf hoffen, endlich einen ersten Blick auf die US-Hightech zu erhaschen."

Für mehr Info

Wen das Thema noch näher interessiert: Jay Tuck hat im Plassen Verlag den Technologie-Beststeller "Evolution ohne uns – Wird die Künstliche Intelligenz uns töten?" veröffentlicht. Dafür sprach er mit Militärs und Nachrichtendienstlern, deutschen und amerikanischen Drohnenpiloten sowie unzähligen KI-Experten.

comments powered by Disqus