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OSZE-Bilanz

Hamburg im "geordneten Ausnahmezustand"

Hamburg, 09.12.2016
01-OSZE

Während des OSZE-Gipfels mussten die Hamburger im gesamten Citygebiet mit Beeinträchtigungen rechnen.

Während Innensenator Grote und die Hamburger Polizei eine durchweg positive Bilanz des OSZE-Gipfels ziehen, äußert sich der ADAC kritisch.

Die OSZE-Konferenz hat nach Ansicht des ADAC den Hamburger Straßenverkehr in einen "geordneten Ausnahmezustand" versetzt. Die Straßensperrungen rund um den Tagungsort auf dem Messegelände, kurzfristige Abriegelungen von Kreuzungen, 3000 Polizeifahrzeuge, zahlreiche Wagenkolonnen - das alles habe massive Einschränkungen für die Autofahrer bedeutet, sagte der Sprecher des ADAC-Hansa-Clubs, Christian Hieff.

Berufsverkehr beeinträchtigt

Anders als große Sportveranstaltungen oder Freizeitevents wie die Harley Days habe der OSZE-Ministerrat die Autofahrer im Berufsverkehr getroffen. "Das ist schon ein anderer Schnack", sagte Hieff. Die Pendler hätten die Verzögerungen auch nicht so kalkulieren können wie bei den üblichen Staus auf den Autobahnen.

Behindert worden seien auch die Busse in der Innenstadt. Nur mit der Bahn oder dem Fahrrad sei man weitgehend unbeeinträchtigt vorangekommen. Mit Blick auf das geplante Treffen der Staats- und Regierungschefs der führenden Industrie- und Schwellenländer am 7. und 8. Juli 2017 sagte der ADAC-Sprecher: "Die Autofahrer haben zu spüren bekommen, was der G20-Gipfel bedeuten wird." Die Hamburger müssten auf gutes Wetter hoffen, damit sie auf das Fahrrad umsteigen oder kürzere Strecken zu Fuß bewältigen könnten.

Hamburg ein guter Gastgeber

Nach Ansicht von Innensenator Andy Grote hat sich Hamburg während des OSZE-Außenministertreffens als weltoffene Metropole und guter Gastgeber präsentiert. "Sicherheitskonzept und Einsatzorganisation haben sich bewährt und für einen reibungslosen Ablauf gesorgt", sagte der SPD-Politiker. "Uns ist bewusst, dass diese Großveranstaltung für die Hamburgerinnen und Hamburger auch mit Belastungen verbunden war. Unterm Strich konnten die Einschränkungen aber in Grenzen gehalten werden."

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Nach der Kurden-Demo am Nachmittag (08.12.) ist auch die Demo linker Aktivisten am späten Donnerstagabend friedli ...

Dass die Veranstaltung einschließlich der Protestkundgebungen friedlich und störungsfrei verlaufen sei, sei auch der starken Präsenz der Polizei zu verdanken, betonte Grote. Mehr als 13.000 Polizisten waren während des Treffens der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Hamburg im Einsatz. "Allen beteiligten Kräften von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten aus dem gesamten Bundesgebiet danke ich für ihren hochprofessionellen und engagierten Einsatz."

Rückkehr zur Normalität

Auch die die Polizei Hamburg hat eine positive OSZE-Bilanz gezogen. "Der Einsatz ist wirklich wie am Schnürchen gelaufen, fast schon wie ein Uhrwerk. Wir hatten kaum Störungen", sagte Polizeisprecher Timo Zill. "Wir sind sehr, sehr zufrieden. Es war einer der größten Einsätze in der Geschichte der Polizei Hamburg", erklärte Zill.

Die befürchteten Krawallen blieben in Hamburg aus. Aus Protest gegen die Veranstaltung gingen nur mehrere hundert Menschen auf die Straßen. Die größte Kundgebung war ein Protestmarsch linker Gruppen mit etwa 1300 Teilnehmern.

Das Treffen der 50 Außenminister aus Mitgliedsstaaten der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) sollte bis Freitagmittag dauern. Nach Abschluss der Tagung würden alle Sperrungen mit Hochdruck wieder abgebaut. Ziel sei es, dass der Verkehr am Nachmittag (09.12.) wieder normal fließen könne. (dpa/apr)