Radio Hamburg

Bagger rollen ab 2019

Eigentümer wollen Rathausquartier sanieren

Hamburg, 16.08.2018
Rathaus

Damit zwischen dem Rathaus und der Willy-Brandt-Straße mehr Menschen flanieren und die Gastronomie nutzen, wollen die Eigentümer kräftig investieren.

Das innerstädtische Quartier zwischen Rathaus und Willy-Brandt-Straße soll zukünftig für Spaziergänger und Einkäufer deutlich attraktiver werden. Bisher ist das Viertel zwischen Rathaus und Domplatz eher als Banken- und Versicherungsviertel bekannt, soll durch die Pläne aber deutlich belebter werden. Dazu sollen unter anderem die Gehwege breiter und mehr Außengastronomieplätze geschaffen werden, um mehr Menschen in die Restaurants vor Ort zu locken. Laut den Eigentümern, die das Ganze über eine Projektgesellschaft realisieren wollen, soll dabei der Spagat gelingen, Autofahrer und Lieferanten nicht zu sehr einzuschränken.

Baustart ab 2019

Die ersten Bagger für die Modernisierung des Rathausquartiers sollen bereits im kommenden Jahr anrücken. Dabei betont Mareike Menzel von der Projektgesellschaft "Zum Felde": "Wir wollen auch nicht die Parkplätze komplett aus dem Quartier verbannen. Wir wollen einfach nur ein gesundes Mischverhältnis für die zahlreichen Lieferanten, Bürostandorte und die Besucher erzielen." Neben den breiteren Gehwegen sind eine neue Bepflanzung, weniger Schilder und veränderte Parkzonen geplant. Auch die Verkehrsführung mit etlichen Einbahnstraßen sowie die Einrichtung von Fußgängerzonen wollen die Organisatoren von den Behörden überprüfen lassen.

Viertel aus dem Dornröschenschlaf wecken

Ziel der Eigentümer ist es das Viertel aus dem "Dornröschenschlaf" zu wecken und vor allem rund um die Domstraße kräftig zu investieren. "Der Gesamteindruck des Quartiers lässt leider zu wünschen übrig", sagte Mitinitiator Dennis Barth, Geschäftsführer einer Immobilienfirma an der Rathausstraße. Problem ist aber auch die Auffindbarkeit des Viertels und der gastronomischen Angebote vor Ort. "Das Quartier ist noch sehr versteckt. Wer zum Beispiel am Neuen Wall Einkaufen war, muss erst dort hingeführt werden, um dort vielleicht seinen Kaffee zu trinken", so Mareike Menzel über eines der Hauptprobleme des Viertels.

Business Improvement Districts als Erfolgsmodell

Bei dem Sanierungsprojekt handelt sich um ein weiteres BID (Business Improvement District), von dem es allein in Hamburg seit der Einführung vor 13 Jahren mittlerweile 26 Stück gibt. Dabei schließen sich Immobilienbesitzer, Geschäftsleute und Gastronomen zusammen, um mit eigenem Geld ihren jeweiligen Kiez attraktiver zu machen. Im Fall des Rathausquartiers seien von den 45 Grundeigentümern des Viertels die Hälfte bereits mit im Boot.

Hamburger BIDs stecken in der Regel mehrere Millionen Euro in ihre Vorhaben, seit 2005 waren es laut Handelskammer rund 65 Millionen Euro. Stimmen zwei Drittel der Eigentümer einer BID-Gründung zu, sind die übrigen Widersacher verpflichtet, ihren finanziellen Beitrag zu leisten. Ein BID läuft über fünf Jahre und wird zumeist verlängert, wie Heiner Schote von der Handelskammer ergänzte. Aktuell liefen zwölf BIDs, darunter das Nikolai-Viertel beim Rathaus sowie eines für die Mönckebergstraße. Mit dem neuen BID soll in der City eine weitere Investitionslücke geschlossen werden.

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(pf/iw/san/dpa)