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Radio Hamburg

Staples in Kritik

Rassismus-Unterstellung wegen Lineal

Hamburg, 31.01.2018
Mohammed Lineal

In einer Hamburger Staples-Filiale wurde dieses Lineal verkauft - nun wurde es aus dem Sortiment genommen.

Nach dem H&M-Skandal steht nun auch der Schreibwarengigant Staples unter Kritik - und das aufgrund einer angeblich rassistischen Intention eines Lineals. 

Die amerikanische Bürobedarfskette Staples ist momentan dem Rassismus-Vorwurf ausgesetzt. Grund der Anschuldigungen: An der Kasse der Filiale wurden einige Lineale angeboten - unter anderem auch ein Lineal mit einem "Mohammed"-Schriftzug und vier verschleierten Personen. Das sorgte für Wirbel und Aufsehen bei einigen Kunden, worauf das Unternehmen sogar reagierte!

Staples ist in Hamburg ganze zehn Mal vertreten. In der Langenhorner Filiale flog der Skandal auf, denn Kunden beschwerten sich, es sei "absolut unmöglich" , dass Kindern dieses "falsche Bild" vermittelt werde. Auf diese Art provoziere man Ausgrenzung und Diskriminierung. Andere Lineale sind mit Anna und Schmetterlingen oder Mathilda und Eulen bedruckt und genau deswegen würden die Unterschiede zwischen ihnen und Mohammed noch hervorgehoben werden. Dies solle nicht noch stigmatisierend herausgearbeitet werden. Zudem werde der Name Anna mit Schmetterlingen, der Name Mathilda mit Eulen und eben der Name Mohammed mit Verschleierung assoziiert. Allerdings erkennt man bei genauerem Hinsehen, dass die verschleierte Person einen Ninja (Kämpfer des vorindustriellen Japan) darstellen soll. 

Die Reaktion des Unternehmens 

Ein Staples-Sprecher spricht von einem "großen Missverständnis". Er betont, dass die Kinderlineale auf Wunsch für 3,49 Euro individuell mit Namen und Hintergrundmotiv bedruckt werden könnten. In dem Fall des Mohammed-Lineals habe es eine unglückliche Kombination gegeben, die missinterpretiert werden könnte. Es läge weder bewusst ein muslimisch geprägtes Bild noch eine Absicht hinter dem Lineal. "Wir lassen das Motiv jetzt trotzdem aus dem Sortiment nehmen", sagt der Sprecher aus der Hamburger Handelszentrale. In de Zukunft solle darauf geachtet werden, dass solche unglücklichen Namens- und Motivkombinationen nicht mehr vorkommen. 

Über die Firma Staples

1985 wurde das Unternehmen Staples in den USA gegründet und ist seitdem zum größten Unternehmen für Bürobedarf herangewachsen. 2017 wurde das Europageschäft von Staples an den Hedge Fonds Cerberus Capital verkauft und heißt seitdem Staples Solutions. Stapels hält allerdings weiterhin eine Beteiligung von 15 Prozent an dem Europageschäft in 30 Ländern mit mehr als 77.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von 18 Milliarden Dollar. Niederlassungen und Tochterfirmen gibt es auch in Nordamerika, Südamerika und Asien. Im seinem Sortiment befinden sich mehr als 7.000 Produkte – unter anderem eben auch das bemängelte Kinderlineal.