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Radio Hamburg

Hitze-Sommer 2018

Gewässersituation verschlechtert sich weiter

Hamburg, 27.07.2018
Wetter, Blaualgen, Alster

Durch die hohen Temperaturen und den fehlende Niederschlag geht es den Hamburger Gewässern immer schlechter. 

Nach tagelanger Dauerhitze zeigt der Sommer zunehmend seine Schattenseiten: Wegen der hohen Wassertemperaturen wird ein großes Fischsterben in den Gewässern der Hansestadt befürchtet, zudem verstärkt sich weiterhin die Algenblüte aufgrund der guten Wetterlage. Inzwischen wurde sogar der Schwimmteil für den Ironman am Sonntag (29.07.) in der Alster abgesagt.

Hamburgs Gewässer an der Belastungsgrenze

Die Hitze setzt nicht nur den Menschen zu, auch die Hamburger Gewässer leiden zusehends unter den drückenden Temperaturen. So ist die Sauerstoffkonzentrationen in der Tarpenbek und Wandse inzwischen in den fischkritischen Bereich gefallen. Die Umweltbehörde rechnet deshalb damit, dass auch weitere Gewässer im Stadtgebiet bald kippen könnten und es zu einem großflächigen Fischsterben kommt. Daneben tritt in der Alster eine massive Blaualgenblüte auf.

Belastete Gewässer meiden

Das Baden in Gewässern, in denen Blaualgen beobachtet werden, also ein grüner Teppich zu sehen ist, sollte aus gesundheitlichen Gründen unbedingt unterlassen werden. Laut Umweltbehörde sollen demnach insbesondere Kinder und Hunde von Blaualgenansammlungen ferngehalten werden. Ferner gilt:

- Das angeordnete Badeverbot an einigen Badegewässern wegen Blaualgen (momentan am am Öjendorfer See – Badestelle Nord und Süd, sowie am Hohendeicher See – Badestelle West) gilt weiterhin. Dort können insbesondere im flachen Wasser auch Zerkarien-Parasiten, die einen juckenden aber ungefährlichen Ausschlag verursachen, auftreten.

- Die Umweltbehörde bittet zudem darum, aus den Gewässern kein Wasser mehr zu entnehmen, um den Pegel nicht noch weiter zu senken

- Solltet ihr tote Fische entdecken, dann ist die Rufnummer 428 40 23 00 zu informieren. Die Experten entsorgen die Fische dann.

Auch Elb-Wasser-Qualität kritisch

Auch die Wasserqualität der Elbe hat sich weiter verschlechtert. So ist die Sauerstoffkonzentration für Fische inzwischen unter anderem an der Messstation Seemannshöft in den lebensbedrohlichen Bereich gefallen. Auch die Wassertemperatur steigt weiter an und liegt inzwischen bei knapp 25 Grad. Die Blaualgenkonzentration ist dagegen noch im niedrigen Bereich. Insgesamt fließt zurzeit aber so wenig Wasser durch die Elbe wie seit über 100 Jahren nicht mehr. In der kommenden Woche gehen die Experten davon aus, dass der Pegel bei etwas 175m³/s liegen wird, was dem niedrigsten Wert seit 126 Jahren entspricht.

Teil des Ironmans abgesagt

Beim Ironman in Hamburg ist in diesem Jahr das Schwimmen abgesagt worden. Grund dafür ist die zu hohe Konzentration an gesundheitsgefährdenden Blaualgen in der Alster durch die große Hitze der vergangenen Wochen. Das teilten die Organisatoren am Freitag (27.07.) mit. Der Ironman wird nun statt als Triathlon als Duathlon (Laufen-Radfahren-Laufen) ausgetragen. Statt des Schwimmens über 3,8 Kilometer wurde als Auftakt des Rennens am Sonntag (29.07.) ein sechs Kilometer langer Lauf angesetzt.

Geht das Trinkwasser aus?

Deutliche Antwort: Nein! Zwar haben die Hamburger in den letzten Tagen mehr als 400.000 m³ Wasser verbraucht, während an normalen Tagen lediglich 330.000 m³ durch die Leitungen rauschen, doch sind die Trinkwasserspeicher weiterhin gut gefüllt. Die Umweltbehörde geht davon aus, dass die benötigen Mengen für das gesamte Jahr 2018 ohne Einschränkungen bereitgestellt werden können.

Weitere Infos zum Thema Blaualgen und der Gewässersituation bekommt ihr auch in unseren Nachrichten-Podcast.

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(dpa/san)