Radio Hamburg

Fluglärmärger am Airport

Stadt will härter gegen Lärm-Verstöße vorgehen

Hamburg, 23.03.2018
Fluglärm, Flugzeug, Flughafen, Lärm

Immer mehr Flugzeuge am Hamburger Airport stören die Nachtruhe der Anwohner.

Wird das Hamburger Nachtflugverbot verschärft? Umweltsenator Jens Kerstan verspricht auf alle Fälle in Zukunft Fluglinien härter und konsequenter für Regelbrüche bestrafen zu wollen.

Immer mehr verspätete Flieger und Fluglärm nachts, damit müssen viele Hamburger inzwischen leben. Am Donnerstag (22.03.) hat sich deshalb der Umweltausschuss der Bürgerschaft mit der Volkspetition und der Forderung beschäftigt, am Hamburger Flughafen ein Nachtflugverbot schon ab 22 Uhr einzuführen, denn immer mehr verspätete Flieger starten und landen nach der Deadline um 23 Uhr.

Härteres Vorgehen gegen Airlines

Umweltsenator Jens Kerstan verspricht, jetzt härter durchzugreifen und grundsätzlich Bußgelder von Fluglinien zu verlangen, die schlecht planen und ohne dringenden Grund erst nach 23 Uhr auf dem Hamburger Flughafen starten oder landen. Hamburgs Wirtschafts- und Verkehrssenator Frank Horch kann die genervte Anwohner zwar verstehen, hält aber dagegen, dass Hamburg eben ein Stadtflughafen und ein wichtiges Drehkreuz in Nordeuropa sei und zudem "ein wichtiger Baustein in globalen Zeiten und im digitalem Zeitalter, was den Wirtschaftsstandort angeht." Nicht zuletzt sei das Mobilitätsbedürfnis der Bürger nicht zu vernachlässigen.

Juckt das die Fluglinien?

Kerstan betont mit Ordnungswidrigkeitsverfahren und Bußgeld für vermeidbare Verspätungen und bei Extremfällen von Gewinnabschöpfung gegen die Airlines vorzugehen. Von Kritikern wird die Wirksamkeit dieser Maßnahme bezweifelt. Doch Kerstan hälft dagegen und erklart: "Das ist schon etwas, was die Fluglinien trifft. Wir sehen auch schon, seitdem wir umgeschwenkt sind, dass manche Fluglinien bessere Planungen vorlegen."

Immer mehr Lärm nach 23 Uhr

Zeit zu handeln, besteht allemal. In seinem aktuellen Fluglärm-Report stellt der Umweltverband BUND nämlich fest: Die Zahl der Verspätungen nach 23 Uhr steigt enorm. Außerdem gab es allein im vergangenen Jahr über 100.000 Beschwerden über den Fluglärm. Auch an Wirtschaftssenator Horch geht diese Feststellung nicht vorüber, der Kerstan in seinem Plan mit Flugzeitbeschränkungen und Geldstrafen unterstützt, damit die Situation für die Anwohner endlich wieder erträglicher wird, mahnt aber eindringlich davor dabei die wirtschaftlichen Interessen nicht aus dem Blick zu verlieren. Der Flughafen sei für den Wirtschaftsstandort Hamburg sehr wichtig.

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Die nächtliche Lärmbelastung für die Anwohner des Hamburger Flughafens war nach Angaben des BUND im vergangenen J ...

(san/iw/jf)