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Während G20 zerstört

Haspa-Filiale in der Schanze bekommt Neubau

Hamburg, 23.03.2018
Plan Haspa Filiale in der Schanze

Schon 2019 soll die zerstörte Haspa-Filiale in der Schanze in neuem Glanz erstrahlen.

Während des G20-Gipfels zerstören Randalierer eine Haspa-Niederlassung im Hamburger Schanzenviertel beinahe vollständig, legen im Erdgeschoss Feuer. Lange war unklar, ob die Filiale wieder eröffnet.

Die Rauchschwaden haben sich verzogen, aber die Bilder in den Köpfen sind geblieben: von der Nacht, in der die Sternschanze brannte. Eine Filiale der Hamburger Sparkasse wurde bei den Krawallen während des G20-Gipfels nahezu zerstört und anschließend im Erdgeschoss ein Feuer gelegt. Mehr als acht Monate lebten die Anwohner in Ungewissheit: Wird eine der ältesten Haspa-Filialen der Stadt sich nun aus ihrem Viertel verabschieden?

Wirtschaftlicher Totalschaden

Für viele ist die Sparkasse auf dem Schulterblatt mehr als nur eine Bank: Sie ist ein Nachbarschaftstreff, man kennt sich zum Teil seit fast dreißig Jahren. "Wir werden auf jeden Fall wiederkommen", beruhigt Regionalleiter Detlef Rüter die rund dreißig wartenden Anwohner, die am Donnerstag (22.03.) in eine nahegelegene Gaststätte zu einer Informationsveranstaltung gekommen sind. Doch am Abriss des Hauses führt kein Weg vorbei. "Wir bauen das gesamte Gebäude neu, weil es ein wirtschaftlicher Totalschaden war", erklärt Rüter. Die Haspa stellt einen detaillierten Plan auf: Der Abriss erfolge nach Ostern, im Mai werde die Baugrube ausgehoben, im Oktober das Richtfest gefeiert und dann ab Anfang kommenden Jahres der Innenausbau begonnen. Die Eröffnung ist für Mai 2019 geplant.

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5-stöckiger Neubau

Noch hat die Haspa keine Baugenehmigung, wollte ihre Kunden aber trotzdem vorab informieren. Rund um das Gebäude wurde bereits ein Bauzaun errichtet, der in den kommenden Wochen von dem Street-Art-Künstler Ray de la Cruz und Jugendlichen aus der Nachbarschaft mit Graffiti verschönert werden soll. Zudem will die Sparkasse ihnen eine "Möglichkeit geben, legal sprayen zu dürfen", sagt Filialleiter Nico Heidmann. Der Neubau am Schulterblatt 65 soll sich künftig über fünf Stockwerke erstrecken. Das Erdgeschoss sowie das erste und das zweite Obergeschoss sollen für die Räumlichkeiten der Haspa genutzt werden. Die Etage darüber übernimmt die angrenzende Beratungsstelle "Jesus Center" und in den obersten beiden Stockwerken sollen insgesamt vier Sozialwohnungen entstehen. "Kann ich schon einmal eine Wohnung reservieren", scherzt eine ältere Dame.

Besserer Schutz der Filiale geplant

Das Untergeschoss soll weiter für Schließfächer zur Verfügung stehen, die dank eines Fahrstuhls auch barrierefrei zugänglich sein sollen. Für viele Anwesende ein besonders wichtiger Aspekt. "Momentan müssen wir nach St. Pauli, wenn wir an unseren Safe wollen. Das ist ja kein Zustand", beschwert sich eine Anwesende. Die Außenfassade soll nach den Vorstellungen der Architekten fast vollständig verglast und mit weitgehend naturbelassenen Materialien verbaut werden. Außen wird es weiterhin vier Geldautomaten geben. Um die Filiale vor künftigen Angriffen zu schützen, sollen im Erdgeschoss Jalousien angebracht und damit ein Eindringen verhindert werden.

Haspa der Zukunft

Der Innenraum wird laut Heidmann offen, hell und freundlich gestaltet. "Es wird wie unser Wohnzimmer, in dem wir Sie willkommen heißen", freut er sich. Der Filialleiter spricht gar von einer "Filiale der Zukunft", man wolle sich mit den Nachbarn "noch intensiver austauschen und vernetzen". Vereine und Unternehmen sollen Räume nach Feierabend für Lesungen, Konzerte, Tupperpartys oder Vorträge nutzen können. Doch bis dahin müssen sich die Anwohner noch mit der Übergangsfiliale schräg gegenüber des zerstörten Gebäudes zufrieden geben.

(dpa/san)