Radio Hamburg

Wie gut ist die Luftqualität?

Schneller Überblick über Hamburgs Luftbelastung

Hamburg, 30.05.2018
Abgase, Luft, Luftverschmutzung, Dreck, Schornstein, Kraftwerk

Wie gut ist die Luft an eurem Zuhause, an eurem Arbeitsplatz oder an anderen Orten der City? Der Luftqualitätsindex für Hamburg gibt Aufschluss.

Dicke Luft gibt es in Hamburg nicht erst seit der Einführung von Dieselfahrverbote in der Stresemannstraße und in der Max-Brauer-Allee in Altona, mit denen die Luft jetzt ein wenig reiner werden soll. Dabei ist die Maßnahme selbst bei Experten hoch umstritten, da das Problem durch den ausweichenden Verkehr einfach nur verlagert wird. Selbst der Beauftragte der Bundesregierung, Siegfried Balleis, rechnet selbst mit Milliarden von Fördermitteln nicht mit kurzfristigen Ergebnissen. Gerade in sowieso schon stark belasteten Großstädten werde es wohl "keine durchschlagenden Erfolge" geben. Auch auf mittlere Sicht werde es nicht gelingen, den Grenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft zu unterschreiten - dazu sei die Verkehrsdichte auf stark belasteten Straßen zu hoch. 

Fahrverbote verlagern das Problem nur

Mit dem Fahrverbot ist es erklärtes Ziel der Hansestadt die Stickoxidbelastung in den besonders belasteten Stadtteilen zu senken. Ob dies letztlich gelingt, bleibt abzuwarten. Für die Kritiker sind die Fahrverbote allerdings bereits jetzt eine Nullnummer. Während der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und die Oppositionsparteien CDU und FDP dem Grünen Umweltsenator Jens Kerstan vorwerfen, den Verkehr und die mit ihm verbundenen Emissionen nur in die umliegenden und nicht von Messstationen überwachten Straßen zu verdrängen, geht der Senator von einem positiven Effekt aus. Dies soll unter anderem dadurch erreicht werden, dass betroffene Fahrzeuge über Routen umgeleitet werden, in denen aufgrund einer anderen Bebauung eine bessere Luftzirkulation für weniger belastete Luft sorgen soll.

Jetzt wird es teuer

Klar ist, dass Hamburgs Autofahrer jetzt erst einmal das Versuchskaninchen für den Rest der Republik spielen dürfen. Denn in anderen stark belasteten Kommunen wie Köln oder Stuttgart wartet man schon sehnsüchtig auf die ersten Ergebnisse, um eventuell eigene Fahrverbote für Dreckschleudern zu erlassen. Zwar müssen die Hamburger Autofahrer in den ersten Tagen noch nicht mit Strafen rechnen, doch später werden für einen Verstoß dann ein Verwarn- oder Bußgeld von 25 Euro für Pkw und 75 Euro für Lkw fällig.

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Wo herrscht in Hamburg dicke Luft?

Doch wie ist die Luftqualität überhaupt im Rest der Stadt, abseits der nun betroffenen Straßen? Wirklich besser sieht die Situation dort meistens leider auch nicht aus. An insgesamt 15 Stationen misst die Stadt täglich die Luftqualität und besonders im Sommer zeigt sich: Eigentlich fällt beinahe jede Station durch und überschreitet teilweise sogar drastisch den EU-Grenzwert. Wie die Luftqualität in eurer Nähe ist, könnt ihr unter hamburg.luftmessnetz.de sehen. 

(dpa/san)