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Ankündigung der Bahn

Anti-Chaos-Umbau beim Hauptbahnhof

Hamburg , 19.10.2018
Feuerwehr Hauptbahnhof Hamburg

Der Hauptbahnhof muss erweitert werden, um auch künftig die stetig steigenden Fahrgastzahlen schultern zu können. Das soll nun in mehreren Schritten passieren. 

Hamburg und die Bahn wollen mit einer Erweiterung des Hauptbahnhofs mehr Kapazitäten an dem überlasteten Verkehrsknoten schaffen. Bis es soweit ist, müssen sich die Reisenden allerdings noch gedulden. Ein wichtiger Geldgeber steht dem Projekt "nicht allzu kritisch gegenüber".

Große Pläne 

"Der Hamburger Hauptbahnhof soll fit gemacht werden für die nächsten 100 Jahre" - das sagt Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD). Gemeinsam mit Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla hat er sich am Donnerstag auf dem schon seit vielen Jahren überlasteten Bahnhof ein Bild von der Lage gemacht. Der Termin findet am späten Vormittag statt. Es ist voll, von den Massen, die auf dem meistfrequentierten Bahnhof Deutschlands allmorgendlich und abends über die wenigen Zugänge auf die überfüllten Bahnsteige und zu den Pendlerzügen drängen, ist zu dieser Zeit aber nichts zu sehen. Stadt und Bahn haben Großes vor. Das Gebäude des 1906 erbauten Bahnhofs soll deutlich erweitert werden. "Er ist ja niemals auf diese 500 000 Besucher, die wir im Schnitt täglich hier im Hamburger Bahnhof zählen, ausgerichtet gewesen", sagt Pofalla. Anbauten sind an der Süd- und an der Ost-Seite, also zur Steintorbrücke und zur Kirchenallee hin geplant. Am Nordende Richtung Kunsthalle soll ein Deckel über die Gleise gelegt werden.

Mehr Platz ab Hbf schaffen

Bis es soweit ist, werden sich die Hamburger aber noch gedulden müssen. "2030 ist schon mal eine gute Vorstellung", meint Tschentscher. "Bis dahin müssen wir allerdings dringend notwendige Maßnahmen ergreifen, um die überfüllten Bahnsteige zu entlasten", sagt Pofalla. Im kommenden Jahr würden die vorhandenen Bahnsteige erneuert und am Bahnsteig zwischen den Gleisen 13 und 14 die Aufbauten entfernt, um mehr Platz zu schaffen. «Eine besondere Entlastung versprechen wir uns von provisorischen Zugängen zu den Bahnsteigen im Süden." Die dafür nötigen Durchbrüche zur Steintorbrücke sollen allerdings erst in den kommenden drei Jahren realisiert werden.  Zunächst handelt es sich bei den Erweiterungsplänen um gemeinsame Absichten. Ziel ist, diese noch im zweiten Quartal nächsten Jahres in einem sogenannten "Letter of Intent" zu fixieren. Darin soll dann auch Finanzierung und Ablauf eines internationalen Wettbewerbs zur Ausgestaltung des Bahnhofs und seines Umfelds geregelt sein. Mitte kommenden Jahres soll er beginnen und bis 2020 abgeschlossen sein.

Nur "maue Ankündigungen"?

Über den finanziellen Umfang der Erweiterungsmaßnahme könne erst gesprochen werden, wenn diese Pläne vorliegen, betont Tschentscher. Erst dann stelle sich auch die Frage, wer welche Kosten zu tragen habe. Pofalla ergänzt in Anspielung auf Ex-Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), "dass der Bundesfinanzminister diesem Projekt aus der alten Verbundenheit zu Hamburg nicht allzu kritisch gegenüber" stehen dürfte. Der Opposition in der Hamburgischen Bürgerschaft sind die Pläne nicht ambitioniert genug. "Statt gemeinsam mit der Bahn und mit Hochdruck an der Einhaltung des bisherigen Fahrplans zu arbeiten, begnügt sich der Bürgermeister mit einem Spaziergang und weiteren mauen Ankündigungen", moniert der Verkehrsexperte der CDU, Dennis Thering. 

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