Radio Hamburg

Kein Geld in der Kasse

Wege im Schanzenpark bleiben dunkel

Hamburg, 23.10.2018
Hamburger Schanzenpark bei Nacht

Der Bezirk Altona würde den Schanzenpark gerne besser ausleuchten, um gegen Drogendealer vorzugehen. Doch gibts dafür genug Geld?

Es klingt beim ersten Mal zu abstrus, um wahr zu sein. Während der Bezirk Altona gerne aktiv der Drogenkriminalität mit einem relativ einfachen Mittel entgegentreten würde, sagt die dafür zuständige Umweltbehörde: Tut uns leid, dafür haben wir kein Geld. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht.

Beleuchtung gegen Drogendealer

So können Drogendealer auch wohl in Zukunft direkt im Schanzenpark still, heimlich und unbeobachtet im Dunkeln ihren Geschäften nachgehen. Wäre es nach dem Bezirk Altona gegangen hätte man dem Treiben mit einer Scheinwerferanlage am Wegesrand im Wert von 100.000 Euro schnell und effektiv den Garaus gemacht. Der Bezirk wollte den Süden des Parks besser ausleuchten, weil nach Polizeierfahrung Drogendealer ausgeleuchtete Bereiche meiden. Das hat der Bezirk allerdings am Ende einfach so beschlossen, obwohl man sich über die genaue Umsetzung noch in Gesprächen befand. So war zum Beispiel auch angedacht, den Weg komplett zu schließen und durch eine Grünanlage zu ersetzen.

Leider kein Geld in der Kasse

Allerdings hat die Umweltbehörde nun die beantragten 100.000 Euro für die Lampen abgelehnt, da man lediglich Budget für einen Kilometer in der Hinterhand habe und diese nach Priorität verteilt würden. Wolle man mehr Lichter, müsse die Bürgerschaft auch mehr Geld freigeben. Laut Sprecher Jan Dube sei momentan damit schlichtweg kein Geld da, nächstes Jahr werde dann aber neu geprüft. Außerdem fügt er noch ganz grundsätzlich hinzu: "Aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen werden Park- und Grünanlagen nicht beleuchtet. Die gültigen Ausnahmeregeln gelten zudem für den Schanzenpark nicht." An einzelnen Stellen im Schanzenpark sollen aber trotzdem in diesem Jahr mehrere Flutlichter aufgestellt werden. Möglicherweise kommen im nächsten Jahr noch weitere hinzu - sollte dann mehr Geld übrig sein. SPD-Fraktionschef Dirk Kienscherf spielt das finanzielle Argument übrigens direkt zurück: "Der Bezirk verfügt durch die Wohnungsbauprämie über erhebliche Mittel und die Umweltbehörde hat auch noch einige Mittel. Die beiden sollten sich in der Mitte treffen. Sollten dann noch Mittel fehlen, könne man sich immer noch einmal an die Bürgerschaft wenden."

Verlagerung des Problemes?

Das Problem könnte am Ende aber gar nicht nur mit Geld und Licht gelöst werden. Laut Dube sei es allerdings naiv zu glauben, dass sich durch die Beleuchtung eines Weges das Problem quasi in Luft auflösen würde. Er hält dagegen und erklärt, dass sich das Problem durch Lichter wahrscheinlich nur verlagern würde und sich die Dealer letztendlich noch dunklere Ecken für ihre Geschäfte suchen.

Lest auch: Radio Hamburg Nachrichten: Die aktuellsten News bei uns als Podcast

Informiert zu jeder Zeit. Holt euch die Radio Hamburg jetzt als Podcast aufs Smartphone und Co.

(rk/san)