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Kriminalitätsstatistik

Wieder mehr Einbrüche in Hamburg

Hamburg, 09.10.2018
Einbruch, Einbrecher, Fenster, iStock

Nachdem die Einbruchszahlen in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesunken sind, ist die Zahl der Fälle im August und September wieder leicht angestiegen.

Jetzt da es wieder früher dunkel wird, steigt auch in Hamburg die Gefahr und die Angst vor Einbrüchen. Am Montag (08.10.) hat die Hamburger Polizei die vorläufige Einbruchsstatistik für das Jahr 2018 vorgestellt - mit gemischten Ergebnissen.

Seit 2015 deutlich weniger Einbrüche in Hamburg

Als Reaktion auf rund 9.000 Einbrüche im Jahr 2015 wurde bei der Hamburger Polizei die Sonderkommission "Castle" gegründet, die sich ausschließlich auf die Aufklärung von Einbrüchen spezialisiert hat. Inzwischen wird die Soko als eigene Dienststelle beim LKA geführt und kann erfreuliche Ergebnisse hervorweisen. So ging die Zahl der Wohnungseinbrüche im vergangenen Jahr um satte 23,2 Prozent auf 5.769 Einbrüche zurück.

2018 wieder mehr Einbrüche als im Vorjahreszeitraum

Für das Jahr 2018 sieht Polizeipräsident Ralf Martin Meyer allerdings eine kleine Trendumkehr. Bisher seien rund 3.200 Einbruchsdelikte verübt worden, in rund der Hälfte der Fälle blieb es allerdings beim Versuch. Im August und September sei die Anzahl der Delikte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar leicht angestiegen. Noch sei es aber möglich unter die Vorjahreszahl zu bleiben, sagte Meyer. Aus diesem Grund werde man als Polizei jetzt auch in die Offensive gehen. Mit Zivilfahndern, der Bereitschaftspolizei und dem Mobilen Einsatzkommando wolle man an den Einbruchsschwerpunkten künftig besonders präsent sein. Zudem kündigte Michael Neumann, Leiter der Soko "Castle" Verkehrskontrollen, Observationen und Razzien an, um Einbrecherbanden zu schnappen.

Modische Frauengruppe als Einbrecher aktiv

Als Grund für das Plus an Einbrüchen sieht Meyer auch eine kriminelle Frauengruppe. Die jungen Damen, die vermutlich aus Serbien oder Kroatien stammen, seien modisch gekleidet, fielen dadurch kaum auf und seien in der Hansestadt besonders aktiv. In einem Einbruchsmonitor stellten die Ermittler bestimmte Häufungspunkte der Gruppe fest. Die Taten seien demnach vor allem in Eimsbüttel, Eppendorf, Winterhude und Uhlenhorst verübt worden, stets im Nahbereich der Buslinie 15.

Einwohner sollen wachsam sein

Die Polizisten riefen Bürger und Anwohner von Einbruchshotspots dazu auf, verdächtige Personen, Fahrzeuge oder Geräusche sofort der Polizei unter der Telefonnummer 110 zu melden. Dabei sollten sich die Bürger nicht so sehr auf die Kleidung und Frisuren der Personen konzentrieren. Verdächtig machten sich etwa Unbekannte, die an einer Tür klingelten und gleich zur nächsten gingen, wenn ihnen nicht geöffnet werde. Fremde, die länger in einem geparkten Auto säßen, sollten freundlich angesprochen werden. Wichtig sei auch, die Wohnungstür richtig abzuschließen, selbst wenn man das Haus nur kurz verlasse, und für Licht zu sorgen.

Was der Leiter der Soko "Castle" Michael Neumann zu der Entwicklung der Einbruchszahlen sagt und wie sich Anwohner besser vor Einbrüchen schützen können, hört ihr jetzt auch im Radio Hamburg Nachrichten-Podcast. Klickt und hört doch mal rein!

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(dpa/san)