Radio Hamburg

Streik in Innenstadt

Mitarbeiter von Coca-Cola & Taxiunternehmen streiken

Streik

Am Mittwoch (10.04.) wird es zwei Demonstrationen in der Innenstadt geben. Coca-Cola-Mitarbeiter sind zum Streik aufgerufen und auch Taxiunternehmen demonstrieren.

Die Gewerkschaft von Coca-Cola hat die Beschäftigten am Mittwochmorgen (10.04.) zum Warnstreik aufgerufen. Im Kampf um mehr Geld ist eine Kundgebung am Besenbinderhof sowie eine Demo durch die Mönckebergstraße ab 10 Uhr 30 geplant. Nur rund eine Stunde später machen sich von der Glacischaussee Taxifahrer zu einem Protest-Autokorso durch die Innenstadt auf. Im Rahmen einer bundesweiten Aktion geht es gegen angestrebte Reformen von Bundesverkehrsminister Scheuer.

Warnstreik von Coca-Cola-Beschäftigten

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat die Beschäftigten des Getränkeherstellers Coca-Cola im Norden zu einem eintägigen Warnstreik aufgerufen. Nach bisher drei ergebnislosen Tarifrunden sollen die Beschäftigten der Standorte in Hamburg, Mölln und Neumünster (Schlesig-Holstein) sowie in Lüneburg, Hildesheim und Achim (Niedersachsen) ihre Arbeit niederlegen, um den Druck auf den Arbeitgeber Coca-Cola European Partners Deutschland (CCEP) zu erhöhen. An Vertriebs- oder Produktionsstandorten in Berlin, Genshagen in Brandenburg, Ziesendorf in Mecklenburg-Vorpommern sowie Halle und Weimar war es schon Ende März zu einem ganztägigen Warnstreik gekommen. Bei einer zentralen Kundgebung der sechs norddeutschen Standorte im Gewerkschaftshaus in Hamburg (10.30 Uhr) will der NGG-Bundesvorsitzende Guido Zeitler zu den Teilnehmern sprechen. Anschließend soll es eine Demonstration durch die Mönckebergstraße geben.

Demonstration der Taxifahrer 

An einer bundesweiten Demonstration der Taxifahrer will sich am Mittwoch auch das Hamburger Gewerbe beteiligen. Unter dem Motto «Unsere Taxis + unsere Jobs = deine Mobilität» protestieren die Teilnehmer von 11.45 Uhr an gegen - aus ihrer Sicht - zu erwartende Verschlechterungen ihrer Geschäftsbedingungen. Auch Taxifahrer aus Schleswig-Holstein und Bremen würden erwartet, hieß es. Von der Glacischaussee sollen mindestens 150 Taxis einen Autokorso via Millerntor und Ludwig-Erhard-Straße bis zur Kurt-Schumacher-Alle bilden. Dort ist vor der SPD-Zentrale eine Kundgebung geplant. 

Forderung der Taxiunternehmen

In erster Linie richte sich die bundesweite Aktion an die Politik, insbesondere gegen ein Eckpunktepapier aus dem Verkehrsministerium, teilte die Taxen-Union Hamburg Hansa mit. Darin werde der Wegfall der Rückkehrpflicht für Mietwagen gefordert. Dies bedeutet bislang, das Mietwagenfahrer, die nach ihrer geleisteten Fahrt keinen Anschlussauftrag haben, in ihre Zentrale zurückkommen müssen. Künftig könnten sie unterwegs nach weiteren Fahrgästen Ausschau halten. «Wenn wir bedroht werden, dann müssen wir kämpfen», kündigte das Hamburger Taxigewerbe seinen Widerstand gegen eine weitere Öffnung des Marktes an. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sieht in einer weiteren Liberalisierung des Fahrdienstmarktes und neuen Mobilitätsformen eine Chance vor allem für den ländlichen Raum.

Gewerkschaft fordert Lohnerhöhungen 

Die Gewerkschaft fordert nach eigenen Angaben 180 Euro mehr pro Monat für alle Beschäftigten und 100 Euro mehr für die Auszubildenden. Sie begründet ihre Forderung mit gestiegenen Umsätzen und höheren Gewinnen pro Aktie. Da könne keiner sagen, «es sei kein Geld für Lohnerhöhungen da!», teilte der Gewerkschaftssekretär der NGG-Region Hamburg-Elmshorn, Marcel Mansouri, mit. Sollte es bei der Tarifrunde am 11. und 12. April in Berlin kein verhandlungsfähiges Angebot der Arbeitgeber geben, wolle die NGG die Verhandlungen für gescheitert erklären. Dann könnten eine Urabstimmung und unbefristete Streiks folgen, kündigte die NGG an. Die Coca-Cola European Partners Deutschland GmbH bietet nach eigenen Angaben 90 Euro monatlich mehr für 2019 und im Jahr darauf noch einmal eine Erhöhung um 80 Euro an.

(dpa/jna)
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