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Warnstreik in Hamburg

Zahlreiche gestrichene Flüge am Airport

Hamburg, 04.02.2019
Flughafen Hamburg Streik

Am Airport Hamburg wird gestreikt. Reisende müssen sich auf zahlreiche Verspätungen und Ausfälle einstellen. (Archivbild)

Geduldsprobe für Flugreisende in Hamburg: Ein kurzfristig angekündigter Warnstreik des Bodenpersonals hat große Einschränkungen im Flugverkehr zur Folge. 

Ein ganztägiger Warnstreik des Bodenpersonals am Hamburger Flughafen hat am Montag (04.02.) zu mehr als 100 Flugausfällen geführt - von insgesamt 388. Von 3:00 Uhr an legten die Mitarbeiter der Frühschicht ihre Arbeit nieder, wie eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi am Montagmorgen sagte. "Das sind aktuell bestimmt 150 Kollegen", berichtete sie. Seit 14:00 Uhr sind auch die Mitarbeiter der Spätschicht dabei.

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Bisher knapp 100 Flüge gestrichen

Reisende müssen sich durch die Aktion auf Verspätungen und gestrichene Flüge einstellen. Insgesamt 100 Flüge wurden zunächst für den Montag gestrichen (Stand 15:20 Uhr). Zum Bodenpersonal zählen Beschäftigte, die für die Gepäckverladung, die Abfertigung von Flugzeugen und die Busse zuständig sind.

Das sollen Passagiere beachten

Am Hamburger Flughafen betrifft der Streik unter anderem die Gepäck- und Flugzeugabfertigung. Passagiere werden deshalb gebeten, ausreichend Zeit einzuplanen. Zudem sollten die Fluggäste das aufgegebene Gepäck auf ein Minimum reduzieren und wenn möglich nur mit Handgepäck reisen. Passagieren, die einen Flug von oder nach Hamburg geplant haben, wird empfohlen, sich fortlaufend über den Flugstatus zu informieren und bei Bedarf Kontakt mit der gebuchten Airline aufzunehmen. Am besten schaut ihr dazu unter: https://www.hamburgairport.de/de/flugziele_und_airlines.php 

Verdi fordert mehr Geld für Beschäftigte

Grund für den kurzfristig angekündigten Warnstreik war das nach Ansicht von Verdi unzureichende Arbeitgeberangebot in der laufenden Tarifrunde mit dem Arbeitgeberverband Arbeitsrechtliche Vereinigung Hamburg (AVH). Verdi fordert für die fast 1.000 Beschäftigten der Bodenverkehrsdienste eine monatliche Tariferhöhung von 275 Euro für alle. "In den Tarifverhandlungen wurde uns mitgeteilt, dass 140 Euro mehr pro Flieger verlangt werden müsste", sagte die Verdi-Sprecherin. Bei durchschnittlich 124 Passagieren pro Flug sei das nur etwa ein Euro pro Fluggast, um die Forderungen der Gewerkschaft vollständig erfüllen zu können. "35 Leute sind mit der Abfertigung einer Maschine beschäftigt. Da müssen sich die Menschen auch mal überlegen, wie viel sie für ihr Ticket zahlen", sagte sie.

Flughafenverantwortliche sehen Aktion kritisch

Zu dem Warnstreik hatte Verdi am Sonntag (03.02.) aufgerufen. "Ein unangekündigter 24-Stunden-Warnstreik ist völlig überzogen und unverhältnismäßig", kritisierte Flughafensprecherin Katja Bromm. Am Montagmorgen war lediglich eine Notbesetzung des Bodenpersonals anwesend, wie eine Flughafen-Sprecherin sagte. "Im Moment fahren auch keine Shuttlebusse von den etwas weiter entfernten Parkplätzen zum Flughafen", berichtete sie. Ein Ersatzverkehr mit Taxis sollte eingerichtet werden.

Auch Christian Noack, Geschäftsführer HAM Ground Handling, das für Bodenverkehrsdienste am Hamburger Flughafen zuständig ist, sah die Aktion kritisch. Verdi fordere mehr, als die Bodenverkehrsdienste bei angespannter Marktlage überhaupt erwirtschaften könnten, sagte er.  Vor rund zwei Wochen hatte ein Warnstreik des Sicherheitspersonals am Hamburger Flughafen bereits zu erheblichen Beeinträchtigungen geführt.

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(san/dpa)