Radio Hamburg

Kriminalitäts-Hotspot

Hansaplatz wird künftig videoüberwacht

Hamburg, 08.03.2019
Kamera, Überwachungskamera, Überwachung, Sicherheit

Wegen der nicht endenden Kriminalität auf dem Hauptbahnhofs-nahen Hansaplatz soll das Areal ab Frühsommer videoüberwacht werden.

Die Kriminalität hat sich auf dem Hamburger Hansaplatz in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt. Drogenhandel, Diebstähle und Körperverletzungen sind dort an der Tagesordnung. Mit moderner Technik will die Polizei das Problem angehen.

Hohe Kriminalität am Hansaplatz

Hamburg (dpa/lno) - Wegen der hohen Kriminalität will die Hamburger Polizei den Hansaplatz in St. Georg wieder mit Videokameras überwachen. Ab dem Frühsommer sollen 16 Kameras auf sechs Masten jeden Winkel des öffentlichen Raumes auf dem Platz nahe dem Hauptbahnhof erfassen, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) am Donnerstag vor einem Bürgergespräch in St. Georg. Der Hansaplatz habe sich im Bereich der Drogen- und Straßenkriminalität in den vergangenen Jahren zu einem Hotspot entwickelt. «Eine vergleichbare Konstellation gibt es sonst nur noch im Bereich Reeperbahn», sagte Grote. Die Belastung sei den Anwohnern und Gewerbetreibenden nicht länger zuzumuten. An den Kriminalitätsschwerpunkten Reeperbahn und Jungfernstieg hat die Polizei bereits Videoüberwachungen eingerichtet. Grote berichtete von positiven Effekten. «Wir haben die Erfahrung, dass das am Jungfernstieg funktioniert.» 

Tägliche Überwachung 

Anders als an Jungfernstieg und Reeperbahn - wo die Kameras am Wochenende beziehungsweise von Donnerstagabend bis Sonntag laufen - soll der Hansaplatz täglich von 15.00 bis 7.00 Uhr überwacht werden, an Wochenenden sogar von 9.00 Uhr bis 7.00 Uhr des nächsten Tages. Die Bilder werden direkt ins örtliche Polizeikommissariat 11 übertragen. «Die Polizei hat das Geschehen auf dem Platz wirklich im Blick, kann alles beobachten und im Bedarfsfall auch schnell vor Ort sein.» Seit 2014 hat sich die Kriminalität in etwa verdoppelt. Im Umfeld von Prostitution und Drogenhandel kommt es immer wieder auch zu Diebstählen und Körperverletzungen. Die Videoaufzeichnungen sollen den Angaben zufolge vier Wochen lang gespeichert und dann automatisch gelöscht werden. Neben der präventiven Wirkung der Kameras, die Kriminelle abschrecken sollen, könnten die Aufzeichnungen auch im Falle konkreter strafrechtlicher Ermittlungen herangezogen werden, sagte Grote.

Positive Zustimmung 

Von den Anwohnern werde das Vorhaben angesichts der Zustände auf dem Platz größtenteils positiv gesehen. «Es gibt türkische Gemüsehändler, die sagen, wenn das so weitergeht, wähle ich die AfD», sagte Grote. Außerdem gebe es in der Bevölkerung einen Wandel in der Beurteilung technischer Überwachungsmaßnahmen wie sie in Bussen, Bahnen, Kaufhäusern oder Flughäfen längst üblich seien. «Wir haben 10 000 Kameras in Hamburg. Und die Akzeptanz und das Bewusstsein, dass das auch ein Sicherheitsgewinn ist, hat sich geändert.»

(dpa/jna)

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