Radio Hamburg

Repräsentative Umfrage

Hamburger meinen, Juden sollten weniger über Holocaust sprechen

Holocaust memorial

Das Holocaust Memorial in Berlin. 

Eine repräsentative Radio Hamburg Umfrage hat ergeben, dass jeder zweite Hamburger meint, Juden sprechen zu viel über den Holocaust. 

Der judenfeindliche Anschlag von Halle und mehrere judenfeindliche Angriffe bundesweit haben auch in Hamburg eine Diskussion über das Verhältnis von Juden und Nichtjuden ausgelöst. Eine repräsentative Online-Umfrage, die das Hamburger Marktforschungsinstitut Trend Research im Auftrag von Radio Hamburg im Zeitraum vom 05.11. bis 10.11.2019 durchgeführt hat, zeigt nun: Ganz offenbar ist dieses Verhältnis nicht das beste. Mit 46% der Befragten ist fast die Hälfte der Hamburger Wahlberechtigten der Meinung, Juden sollten nicht ständig über den Holocaust sprechen.

42% wollen sich nicht mit Antisemitismus beschäftigen

Drei Monate vor der Bürgerschaftswahl sagen zudem 42% der Befragten, dass sie sich nicht mit dem Thema Antisemitismus beschäftigen wollen. Über die Hälfte der Hamburger Wählerinnen und Wähler ist darüber hinaus der Meinung, in Hamburg würde bereits genug für Juden getan und sieht für die hier lebenden Juden kein Risiko.

Gespaltene Meinung bei Wählern

Anscheinend sind zahlreiche Wähler aber doch gespalten. Rund 60% der Befragten finden, dass Juden und jüdische Einrichtungen besser geschützt werden müssen, Hamburg einen Antisemitismusbeauftragten bekommen sollte und dass die Synagoge im Grindelviertel wieder aufgebaut werden sollte. Letzteres befürworten vor allem Wähler der Grünen. Von den AfD-Wählern sind nur 23 Prozent dieser Meinung.

Für die vorliegende Umfrage nahmen im Zeitraum vom 05.11. bis 10.11.2019 für die Bürgerschaftswahl wahlberechtigte Hamburger ab 16 Jahren über eine Online-Befragung teil. Basis für die Ergebnisse sind 652 Stimmen von Hamburger Wählerinnen und Wählern, die nach Alter, Geschlecht, Bildung und letzter Wahlentscheidung gewichtet wurden.

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