Radio Hamburg

Corona-Virus aus China

Schwappt das neue Virus auch nach Hamburg?

Hamburg, 22.01.2020
Corona-Virus verbreitet sich in China

In China verbreitet sich das neuartige Coronavirus deutlich schneller als bisher angenommen. Könnte das Virus auch nach Hamburg schwappen?

Das erstmals in China aufgetretene Corona-Virus bereitet sich immer schneller aus. Eine Expertin aus dem UKE erklärt exklusiv, worauf sich Reisende und die Hamburger einstellen müssen.

Das im Dezember 2019 in China entdeckte Corona-Virus breitet sich immer schneller aus. In China sind nach neusten Angaben der Behörden schon 440 Menschen infiziert und die Zahl der Totesopfer ist auf neun gestiegen. Zudem ist jetzt eine Infektion aus den USA gemeldet worden. Dort wurde die Lungenkrankheit bei einem Reisenden aus China festgestellt. Auch in Thailand, Japan und Südkorea sind Krankheitsfälle gemeldet. Müssen sich jetzt auch Hamburger Sorgen machen?

Das müssen Reisende beachten

In Asien ist gerade Hauptreisezeit und in gut fünf Wochen beginnen zudem die Schulferien. Das bedeutet, dass auch vermehrt Menschen aus Hamburg nach Asien reisen werden. Marylyn Addo leitet die Infektionsabteilung am Hamburger UKE und erklärt, ob man bei einer Asienreise jetzt besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen muss: "Man sollte ganz normale Vorsichtsmaßnahmen ergreifen, wie man das auch bei einer Grippe machen würde. Man sollte sich von Personen fernhalten, die Husten und Niesen sowie sich häufig die Hände waschen." Da das Virus erst vor wenigen Wochen entdeckt wurde und allgemein noch sehr wenig über die Krankheit bekannt sei, ist es auch schwierig klare Symptome der Krankheit zu definieren. "Die Patienten, die infiziert sind präsentieren sich meistens durch Fieber und trockenen Husten", so Addo. 

Kommt das Virus auch nach Hamburg?

Darauf stellt sich natürlich die Frage, ob das Virus auch bald nach Hamburg schwappen könnte. Hier beschwichtigt Addo aber direkt und erklärt: "Wir gehen davon aus, dass das Risiko, dass das neue Virus nach Deutschland kommt, gering ist. Es ist aber nicht auszuschließen, dass es einzelne Fälle auch hier geben kann. Sollte das der Fall sein, haben wir gute Mechanismen diese Fälle zu erkennen. Es würde dann nicht zu einer Weiterverbreitung des Virus in Deutschland kommen." In der Zukunft müsse man sich aber durchaus immer wieder auf das Ausbrechen neuer Krankheiten vorbereiten. Dies könnten auch neue Grippeviren sein. Laut Addo sei man durch Impfstoffe, Impfplattformen und besseren diagnostische Verfahren aber besser gerüstet als noch vor einigen Jahren.

Was Marylyn Addo, Leiterin der Infektiologie am UKE sonst noch über das Corona-Virus sagt, hört ihr jetzt auch in unserem Nachrichten-Podcast. Hört doch mal rein!

(iw/san)