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Symptome & Co.

Alles rund um das Coronavirus

Corona-Virus verbreitet sich in China

Das Coronavirus hat jetzt auch Deutschland erreicht, denn ein Mann in Bayern wurde mit dem Virus infiziert. Wie können wir uns schützen und was müssen Reisende beachten?

Seit einigen Wochen hält der Erreger einer neuen Lungenkrankheit die Welt in Angst. Wir klären wie ansteckend das Coronavirus ist und welche Symptome es gibt.

Das Coronavirus, das erstmals in Wuhan (China) im Dezember 2019 aufgetreten ist, breitet sich nach und nach auf der ganzen Welt aus und hat jetzt auch Deutschland erreicht. Das wissen wir über das Coronavirus.

Was ist bekannt?

Viele Mediziner vergleichen den Erreger des Coronavirus mit dem SARS-Erreger, der 2002 und 2003 eine Epidemie verursacht hatte. SARS bedeutet ein Schweres Akutes Atemwegssyndrom. An der Infektion erkrankten laut der Weltgesundheitsorganisation weltweit 8.096 Menschen, wovon sogar 774 starben. Auch das neue Coronavirus hat Lungenentzündungen und schwere Atembeschwerden zur Folge. 

Wie wird das Virus übertragen? 

Wie die chinesische Regierung bestätigt hat, wird das neue Virus von Mensch zu Mensch übertragen. Zuvor wurde von der Weltgesundheitsorganisation gemutmaßt, dass das neue Virus nur in Einzelfällen von Mensch zu Mensch ansteckend sei. Dem ist aber nicht so. Es handelt sich nämlich um eine Tröpfcheninfektion, die durch hustende Infizierte übertragen wird. Eine Ansteckung über Husten, Niesen und Händeschütteln ist also durchaus möglich.

Woher stammt das Virus? 

Das Coronavirus ist höchstwahrscheinlich auf einem Fischmarkt in Wuhan in China entstanden. Man nimmt an, dass die Quelle auf dem Markt verkaufte Tiere waren. Der Markt wurde zum Jahresbeginn geschlossen und desinfiziert. 

Wie gefährlich ist das Virus?

Die Chance ein Coronavirus zu überleben ist glücklicherweise sehr gut. Frühere Todesfälle waren hauptsächlich bei älteren oder bereits vorerkrankten Menschen bekannt. Als junger und gesunder Mensch ist das Risiko, an dem Coronavirus zu erkranken, also relativ gering. Eine Therapie für das Virus gibt es aktuell noch nicht.

Was sind die Symptome?

Symptome des Virus gehen von Fieber über Kopfschmerzen und Halsschmerzen bis hin zu Atemproblemen und schließlich einer Lungenentzündung. Weitere erste Anzeichen können auch Schüttelfrost und Kopfschmerzen sein. Die Inkubationszeit, der Zeitraum zwischen der Infektion und dem Beginn von Symptomen, beträgt etwa zwei bis 14 Tage. 

Droht eine Pandemie?

Das Urteil der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hieß: "Angesichts der weltweiten Reisegewohnheiten sind neue Fälle in anderen Ländern wahrscheinlich". Deshalb wird jetzt die Quelle gesucht und nun unterschiedliche Tiere in Wuhan unter die Lupe genommen. Denn dort könnten sich möglicherweise weitere Tiermärkte als Infektionsquelle herausstellen. Trotz allem warnt das WHO vor zu viel Panikmache. Sie seien zuversichtlich, dass China die Ausbreitung in Zukunft eindämmen könne. Außerdem werden Reisende aus Wuhan im Auge behalten und bei Symptomen sofort isoliert. Um internationale Maßnahmen gegen das Virus zu unterstützen, haben die chinesischen Behörden die Gensequenz des Erregers veröffentlicht. Mithilfe der Gensequenz konnte auch ein Test zur Identifizierung von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus entwickelt werden. 

Wie kann ich mich vor dem Virus schützen?

Am besten kann man sich vor dem Coronavirus schützen, indem man Abstand zu erkrankten Menschen oder Tieren hält. Da das Virus nur über Tröpfchen übertragen wird, ist man mit einem Meter Abstand schon im sicheren Bereich. Das Wichtigste ist: Oft die Hände waschen. Viele Menschen greifen aktuell auch auf Atemschutzmasken zurück. Der Impfstoff gegen das Virus ist gerade in Arbeit. Obwohl es nicht sehr kompliziert ist, den Impfstoff zu entwickeln, wird es wohl noch mindestens ein Jahr dauern, bevor der Impfstoff bei Menschen angewendet werden kann. 

Was müssen Reisende beachten? 

Bisher gibt es keine offizielle Reisewarnung wegen des Coronavirus. Das auswärtige Amt rät Reisen nach China allerdings nach Möglichkeit zu verschieben. Reisen nach Wuhan werden derzeit als "moderat eingeschätzt". Das Auswärtige Amt rief aber dazu auf, den dortigen Kontakt mit Menschen und Tieren komplett zu vermeiden und auf eine gute Handhygiene zu achten. Bei Fieber und Anzeichen von Atemwegsinfektionen solle direkt ein Arzt aufgesucht werden. Die deutschen Flughäfen seien gegen das neuartige Virus aus China gut gerüstet. "Wir stehen in einer engen Abstimmung mit den Behörden und tauschen uns mit anderen Flughäfen aus", sagte eine Sprecherin von Flughafen in Frankfurt am Main. Bislang gebe es auch keine zusätzlichen Kontrollen, da diese nicht notwendig seien. Die Flughäfen orientieren sich an den Reise- und Sicherheitshinweisen der WHO und des Auswärtigen Amts.

Lasst euch nicht verunsichern!

Zur Zeit geistern viele Informationen durch das Internet, die sich rasend schnell verbreiten. So ist zum Beispiel bei WhatsApp ein "Kettenbrief" ausgelöst worden, in dem ein YouTube Video verschickt wird, das angeblich bisher unveröffentlichte Informationen enthält. Der YouTube Kanal namens "Odysseus" ludt das Video hoch, hat jedoch kein Impressum. Der Name und das Logo des Kanals sind geklaut - seriös ist diese Quelle also ganz und gar nicht.

Was viele Zuschauer des Videos panisch werden lässt, ist der Fakt, dass wahre und falsche Aussagen im Video gemischt werden. In dem Video heißt es beispielsweise, dass das Virus durch Flüssigkeiten verstärkt würde. Das ist definitiv falsch, da Viren sich durch Wasser nicht verändern. Bitte denkt daran, dass das Internet für jeden anonym zugänglich ist und viele Dinge, die ihr aktuell im Netz seht, absichtliche Panikmache sind. 

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