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Bevölkerungsentwicklung

Hamburg wächst auf bis zu 2 Millionen Einwohner

Hamburg, 04.10.2017
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Hamburg bleibt auch 2035 die zweitgrößte Stadt Deutschlands.

Es wird voll in der Hansestadt. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wächst Hamburgs Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten überdurchschnittlich schnell.

Wer sich schon heute darüber ärgert, dass er in der U-Bahn nur selten einen Sitzplatz bekommt, Parkplätze Mangelware sind und dass die Mieten in der Hansestadt ins schier Unbezahlbare wachsen, der wird sich wahrscheinlich nicht sonderlich auf das Jahr 2035 freuen, denn es wird noch enger in Hamburg. Laut einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) wächst Hamburgs Bevölkerungszahl in den nächsten Jahren um rund 162.000 Einwohner auf fast zwei Millionen Menschen. 

Großes Bevölkerungswachstum

Damit hat Hamburg mit 9,1 Prozent Wachstum das zweitgrößte Bevölkerungswachstum aller Bundesländer. Nur in Berlin soll die Bevölkerung noch stärker zunehmen (14,5 Prozent) und dann auf über 4 Millionen Einwohner klettern.  In den Stadtstaaten wachse vor allem der Anteil junger Menschen, so das Wirtschaftsinstitut. Der Gesamtanstieg in Berlin und Hamburg sei mit 14,5 und 9,1 Prozent der höchste unter allen Bundesländern. 

Deutschlands Bevölkerung wächst

Aber nicht nur die großen Stadtstaaten wachsen, die Einwohnerentwicklung für ganz Deutschland ist laut der Studie positiv. Wegen einer höheren Geburtenrate und einer stärkeren Zuwanderung, bleibt der lange erwartete Bevölkerungsrückgang für Deutschland zumindest bis zum Jahr 2035 aus. In den nächsten Jahren rechnen die Forscher mit einer Million mehr Einwohner und einer Gesamtbevölkerung von 83,1 Millionen Menschen. Bis 2023 erwartet das Institut sogar einen Anstieg auf fast 84 Millionen Menschen. Dies sei aber nur ein Zwischenhoch. Mit dem langfristigen Anstieg kehrten sich frühere Annahmen des Statistisches Bundesamtes um, teilte das Kölner Institut auf seiner Internetseite mit.

Ostdeutsche Bundesländer verlieren

Doch nicht alle Regionen in Deutschland wachsen. In insgesamt sieben der 16 Bundesländer geht die Bevölkerung teils deutlich zurück, womit sich ein Trend aus den letzten Jahren fortsetzt. Das gelte laut der Studie vor allem für Ostdeutsche Flächenländer. Am meisten gehe die Bevölkerung demnach in Sachsen-Anhalt (10,6) und Thüringen (10,2) zurück. Ein Plus können dagegen beispielsweise Bayern und Baden-Württemberg aufweisen.

Wanderungssaldo positiv

Für 2015 berechnete das Statistische Bundesamt eine Nettozuwanderung von 1,1 Millionen Menschen. 2014 habe der Wanderungssaldo bei 550.000 gelegen.  Während der Trend zum Bevölkerungsschwund in vielen Bundesländern gedreht werde, schreite die Alterung der Gesellschaft überall voran. Sie äußere sich in einem Rückgang der Menschen im Erwerbsalter zwischen 20 und 67 Jahren und der Zunahme der älteren Menschen. "Dahinter verbirgt sich im Wesentlichen die Alterung der Babyboomer-Generation, die bis 2035 mehrheitlich das Rentenalter erreicht haben wird", heißt es. Größter Unsicherheitsfaktor bleibt nach Angaben des IW bei den Prognosen die Zuwanderung. Sie hänge von Faktoren wie der wirtschaftlichen Entwicklung, dem Krieg in Syrien und im Irak sowie der Flüchtlingsbewegung aus Afrika ab.

(dpa/san)