Radio Hamburg

Schwänzen & Demonstrieren

"Fridays For Future"-Demo in Hamburg

Hamburg, 01.03.2019
Fridays for Future, Plakat, Shutterstock

Schüler gehen bei der "Fridays For Future"-Demo für den Klimaschutz auf die Straße.

Viele Schüler schwänzen freitags die Schule, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Aber warum schwänzen? Das wollten wir von zwei Schülern wissen.

In Deutschland sind in den letzten Wochen viele Schüler auf die Straße gegangen, um für den Klimaschutz zu demonstrieren. Losgetreten wurde das Ganze von der 16-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg. Sie protestiert freitags mit dem Fernbleiben der Schule. Das will sie so lange fortsetzen, bis Schweden seine Verpflichtungen aus dem Pariser Klimaschutzabkommen erfüllt.

Nach dem Vorbild hat es unter den Mottos "Fridays For Future" oder auch "Youth For Climate" viele weitere Proteste gegeben. Unter anderem auch bei uns in Hamburg, wo an diesem Freitag (01.03.) um 8:30 Uhr am Gänsemarkt demonstriert wird. Auch Greta selbst wird mit dabei sein.

Julia Oepen und Kelvin Gantert aus dem Hamburger "Fridays For Future"-Team haben die Demo angemeldet und waren zu Gast in der Radio Hamburg Morning-Show. John und sein Team wollten unter anderem wissen, warum sie dafür die Schule schwänzen und die Demo nicht am Samstag veranstalten.

Kelvin: "Wir wollen eben nicht an einem Freitag streiken, aber das Ding ist, wir müssen an einem Freitag streiken. Wir bekommen sonst keine Aufmerksamkeit von der Politik und der Gesellschaft. Das wäre an einem Samstag nicht möglich."

Wie wird denn in der Schule darüber gesprochen? Was sagen die Lehrer/Schulleiter?

Julia: "Das ist relativ unterschiedlich. Viele sehen das Problem genauso wie wir und sind da positiv eingestellt. Andere sehen es natürlich lieber, wenn wir am Unterricht teilnehmen würden. Aber letztendlich ist uns unsere Zukunft, die hier gerade auf dem Spiel steht, wichtiger als die paar Fehlstunden."

Was sagt ihr Leuten, die sagen, dass Greta nervt?

Julia: "Ich finde es immer sehr irritierend. Wenn wir so weitermachen wie bisher, dann ist hier in zehn Jahren Ende Gelände und unser CO2-Budget ist aufgebraucht. Und alle die sagen, ihr nervt doch irgendwie mit eurem Gelaber, die haben das Problem noch nicht verstanden."

Martin Sonneborn, Chef der Partei "Die Partei", sitzt als EU-Politiker in Brüssel. Er hat ein Entschuldigungsschreiben aufgesetzt. Auf seiner Webseite schreibt er dazu: "Falls Eure Lehrer Ärger wegen freitäglicher Abwesenheit machen, haben wir ein kleines Dokument für Euch vorbereitet." Was sagt ihr dazu?

Kelvin: "Also ich bin dem Schreiben ein bisschen skeptisch gegenüber. Aber letztendlich kommt der Inhalt rüber und ist so wie wir es auch sehen. Es ist unsere Zukunft. Uns ist es eben egal, wenn wir der Schule fernbleiben. Uns geht es um das Ding, um den Klimaschutz, um unsere Zukunft. Dafür nehmen wir in Kauf, dass wir der Schule fernbleiben und streiken."