Radio Hamburg

Studie: Jüngere demonstrieren, Ältere werden aktiv

Was tut ihr für den Klimaschutz?

Hamburg, 05.11.2019
Plastikhaufen

Lebt ihr schon klimafreundlich und wenn ja, was tut ihr? Schreibt uns!

Laut einer Umfrage des Energieversorgers Hamburg Energie leben ältere Menschen eher klimafreundlich als jüngere Menschen. Ist das so? Verratet es uns!

Mehr als zwei Drittel der Hamburger sind der Meinung, ihr Verhalten ändern zu müssen, um klimafreundlich zu leben. Das ist das Ergebnis einer vom städtischen Stromversorger Energie Hamburg in Auftrag gegebenen Studie. Mit 82 Prozent der 18- bis 39-Jährigen sähen besonders die jüngeren unter den 1000 online Befragten diese Notwendigkeit, sagte Energie-Hamburg-Geschäftsführer Michael Prinz. Allerdings seien die über 60-Jährigen eher als junge bereit, konkrete Schritte zu ergreifen.

Demonstrieren jüngere lieber, als klimafreundlich zu leben?

So hätten 57 Prozent von ihnen angegeben, schon heute zu versuchen, auf Flugreisen zu verzichten. Bei den 18- bis 39-Jährigen sagten dies demnach nur 32 Prozent. Auch beim Kauf regionaler Lebensmittel und der Vermeidung von Einwegprodukten lägen die Älteren vorn. Jüngere gingen hingegen häufiger für den Klimaschutz auf die Straße und wählten öfter eine Partei, die sich ihrer Ansicht nach konsequent gegen den Klimawandel einsetzt.

Mobilität & Reisen als größte Emissionsverursacher

Was den individuellen CO2-Fußabdruck angeht, sahen die Befragten der Studie zufolge die Mobilität und das Reisen als größte persönliche Emissionsverursacher - gefolgt vom Energieverbrauch im Haushalt, der Ernährung und dem sonstigen Konsum. Prinz bedauerte, dass nur ein Drittel der Befragten sich bereit zeigte, künftig Ökostrom zu beziehen. „Dabei kann ein durchschnittlicher Drei-Personen-Haushalt durch den Bezug von Ökostrom seine Klimabilanz aufbessern und jährlich bis zu zwei Tonnen CO2 einsparen.“

Was ist eure Meinung

Wie steht ihr zu dem Thema und vor allem, was tut ihr für den Klimaschutz? Geht ihr auch nur demonstrieren oder lebt ihr auch aktiv klimafreundlich? Verratet es uns jetzt per WhatsApp und diskutiert mit André und Anke in der Radio Hamburg Morning-Show - hier geht's direkt zum Live-Stream.

Eure Meinungen & Vorschläge

Furkan, 27 Jahre alt: Guten Morgen Radio Hamburg Team. Ich finde es gibt so viele Möglichkeiten was man für einen besseren Planeten tun kann aber ich finde man muss da nicht sofort auf das Essen verzichten wie z.b. Fleisch etc. Bis es dazu kommt, gibt es so viele Sachen was man tun könnte/sollte wie z.B. auf Plastik/Einweg Sachen verzichten oder nicht für jede kleine Strecke das Auto nehmen und und und .. Desweiteren finde ich, dass man auch nicht sofort auf die Straße gehen muss, damit man es jeden beweisen kann, das man mit denkt.





Simona, 30 Jahre alt: Ich bezeichne mich auch mal als jung mit 30 .. Wir tun ganz viel für die Umwelt, um mal paar Sachen aufzuzählen: -Bambuszahnbürsten -Waschen mit Kastanien (Waschmittel) -Holzspielzeug für die Kinder -plastikfrei einkaufen im „unverpackt Laden“ -Reinigungsmittel selbst herstellen (... z.b. mit Essig, Waschsoda und Zitronensäure). Wir sind eine 5-köpfige Familie und geben unser Bestes. Perfekt sind wir nicht, wir geben aber unser Bestes Liebe Grüße an alle Umweltbewussten Hörer! Lasst uns was ändern... besser heute als morgen.





Iris, 54 Jahre alt: Moin. Betrifft Andre's Klimafrage. Bin Jahrgang 1965. Habe seit 11 Jahren kein Auto. Heize mit Strom, fliege nicht in den Urlaub oder mache Kreuzfahrten und fahre mit ÖPNV zur Arbeit. Wenn alle, die für den Klimaschutz demonstrieren, ihr Auto abmelden würden und nicht 3x im Jahr in den Urlaub fliegen würden, wären sie auch glaubwürdig. Ist aber wie beim Spontispruch aus den 80ern. Alle wollen zurück zur Natur nur keiner zu Fuß.





Ich bin Briefzustellerin und höre von vielen Leuten was sie so beschäftigt, zur Zeit ist das natürlich auch der Klimawandel. Mir sind ein paar ältere aufgefallen, die zwar gerne schimpfen wie verschwänderisch die Jugend ist. Wenn ich sie aber erinnere, dass sie die Reklame eh nicht haben wollen, könnten sie doch einen:"keine Werbung" Aufkleber am Briefkasten anbringen. Passiert nicht. Im Gegenteil, es werden geringfügig mehr, die Werbung erhalten. Meistens weil der Aufkleber verrottet oder abfällt. Ich glaube es ist von allen Altersgruppen viel geheuchelt.





Britta: Ich habe vor sieben Jahren bewusst mein Auto verkauft. Totalverlust von Unabhängigkeit! Die ersten Wochen war das ein sehr schlimmes Gefühl - wirklich wie bei einer Trennung vom Partner! Inzwischen ist Leben ohne Auto für mich normal und bietet viele Vorteile nicht nur ökologisch) ☀☀☀ige Grüße





Kirstin, 51 Jahre alt: Ich bin von Haus aus geizig und bequem. Einkaufen empfinde ich eher als Stress. Damit betreibt man ganz einfach Umweltschutz. Es beginnt damit, dass ich meine Kleidung lange habe. Ich sehe mir manchmal Fotos von mir an und denke boh... Die Jacke trägst du nun schon 10 Jahre . Beim Einkaufen habe ich immer meinen Leinen-Beutel dabei. Kenne ich schon von meiner Mutter. Ich versuche Lebensmittel unverpackt zu kaufen. Bin aber immer voll genervt, das gerade Bio Obst und Gemüse in Plastik verpackt ist. Gennerel schaue ich, dass das, was ich kaufe, aus unserer Gegend kommt. Klappt leider noch viel zu selten. Wasser trinke ich nur aus dem Wasserhahn. Und seid ich wieder mehr auf meine Ernährung achte, essen wir viel weniger Fleisch in der Familie. Beim Duschen braucht beim Einseifen kein Wasser laufen. Ich bin von der Erkenntnis, das jeder von uns eine Plastik Karte in der Woche durch die Luft und Nahrung aufnimmt, völlig geschockt. Ich finde, es gut, dass die Kids und Jugendlichen auf die Straße gehen. Wir müssten es alle tun. Damit sich vor allem die Lebensmittel-Industrie und unsere Politik ändert. Übrigens, auf Fleisch verzichten ist auch Umwelt bewusst. Und zugleich Tierschutz. Diese lebende Tiertranzporte müssen aufhören. Wenn jeder ein bisschen mitmacht, machen wir das Leben für unsere Nachfahren besser. Ich hoffe auch, dass ich meine Söhne (23 Jahre) und (19 Jahre) auch weiterhin mit meinem Geiz anstecken kann. Tuben von Zahnpaster und Duschgel, Schampoos, Bodylotion, Majo und Ketchup schneiden sie schon auf. Wir sind immer ganz erstaunt, wie viel da noch rauskommt. Probiert es mal aus.





Lars, 43 Jahre alt: Wenn mein Spülkasten mal nachläuft, drücke noch mal kurz die Taste damit das aufhört. Ich trenne Papier und Hausmüll, gebe kein Geld für Zeitungen aus. Und habe schon fast eine papierlose Wohnung. Dann verschenke ich nur, und das schön lange, Topfpflanzen und keine Schnittblumen.





Dirk: Wir sind Ü40 und haben 2 Kinder und denken, dass wir in Deutschland eher wenig am Weltklima ändern können, solange zum Beispiel Indien, China, USA nicht massiv vorangehen. Wir stehen in Deutschland an ca 7. Stelle beim CO2 Ausstoß - je nach Statistik - wenn wir z.B. den Autoverkehr 50% auf E-Autos umstellen, wird sich wohl das Weltklima nicht spürbar ändern. Siehe speziell die derzeitige Situation in Neu Dehli.





Michael, 50 Jahre alt: Ich kenne einige Schüler (14-17 Jahre alt), die sagen selber, dass sie nur losziehen, um die Schule zu schwänzen, fliegen 4-5 mal ein Wochenende nach Malle, einmal nach Amerika und dann noch einmal nach Gran Carina in einen Jahr. Ich fliege nur alle 2 Jahre nach Gran Canaria für 2 Wochen.





Franzi: Also ich habe mein Duschgel, Shampoo etc .umgestellt und achte darauf, dass es ohne Mikroplastik ist. Einkauf nur mit dem eigenen Beutel, kein Gemüse oder Obst welches schon in Plastik eingeschweißt ist. Unsere Katzenstreu besteht aus Sägespäne.





Tanja: Tatsächlich ist ein reduzierter Fleischkonsum mitunter das Beste, was man als umweltbewusster Verbraucher tun kann, um unseren Planeten und alle Lebewesen zu retten! Verzichtet man auf Fleisch, dann bekämpft man damit nicht "bloß" den Klimawandel, man kann den Welthunger bekämpfen UND setzt sich für mehr Empathie allen Lebewesen gegenüber ein!





Coca aus Melbeck: Also was tun für die Umwelt und nicht nur rumbrüllen ist 1000x mehr wert als rumbrüllen von anderen verlangen wozu man selbst nicht bereit ist. Darüber sollten die Jungen mal nachdenken. 





Claudia: Wir sortieren unser Müll, kaufen nur loses Obst und Gemüse. Die Schüler, die für die Umwelt auf die Demo gehen, sollten auch ihren Müll mit nehmen und nicht auf die Straße werfen.





Shazi: Ich glaube, die Studie muss man mal bisschen entschärft sehen. Zu beachten ist ja auch, dass viele Schüler keinen eigenen Haushalt haben. Also fällt wahrscheinlich das schon mal weg. Ich denke, man muss mal schauen, was ist, wenn diese ihren eigenen Haushalt haben und Eltern sind. Spätestens dann werden wir sehen, ob das Demonstrieren Ergebnisse hat. Denn Klimaschutz ist ein Erziehungs- und Umdenken- Ding.





Jörg (Sprachnachricht): Die "Gören" sollten erstmal arbeiten gehen und dann wissen sie erst, dass man aufs Auto angewiesen ist. E-Autos sind Quatsch, weil die Batterien viel Co2 ausstoßen. Seine Alternative ist Wasserstoff.





Dirk (Sprachnachricht): Er sagt uns, dass er nicht auf Demos geht. Aber seine Familie hat sich einen Sodastream angeschafft und verzichten auf Plastikfalschen.





Dirk (Sprachnachricht): Er sagt uns, dass er nicht auf Demos geht. Aber seine Familie hat sich einen Sodastream angeschafft und verzichten auf Plastikfalschen.





Hanno (Sprachnachricht): Er fordert Frischetheken in Discountern





Lorenz: Das stört mich auch gewaltig, wenn man sagt, dass alle eh nur die Schule schwänzen wollen. Nein, das stimmt wirklich nicht! Viele wollen was erreichen und die Politik aufwecken, endlich etwas Richtiges für den Klimaschutz zu unternehmen.





Sonia: Bei uns in der Reihenhaus Siedlung sind wir die einzige Familie, die nur 1 Auto besitzt. Alle anderen haben 2, und das teilweise obwohl einige die gleiche Arbeitsstelle haben. Das ist Wahnsinn! Und dann die Eltern, die ihre Kids mit den dicken SUV's am besten bis vors Klassenzimmer fahren. Es gibt Fahrräder und öffentliche Verkehrsmittel! Egal, ob die Jugend oder die Älteren, aber so langsam sollten alle wach werden.





Annika, 19 Jahre alt: Zum Thema Fridays for Future: Ich finde es schwierig, das so lange geforderte politische Engagement der jungen Menschen nun, wo sie genau das tun zu kritisieren. Natürlich ist niemand perfekt und es muss noch viel getan werden und es ist korrekt, dass es nicht reicht, einmal die Woche auf eine Demo zu gehen und den Rest der Zeit normal weiterzumachen. Wir alle müssen etwas verändern an unserem Lebensstil. Ich finde es ein gutes Zeichen, dass viele ältere Menschen anscheinend bereit sind etwas für's Klima zu tun und es ist Bedauernswert, dass die Jugendlichen anscheinend so wenig tun. Daran müssen wir arbeiten. Es ist meiner Meinung nach unglaublich wichtig, klare Ziele in der Gesellschaft zu formulieren. Dies muss natürlich über die Politik und an Schulen passieren, aber auch in der F4F Gemeinschaft müsste mehr zur persönlichen Verantwortung gesagt werden. Wir tragen die Verantwortung als Gemeinschaft und müssen gemeinsam gegen diese Krise vorgehen. Am einfachsten fängt man dabei bei sich selber an. Jeder von uns kann dazu beitragen, dass unser Klima geschützt wird. Neben der vermehrten Nutzung von Fahrrad und dem ÖPNV ist das einfachste, das man tun kann, darauf zu achten, was auf unseren Tellern landet. Wir haben drei Mal am Tag die Wahl den Klimawandel zu unterstützen und tierische Produkte zu uns zu nehmen oder aber dagegen vorzugehen und ein leckeres pflanzliches Essen zu essen. Denn die Tierindustrie produziert mehr CO2 Equivalente als der gesamte Transportsektor mit Autos, Zügen, Flugzeugen und Schiffen zusammen!





Angie: hätten wir älteren mehr Ahnung, dann frage ich mich, wie es zu diesen Klimanotstand kommen konnte.





Sybille, 49 Jahre alt: Ich finde es top, das sich auch junge Menschen wegen des Klimaschutzes Gedanken machen. An alle jungen Leute: lasst euch von niemanden ausbremsen! 





Andreas: Keine Generation verbraucht mehr Energie als die jungen Menschen. Bsp: Europa Passage war nach Demo sehr voll und die ganzen Sachen sind nicht nachhaltig hierher gekommen.





"Der Podcast danach..." mit John Ment, André Kuhnert und Birgit Hahn