Radio Hamburg

Fluglärmreport Hamburg Airport

Immer mehr Flüge nach 23 Uhr

Hamburg, 21.03.2018
Flugzeuge über Wohnhaus

Die nächtliche Lärmbelastung für die Anwohner des Hamburger Flughafens war nach Angaben des BUND im vergangenen Jahr besonders hoch.

Zwischen 22.00 und 6.00 Uhr habe es 8404 Flugbewegungen gegeben und damit gut 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Seit 2011 sei die Zahl der Nachtflüge sogar um 63 Prozent gestiegen, sagte der Sprecher des BUND-Arbeitskreises Luftverkehr,
Martin Mosel, bei der Vorstellung des Fluglärmreports 2017.

Die Umweltschützer berufen sich auf Angaben der Hamburger Umweltbehörde. Demnach nahm die Zahl der Flugbewegungen außerhalb der offiziellen Betriebszeit zwischen 23.00 und 6.00 Uhr sogar um 29 Prozent zu. Die Anhebung der Verspätungs- und Lärmzuschläge sowie die Vereinbarungen mit den Fluggesellschaften hätten nichts gebracht.

"Diese Instrumente haben bislang nachweislich nicht funktioniert", sagte der BUND-Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. Die Lärmbelastung für die Anwohner sei unerträglich, sagte Mosel. "Der Betrieb eines innerstädtischen Flughafens kann so nicht weitergehen."

Problem Billigflieger

Übrigens: Billigflieger produzieren drei von vier verspäteten Flügen außerhalb der derzeit geltenden Betriebszeiten. Die Pressestelle des Flughafens Hamburg hat uns bisher kein Interview zum Thema gegeben, wohl aber eine Stellungnahme gemailt. Darin heißt es, dass die Verspätungsreglung (Starts und Landungen nach 23 Uhr) notwendig ist, damit die Flugzeuge nicht nach Hannover oder Rostock müssen samt ihrer möglicherweise alleinreisender Kinder, Familien oder Menschen mit eingeschränkter Mobilität an Bord.

Bekommt ihr den Fluglärm direkt mit? Erzählt uns von euren Erfahrungen in den Kommentaren.

(ck/iw/aba)

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