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Radio Hamburg

Scholz geht, Tschentscher kommt

Bürgermeister-Wechsel in Hamburg

Hamburg, 12.03.2018
Olaf Scholz und Peter Tschentscher

Olaf Scholz und Peter Tschentscher.

Am Mittwoch soll Olaf Scholz als Finanzminister vereidigt werden, sein Nachfolger wird Peter Tschentscher. Aber wer ist er genau?

Pragmatisch, nüchtern, spröde. Nein, nicht von Olaf Scholz ist die Rede, sondern von seinem designierten Nachfolger in Hamburgs Bürgermeisteramt: Peter Tschentscher. Bisher Finanzsenator, ergo Hamburgs Mann der Zahlen.

Der 52-Jährige, gebürtig aus Bremen, hat seit November den Vorsitz in der Finanzministerkonferenz inne. Einen guten Ruf über Hamburg hinaus erwarb er sich bei der Lösung des langjährigen Finanzproblems Elbphilharmonie sowie beim Verkauf der HSH Nordbank, dem Milliardendesaster im Norden.

Mann mit kühlem Kopf

Wenn Tschentscher regelmäßig die Öffentlichkeit über Hamburgs Schuldenstand informierte, wusste der promovierte Mediziner sein Zahlenwerk akkurat zu präsentieren. Selbst wenn die Steuerschätzungen noch so positiv ausfielen, quittierte er die sprudelnden Quellen allenfalls mit einem Lächeln. "Das gehört nicht zur Stellenbeschreibung eines Finanzsenators, dass er sich in so einer Situation euphorisch zeigt. Wir dürfen ja nicht in eine unvorsichtige Goldgräberstimmung verfallen", sagte er zuletzt.

Mit einem Steuer-Rekordüberschuss von fast einer Milliarde Euro aus 2017 im Rücken, macht sich Tschentscher nun ans Regieren. Dass er künftig mit dem Geld um sich werfen wird, ist nicht zu befürchten. "Unsere Haushaltsplanung bleibt vorsichtig, damit wir die Schuldenbremse auch einhalten können, wenn sich die Konjunktur verschlechtert", hat er gebetsmühlenartig wiederholt.

Tschentschers politische Karriere startete 1991, zunächst als Mitglied der Bezirksversammlung Hamburg-Nord. Seit 2007 führt Tschentscher den SPD-Kreisverband Hamburg-Nord, ein Jahr später gelang ihm über die Landesliste der SPD der Sprung in die Bürgerschaft. Als Scholz 2011 ans Regieren kam, installierte er Tschentscher als Finanzsenator. Seine Frau und sein Sohn können ihn weiterhin in der Bürgerschaft beobachten - jetzt auf dem Chefsessel.