Radio Hamburg

Tipps der Polizei und Berufsgenossenschaft

So verhaltet Ihr Euch bei einem Überfall

Hamburg, 31.07.2017
Polizei

Natürlich sind die Männer mutig, die bei der Messerattacke in Barmbek den Täter gestellt haben. Aber solches Verhalten kann auch nach hinten losgehen.

Fünf mutige Männer greifen ein als ein 26-Jähriger am Freitag in einem Barmbeker Edeka-Markt Menschen mit einem Messer angreift, einen 50-Jährigen tötet. Sie stellen ihn auf der Straße, schmeißen Stühle auf ihn, kesseln ihn ein. derzeit werden sie als Helden gefeiert, einige schlagen die Männer für das Bundesverdienstkreuz vor. Grundsätzlich stimmt das natürlich - sie haben Zivilcourage gezeigt, sind eingeschritten, aber haben sie dabei nicht eine Grenze überschritten und sich selbst in Gefahr gebracht? Der Täter hatte noch das blutige Messer in der Hand, er fühlte sich eventuell in die Ecke gedrängt. Daher hat die Polizei und auch die Berufsgenossenschaft einen Katalog erstellt, wie man sich bei solchen Extremsituationen wie einem Überfall am besten zu verhalten hat.

So verhaltet Ihr Euch angemessen

- Bleiben Sie zumindest äußerlich ruhig, verbindlich und selbstsicher, versuchen Sie, den Schreck zu überwinden.

- Keine gefahrbringende Gegenwehr oder Provokation; lieber einmal mehr überlegen, bevor Sie etwas tun.

- Bei Geiselnahme: Tun Sie alles, um Geiseln und Täter zu beruhigen.

- Folgen Sie allen Weisungen, die unter vorgehaltener Waffe gegeben werden.

- Leben und Gesundheit sind das Wichtigste.

- Sind Sie nicht unmittelbar bedroht, schnellstens Stillen Alarm auslösen. Lauter Alarm kann zur Eskalation führen. Er sollte nur ausgelöst werden, wenn dadurch keine zusätzliche Gefährdung entsteht.

- Täter nicht verfolgen, lieber schnell die Polizei alarmieren und sich die frischen Eindrücke ins Gedächtnis rufen und an die Polizei ungefiltert weitergeben.

- Nach dem Geschehen am besten Verletzten helfen und dann schnell den Tatort verlassen und sich an einen sicheren Ort begeben.

- Unnötige Gespräche vermeiden, damit die Eindrücke nicht verwässert werden. Am besten alle Infos zuerst an die Polizei.

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