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Kontrollen am Hbf & Kiez

Trotz Waffenverbot: Polizei findet mehrere Waffen

Hamburg, 28.05.2018
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Am Wochenende hat die Polizei am Hauptbahnhof und auf dem Kiez Großkontrollen durchgeführt.

Immer wieder schrecken Gewaltverbrechen am Hauptbahnhof oder auf St. Pauli die Hamburger auf. Die Polizei reagiert nun mit verstärkten Kontrollen.

An der Reeperbahn und am Hamburger Hauptbahnhof hat die Polizei am Wochenende zahlreiche Menschen auf Waffen kontrolliert. Die Beamten wollten besonders auf Messer achten.

Blut trotz Kontrollen auf dem Kiez

Seit mehr als zehn Jahren dürfen Kiezbesucher auf St. Pauli weder Waffen noch Glasflaschen dabei haben. Während die Hamburger Polizei am Wochenende die Einhaltung des Verbots überprüft, macht ein blutiger Zwischenfall den Sinn dieser Regelung deutlich. Allein auf St. Pauli überprüften die Beamten 237 Personen und erteilten 52 Aufenthaltsverbote.

In dem Vergnügungsviertel gilt seit mehr als zehn Jahren an Wochenenden ein nächtliches Verbot von Waffen und Glasflaschen. Trotzdem kam es am späten Freitagabend zu einem Zwischenfall in einer Seitenstraße der Reeperbahn. Ein 33-Jähriger sei bei einem Streit in einem Wettbüro mit einer abgebrochenen Glasflasche verletzt worden, hieß es. Polizeibeamte leisteten Erste Hilfe, der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Bei ihren Kontrollen stellten die Polizisten 19 Verstöße gegen das Glasflaschenverbot fest und zwei gegen das Waffengesetz. Zudem zählten sie zehn Körperverletzungen, fünf Drogendelikte und ertappten elf "Wildpinkler".

Auch am Hauptbahnhof wurde fleißig kontrolliert

Für den Hauptbahnhof hatte die Bundespolizei für das Wochenende ein Waffenverbot verhängt. Die Bundespolizei hat eine Allgemeinverfügung erlassen, nach der Schusswaffen oder Messer jeglicher Art nicht mitgeführt werden dürfen. Auch Schreckschusswaffen seien nicht erlaubt, hieß es in der Verfügung. Ausgenommen von dem Verbot sind Mitarbeiter von Sicherheitsdiensten, Handwerker und Gastronomie sowie Jäger, die ihre Waffen in verschlossenen Behältern transportieren.

Beamte kontrollierten die Einhaltung der Verfügung. Die Maßnahme sollte ein Test zur Aufhellung des Dunkelfeldes sein, wie ein Sprecher sagte. Das heißt, die Bundespolizei wollte erkunden, wie viele Messer und andere Waffen im Verkehr sind. Der Hamburger Hauptbahnhof mit rund 500 000 Reisenden täglich sei wie die Innenstadt insgesamt ein Brennpunkt der Gewalt, hieß es.

Zum Vergleich

397 Verstöße gegen das Verbot hatte die Polizei im vergangenen Jahr an der Reeperbahn und am Hansaplatz in St. Georg gezählt, wo das Verbot ebenfalls gilt. Das war ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr (425), aber immer noch deutlich mehr als im Jahr 2015 (299). In den ersten vier Monaten diesen Jahres wurden 119 Verstöße gegen das Waffenverbot erfasst, wie der Senat kürzlich mitteilte.

Was bringen die Waffenverbotsgebiete

Die Einrichtung der Waffenverbotsgebiete habe sich als generalpräventives Mittel bewährt, hieß es. Laut polizeilicher Kriminalstatistik sank die Zahl der Straftaten insgesamt auf St. Pauli im vergangenen Jahr um 9,2 Prozent, in St. Georg um 0,2 Prozent. Die gefährlichen und schweren Körperverletzungen nahmen auf St. Pauli leicht zu, in St. Georg gingen sie zurück.

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(dpa/lno)

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