Radio Hamburg

Soko Schwarzer Block

Europaweite Fahndung nach G20-Chaoten

Hamburg, 18.09.2018
G20, Autobrand

Mehr als ein Jahr nach dem Ende des G20-Gipfels in Hamburg, läuft die Aufarbeitung der schweren Ausschreitungen weiter auf Hochtouren.

Die von der Polizei eingerichtete Sonderkommission "Schwarzer Block" hat zur Aufarbeitung der Krawalle rund um den G20-Gipfel im Juli 2017 erstmals eine europaweite Fahndung gestartet. Die Polizei bittet damit eine halbe Milliarde Europäer um Hilfe nach der Suche von drei Männern und einer Frau. Die vier sollen an Brandstiftungen in der Elbchaussee beteiligt gewesen sein.

Schaden von 1,5 Millionen Euro

Bei den Feuern, die durch einen Mob von über 200 schwarz gekleideten Randalieren verursacht wurden, entstand ein Gesamtschaden von etwa 1,5 Millionen Euro. Die vier Gesuchten sind laut Soko-Chef Jan Hieber die "Top-Täter der G20-Ausschreitungen". Die Bilder der Verdächtigen wurden dazu am Dienstag (17.09.) auf der Internetseite  www.polizei.hamburg/g20-fahndungen veröffentlicht. Den mutmaßlichen Gewalttätern wird Brandstiftung und schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Ziel der Täter sei es gewesen "Angst und Schrecken zu verbreiten", betont der Soko-Chef.

Viele Täter aus europäischen Nachbarländern

Die Soko geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass viele Täter der G20-Krawalle aus dem europäischen Ausland stammen. Im Fokus sind dabei insbesondere die Nachbarländer Deutschlands. Die Fahndung konzentriert sich auch deshalb auf Frankreich, Italien, Spanien und die Schweiz, aber auch Österreich, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Schweden, Finnland und Griechenland. In einigen Nachbarländern hatte die Polizei bereits im Mai Wohnungen durchsucht. Polizeiintern wird derzeit nach 109 Personen gesucht.

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Soko "Schwarzer Block" mit Erfolgen

Die Sonderkommission fahndet allein in Deutschland im Moment nach 585 Tatverdächtigen. 41 Personen konnten dadurch bereits ermittelt werden, 278 werden öffentlich gesucht. Bei 71 von ihnen konnte dadurch die Identität geklärt werden. Am Dienstag (17.09.) durchsuchte die Polizei deshalb auch Objekte in Hamburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Im Fokus des Einsatzes stehen Tatverdächtige, die bei der «Welcome to Hell»-Demonstration in Hamburg Straftaten begangen haben sollen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Dienstagmorgen mitteilten.

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(dpa/san)